„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

begegnen und bewahren

Unsere Sammlung

Das Archiv der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf ist Ausgangspunkt vieler Bereiche unserer Arbeit. Ausstellungen, Bildungskonzepte oder Veranstaltungen funktionieren nicht ohne unsere Sammlung. Durch die diversen Lebensgeschichten, Familienfotos und Dokumente werden historische Erzählungen erst anschaulich. Würdiges Gedenken können wir mit unserer Sammlung ermöglichen. Wir danken allen sehr herzlich, die uns mit ihren persönlichen Erinnerungen, Fotos und Dokumenten beschenkt haben oder in Zukunft beschenken!

Hildegard Jakobs
Immo Schatzschneider

Unser Schatz

Die Lebensgeschichten

Das Herz unserer archivalischen Sammlung sind die Spuren von Menschen, die in Düsseldorf gelebt und einen Teil der Jahre der nationalsozialistischen Diktatur miterlebt haben. Sie wurden verfolgt, mussten fliehen oder wurden ermordet. Andere leisteten Widerstand, wurden verhaftet oder halfen mutig ihren verfolgten Mitmenschen.
Wieder andere standen trotz beobachteten Unrechts untätig oder emotionslos in der Zuschauermenge. Einige wurden aktiv im Sinne des Unrechtsystems. Auch diese Menschen gilt es zu benennen.

Sie alle haben mit ihrem Leben und ihren Entscheidungen Spuren hinterlassen, die wir als Gedenkstätte sammeln, archivieren und für die Nachwelt bewahren. Wir hatten das Glück, dass wir viele Zeitzeuginnen und Zeitzeugen noch kennenlernen und interviewen konnten. Diese Interviews sind der wahre Schatz der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

QUEERE LIEBE IM HOLOCAUST. EIN VORTRAG VON DR. ANNA HÁJKOVÁ
Dienstag, 21. April, um 18:30 im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Wo sind die Geschichten der großen queeren Liebe in der Shoah? Queere Geschichte des Holocaust, also die Frage nach gelichgeschlechtlichem Verlangen unter den Holocaustopfern, ist bis vor kurzem eine Leerstelle geblieben. Anna Hájková erklärt, weshalb die Geschichte der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Shoah lange ausgeklammert und marginalisiert worden ist und wie ihre Rückkehr in das kollektive Gedächtnis eine inklusive und feministische Geschichte dieses Genozids anbieten kann. Die erweiterte Auflage ihres Buches „Menschen ohne Geschichte sind Staub“ basiert auf originärer und umfangreicher Archivforschung und bietet einen prägnanten Einblick in die queere Geschichte des Holocaust für Anfänger:innen und Fortgeschrittene.

Dr. Anna Hájková ist Reader of Modern European Continental History an der University of Warwick. Sie ist Pionierin der queeren Holocaustgeschichte und ihr neues Buch, „Menschen ohne Geschichte sind Staub: Queeres Verlangen im Holocaust“ wurde als eines der wichtigsten queeren Sachbücher von 2024 bezeichnet.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.