„Ein Recht gestehe ich keinem Menschen zu: das auf Gleichgültigkeit.“ Eli Wiesel

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Düsseldorf finden

Günther Gottschalk

Grafenberger Allee 78

Günther Gottschalk wurde am 10. Februar 1933 in Königsfeld in der Eifel geboren. Seine Eltern waren der Viehhändler Karl (geboren am 5. April 1891 in Königsfeld) und Theresia (Therese) Gottschalk (geboren am 5. September 1899 in Königsfeld). Günther hatte vier Geschwister: Johanna, genannt Hanna (geboren am 1. April 1922), Gerta (geboren am 1. November 1923), Margot (geboren am 26. Juli 1935) und Manfred (geboren am 19. August 1937). Die älteste Schwester, Johanna, wurde am 28. Oktober 1936 nach Sinzig abgemeldet.

Dem Vater, Karl Gottschalk, war 1937 wegen angeblicher Betrügereien und überhöhter Gewinne die Handelserlaubnis als Viehhändler entzogen worden. Im Zuge des Novemberpogroms wurde er verhaftet und am 15. November 1938 ins Konzentrationslager Dachau überführt und dort bis zum 6. Dezember 1938 inhaftiert. Bis zur Deportation der Familie hat Karl Gottschalk als Knecht auf dem Gut Schloss Ahrental bei Sinzig gearbeitet.

Am 10. Februar 1940 wurde der siebenjährige Günther Gottschalk von Köln kommend in Düsseldorf unter der Adresse Grafenberger Allee 78 angemeldet. Das Haus in der Grafenberger Allee gehörte der Synagogengemeinde Düsseldorf und fungierte zunächst als Gemeindehaus. Nach der Zerstörung der Synagoge und des Schulgebäudes auf der Kasernenstraße während der Pogromnacht vom 10. November 1938 fand dort auch der Unterricht der Jüdischen Volksschule statt. Es ist gut möglich, dass Günther hier ein Jahr zur Schule ging.

Am 30. Oktober 1941 wurde Günther aus dem Hausbuch Grafenberger Allee 78 mit dem Hinweis: „nach Königsfeld“ wieder ausgetragen. Seine Familie hat die Judenverfolgung der Nationalsozialisten nicht überlebt.

Das einzige Lebenszeichen hat sich von Hanna Gottschalk erhalten. Am 23. Oktober 1941 war sie von Köln ins Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert worden. Am 8. Dezember 1941 schrieb ihre Verwandte Johannette Haber (geborene Gottschalk, 1897 in Königsfeld) aus Łódź an die Witwe Franziska Gottschalk, geborene Baer, und deren Sohn Erich in Sinzig: „Hanna ist gerade bei uns zu Besuch. […] Hanna hatte bereits eine Geldsendung von Königsfeld.“ Im Zuge der „Aussiedlungen“ aus dem Ghetto von Łódź im Mai 1942 wurde Johanna Gottschalk ins Vernichtungslager Chełmno gebracht und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

THORSTEN POMIAN: „BUENOS DIAS, MEIN FÜHRER!“ – DER DEUTSCHE FUSSBALL-BUND UND DIE FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT IN ARGENTINIEN 1978
Dienstag, 18. Juni 2024 um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte an der Marktstraße 2 (Innenhof)

Während der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 herrschte in Argentinien eine mörderische Militärdiktatur. Thema des Vortrags sind die Kontroversen und Skandale im Vorfeld und während des Turniers, das für die bundesdeutsche Nationalmannschaft mit der „Schmach von Cordoba“ ein enttäuschendes Ende fand. Die politische Instrumentalisierung dieses sportlichen Großereignisses durch die Militärjunta wurde von vielen kritisiert, aber auch von manchen in Abrede gestellt – hier lassen sich deutliche Parallelen zu aktuellen Diskussionen um Sportswashing erkennen.

Der Historiker Thorsten Pomian ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und beschäftigt sich seit mehr als zwanzig Jahren in Forschung und Lehre mit sportgeschichtlichen Themen.

Die Veranstaltungsreihe „Taktisches Manöver“ ist eine Kooperation der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und dem Erinnerungsort Alter Schlachthof. In Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf und dem Jugendring Düsseldorf. Einen Überblick über alle Veranstaltungen zur UEFA EURO 2024 in der Bundesrepublik findet Ihr unter www.fussballunderinnerung.de