„Courage ist der wichtigste        
        aller Werte, denn ohne ihn
kannst Du auch alle anderen      
      nicht konsequent leben.“ Maya Angelou

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Das vielseitige Bildungsangebot der Mahn- und Gedenkstätte richtet sich an Kinder und Jugendliche, Erwachsene und Senior*innen, aus Düsseldorf und der Region kommend, aber auch an Besucher*innen aus dem In- und Ausland. Die Beschäftigung mit historischen Biografien, kreative didaktische Zugänge und nicht zuletzt die unmittelbare Verbindung zur Düsseldorfer Ortsgeschichte bilden die Grundlage unserer verschiedenen Formate. Neben Führungen und historischen Stadtrundgängen bieten vor allem Workshops – digital oder vor Ort in der Gedenkstätte – vertiefende Zugänge zu den in der Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus“ präsentierten Biografien.

Anfrageformular für Bildungsangebote

Anna Schlieck Wissenschaftliche Mitarbeiterin Leitung Bildungsarbeit, Projekte, didaktische Konzeption Tel.: 0211 89 22269 anna.schlieck@duesseldorf.de
Jona Winstroth Wissenschaftlicher Mitarbeiter Entwicklung pädagogische Konzepte Tel.: 0211 89 24246 jona.winstroth@duesseldorf.de
Anna Schlieck
Jona Winstroth

Themenkoffer 1

17 Kinder und Jugendliche und ihre Lebensgeschichten, oder: Julo Levin und die Kinderzeichnungen

Im Koffer findet Ihr siebzehn Bilder, die jüdische Kinder und Jugendliche aus Düsseldorf in den 1930er Jahren gemalt haben. Sie entstanden im Kunstunterricht der Jüdischen Volksschule, den der Künstler Julo Levin leitete. Ein Lehrer war er eigentlich nicht, aber die Nazis verboten ihm nach 1933 als Künstler zu arbeiten.
Im Koffer findet Ihr Informationen, Fotos, Erinnerungen und Dokumente zu Julo Levin und den siebzehn Schülerinnen und Schülern. Ihr erfahrt, wie es ihnen in der Nazi-Zeit erging. Wer überlebte, wer musste fliehen und wer wurde ermordet? Wie kann man ihre Spuren in der Stadt finden? Gleichzeitig erfahrt Ihr viel über Kunst und verschiedene Maltechniken, die die Kinder genutzt haben. Ihr könnt alles selber ausprobieren. Vielleicht seid Ihr auch richtige Künstler:innen…

  • Ein Museumskoffer für Kinder und Jugendliche. Das Material ist auch für den inklusiven Unterricht geeignet. Es kann bis zu vier Wochen ausgeliehen werden.
    Die Leihgebühr beträgt 30 Euro. Als Pfand müssen 50 Euro hinterlegt werden. Abholung und Rücktransport sind eigenständig zu organisieren.

Themenkoffer 2

Jüdische Kindheit in Düsseldorf: Gestern und heute

Vier Kinder stehen im Mittelpunkt dieses Museumskoffers: Ellen, Hanna, Gerd und Werner. Sie sind in Düsseldorf geboren und zur Schule gegangen. Sie haben sich in der Stadt wohlgefühlt – bis 1933 Adolf Hitler an die Macht kam. Ihr Leben und das ihrer Familien änderten sich plötzlich. Ihre Freundinnen und Freunde wollten nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie mussten die Schule wechseln. Hanna, Gerd und Werner können nach England ausreisen und sind vorläufig gerettet. Ellen flieht mit ihren Eltern in die Niederlande und wird später gegen ihren Willen in ein Ghetto gebracht. Alle vier Kinder haben überlebt.
Im Koffer sind Informationen, Fotos, Erinnerungen und Objekte zu den Kindern. Ihr könnt damit Themen wie Freizeit und Schule, aber auch Ausgrenzung und unterschiedliche Wege aus Deutschland kennen lernen. Was fanden die Kinder am schönsten in Düsseldorf? Wo war die Jüdische Schule früher? Gibt es heute eine Jüdische Schule in Düsseldorf?

  • Ein Museumskoffer für Kinder und Jugendliche ab 9 Jahren. Das Material kann bis zu vier Wochen ausgeliehen werden. Die Leihgebühr beträgt 30 Euro. Als Pfand müssen 50 Euro hinterlegt werden. Abholung und Rücktransport sind eigenständig zu organisieren.

Themenkoffer 3

Antisemitismus, nein danke! Ein Koffer voller Argumente

Überall wird über Antisemitismus berichtet. Aber was ist das überhaupt?
Gibt es ihn aktuell noch? Wenn ja, welche Formen nimmt er an? Wie kann ich dagegen vorgehen?
Im Koffer findet Ihr Informationen über Antisemitismus und seine Formen, Hinweise, Übungen und Spiele, die Euch dabei helfen, diese Art der Judenfeindschaft zu erkennen und eine eigene Haltung dazu zu entwickeln. Warum ist es wichtig, auf die Sprache zu achten? Wie kann ich mich verhalten, wenn antisemitische Äußerungen in meinem Umfeld gemacht werden? Kann ich Betroffenen helfen?

  • Ein Museumskoffer für Jugendliche ab 14 Jahren. Das Material kann bis zu vier Wochen ausgeliehen werden.
    Die Leihgebühr beträgt 30 Euro. Als Pfand müssen 50 Euro hinterlegt werden. Abholung und Rücktransport sind eigenständig zu organisieren.

Themenkoffer 4

Verwaltung im Nationalsozialismus – Didaktische Materialien

Das Verwaltungswesen war auf vielfältige Art und Weise als Akteur in die NS-Verfolgungspolitik involviert. Im Museumskoffer findet Ihr fünf Mappen mit didaktischen Materialien, die sich expliziert mit dem Thema „Verwaltung im Nationalsozialismus“ auseinandersetzen: Allgemeine Verwaltung, Reichspostdirektion, Finanzamt, Gesundheitsamt, Baupolizei und Liegenschaftsamt.

Anhand ausgewählter Dokumente und Quellen werden während des dreistündigen Workshops die Biografien Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger aufgezeigt, die von den Behörden diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden. So sorgten u.a. die Gesundheitsämter für massenhafte Zwangssterilisierungen vermeintlich „Erbkranker“, die Finanzämter organisierten den fiskalischen Raub und die Enteignung der jüdischen Bevölkerung, die Reichspostdirektion überwachte den Briefverkehr von Regimegegnern und anderer verdächtiger Personen und die Bau- und Liegenschaftsämter waren an dem Bau von sogenannten „Zigeunerlagern“ beteiligt. Ziel dieses Workshops ist es, für das Thema „Verwaltung im Nationalsozialismus“ zu sensibilisieren und die Ereignisse in den historischen Kontext einzuordnen. Ferner bietet das pädagogische Material zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten für Diskussionen zu gegenwärtigen Themen. Die Bildungsmaterialien eignen sich sowohl für Mitarbeiter:innen und Auszubildende der Verwaltung, als auch für Schüler:innen und Studierende, die sich mit dem Themenbereich Verwaltung und Verfolgung im Nationalsozialismus auseinandersetzten wollen.

  • Ein Museumskoffer für Jugendliche ab 16 Jahren. Der Koffer wird bei Besuchen in der Mahn- und Gedenkstätte eingesetzt.

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.