„Was man verstehen
gelernt hat,
        fürchtet man nicht mehr.“ Marie Curie

Wo und Wann?

Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Mühlenstraße 29
40213 Düsseldorf

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag und Sonntag: 11 bis 17 Uhr
Samstag 13 bis 17 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt frei.

Katalog zur Sonderausstellung

Molari im Heinefeld. Bilder und Erzählungen von Otto Pankok. Spurensuche zu Düsseldorfer Sinti und Sintizze

Frisch bei uns eingetroffen: der Katalog zur Sonderausstellung “Molari im Heinefeld. Bilder und Erzählungen von Otto Pankok. Spurensuche zu Düsseldorfer Sini und Sintizze im Heinefeld.”

Er beinhaltet die Ausstellungstexte und zusätzliche Informationen, zahlreiche Abbildungen, Dokumente und Fotos.
Der Katalog umfasst 112 Seiten und ist für 16,80 Euro in der Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, erhältlich.

Mitglieder des Förderkreises können ihn zum Sonderpreis von 12,- Euro in der Geschäftsstelle/Verwaltung (Mühlenstraße 6) zu den üblichen Bürozeiten (Mo-Fr 9-16 Uhr) erwerben.

Hörbuch: "Meine vier Leben."

"Meine vier Leben. Aus Czernowitz über Amsterdam nach Düsseldorf – wider das Vergessen" Gelesen von Axel Gottschick. Mit Originaleinspielungen von Herbert Rubinstein und mit Musik von Jan Rohlfing

Dieses Hörbuch ist ein Zeugnis in Musik und Sprache über die Liebe. Es beginnt in Czernowitz in der heutigen Ukraine. Herbert Rubinstein erzählt darin sein Leben. Er wurde 1936 in Czernowitz geboren, wo er den Holocaust knapp überlebte. Seine Kindheit war überschattet vom Leben im Ghetto, der Angst vor den Deportationen und des Verlusts. Herbert Rubinstein erzählt seine Geschichte, damit nichts vergessen wird. Er erzählt sie mit der ihm eigenen großherzigen Menschenliebe. Liebe ist auch die stets wachende und lebendige Erinnerung an all diejenigen, die nicht mehr sind; deren Leben endete, bevor sie ihre Stimme erheben konnten. Was sie erlebten, ist auch heute wieder von beklemmender Aktualität. Der Komponist und Musiker Jan Rohlfing hat Herbert Rubinsteins Erinnerungen, Erfahrungen und Gedanken zusammen mit einem hochrangigen Ensemble in eine musikalische Erzählung verwandelt, die dem Unsagbaren Raum gibt und dem Wunsch nach Frieden und Freiheit eine Melodie der Zuversicht.
In einer Zeit, in der Antisemitismus unter fadenscheinigen Argumenten wieder salonfähig zu werden beginnt, widersetzt sich unser Hörbuch dem Vergessen und erinnert an die Opfer des Holocausts. Zugleich erinnert es an unsere Verantwortung im Hier und Jetzt, unsere rechtsstaatliche Demokratie, unsere Freiheit und unsere Werte gegen Antisemiten, autokratische Imperialisten und reaktionäre Ideologen zu verteidigen.

Die Ukraine, ihre Kultur und ihre Identität werden durch den brutalen russischen Angriffskrieg bedroht. Um den in Not geratenen Menschen zu helfen, hat sich der Düsseldorfer Stadtrat für eine Städtepartnerschaft mit der Ukraine eingesetzt. Diese Partnerschaft wurde Anfang September 2022 als Zeichen der Solidarität mit der Ukraine besiegelt

Die CD kostet 19,80 € und ist in der Mahn- und Gedenkstätte erhältlich. Das 24-Seitige Booklet umfasst unter anderem ein Vorwort von Dr. Stephan Keller (Oberbürgermeister Düsseldorf), ein Grußwort von Dr. Bastian Fleermann (Leiter der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) und von Mykola Kushnir (Leiter des Museums für Jüdische Geschichte und Kultur der Bukowina in Czernowitz).

Dokumentation "Genauso wie du und ich"

Ein Projekt mit der VHS Düsseldorf

Schon einmal auf unserem Vimeo Account vorbeigeschaut? Da gibt es die Kurz-Dokumentation von Jacquelyn Altman und Naomi Wise zur Familie Altmann.

Seit heute ist auch der Film “Genauso wie du und ich” verfügbar: Anlässlich des Gedenkens an das Novemberpogrom von 1938 setzten sich Teilnehmende der VHS Düsseldorf / Abteilung Schulische Weiterbildung im September 2022 intensiv mit der Geschichte der Düsseldorfer Familie Altmann auseinander. In mehreren Workshops in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf spürten die Jugendlichen dem Leben von David und Johanna Altmann und ihrem Sohn Alfred nach – sie gingen an die Wohnorte der Familie, lasen Briefzeugnisse und informierten sich über die Ereignisse in Düsseldorf während der NS-Zeit.

Familie Altmann lebte bis 1941 in Düsseldorf – sie betrieben ein Bekleidungsgeschäft auf der Königsallee, später einen Modesalon auf der Blumenstraße. Nach dem Novemberpogrom von 1938 entschlossen sich David und Johanna Altmann dazu, ihren Sohn Alfred mit einem Kindertransport nach Großbritannien zu schicken. Sie selbst wurden am 27. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt/Lodz deportiert. David und Johanna Altmann wurden im August 1944 im Vernichtungslager Auschwitz ermordet; Alfred überlebte.

Während ihres Projekts wurden die Teilnehmenden filmisch von Daniel Gräbner begleitet. Der Film “Genauso wie du und ich.” dokumentiert die persönliche Auseinandersetzung der Jugendlichen mit der Geschichte der Familie Altmann, lässt die Jugendlichen aber auch selbst mit ihren Einschätzungen und Gedanken zu Wort kommen.


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Sondernewsletter zum 9. November

Liebe Freund:innen und Förder:innen der Mahn- und Gedenkstätte,

der November steht vor der Tür und damit die für uns in der Gedenkstätte arbeits- und ereignisreichste Zeit des Jahres: das Gedenken an den Novemberpogrom. Sie alle, die Sie unserem Hause verbunden sind, wissen, dass dies in jedem Jahr mehr ist als „nur“ eine Gedenkveranstaltung am 9. November. Es hat gute Tradition, dass wir gemeinsam mit der Katholischen Kirche in Düsseldorf, dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Düsseldorf e.V. einen Arbeitskreis bilden, der vielfältige Formen des Gedenkens anbietet.
Dazu gehört auch, dass dieser Arbeitskreis nach Möglichkeit Überlebende und deren Nachfahren nach Düsseldorf zum Gedenken einlädt. Wir freuen uns sehr, dass in diesem Jahr Jacquelyn Altman aus Toronto, Kanada, die Einladung angenommen hat. Sie ist die Enkelin von Johanna und David Altmann, die am 27. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt/Łódź deportiert und 1944 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurden.

Die Deportation nach Litzmannstadt/Łódź war die erste aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf. An dem historischen Datum dieser Deportation, am 27. Oktober 2022, wird Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller um 11.15 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus die Ausstellung der Arolsen Archives „#LastSeen – Bilder der NS-Deportationen“ eröffnen. Dazu möchten wir Sie sehr herzlich einladen.

Ebenso herzlich möchten wir Sie zu den verschiedenen Veranstaltungen in Erinnerung an den Novemberpogrom in Düsseldorf einladen. In diesem Jahr hat unser Arbeitskreis, gemeinsam mit weiteren Partner:innen, diese Angebote in einem gemeinsamen Programm gebündelt und gestalten lassen. Die Ausstellung „#LastSeen“, Filmpräsentationen, Theater, Gespräche, ein Vortrag, der Gedenkgang und der Gedenkgottesdienst sind diesmal unter anderem dort zu finden. Es gibt In- und Outdoor-Veranstaltungen sowie analoge und digitale Formate.

Wir würden uns freuen, wenn auch für Sie etwas dabei ist!

Mit herzlichen Grüßen
Dr. Bastian Fleermann, Hildegard Jakobs und das gesamte Team der Gedenkstätte


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NEUE MATERIALIEN

Workshop „Verwaltung im Nationalsozialismus“ Ab sofort buchbar

Seit vielen Jahren besuchen die neuen Auszubildenden der Stadtverwaltung Düsseldorf in ihren Einführungswochen die Mahn- und Gedenkstätte, um dort zu den Themen Verwaltung in Diktaturen und Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Verantwortung zu lernen. Jetzt hat die Mahn- und Gedenkstätte didaktische Materialien erarbeitet, die verschiedene Perspektiven auf das Verwaltungshandeln während der NS-Zeit ermöglichen.

Die Materialien dienen zur Begleitung eines rund dreistündigen Workshops mit dem Titel “Verwaltung im Nationalsozialismus“. Dieser soll Teilnehmer:innen für das Thema sensibilisieren und die Rolle sowie den Einfluss des Verwaltungswesens bei der Verfolgung und Diskriminierung von Menschen in der NS-Diktatur vermitteln. Ferner bietet das Bildungsmaterial zahlreiche Anknüpfungsmöglichkeiten für Diskussionen zu gegenwärtigen Themen.

Die Gedenkstätte bzw. die Mühlenstraße 29 hat eine besondere Beziehung zur Verwaltung: Während der NS-Zeit befanden sich in diesem Gebäude neben NS-Organisationen, wie der Gestapo oder der 20. SS-Standarte, auch verschiedene Ämter und Dienststellen der Düsseldorfer Stadtverwaltung sowie das Wehrbezirkskommando.
Insgesamt wurden fünf didaktische Mappen ausgearbeitet: Anhand ausgewählter Dokumente und Quellen werden die Biografien Düsseldorfer Bürgerinnen und Bürger aufgezeigt, die von den Behörden diskriminiert, verfolgt und ermordet wurden. So sorgten unter anderem die Gesundheitsämter für massenhafte Zwangssterilisierungen vermeintlich “Erbkranker”, die staatlichen Finanzämter organisierten den fiskalischen Raub und Enteignung der jüdischen Bevölkerung, die Reichspostdirektion überwachte den Briefverkehr von Regimegegnern und anderer “verdächtiger” Personen und die Bau- und Liegenschaftsämter waren an dem Bau von sogenannten “Zigeunerlagern” beteiligt.

Die Workshops mit den Materialien und Vorlagen eignen sich sowohl für Mitarbeiter:innen und Auszubildende der Verwaltung als auch für Schüler:innen und Studierende, die sich mit dem Thema Bürokratie und Verfolgung im Nationalsozialismus auseinandersetzen wollen.

Buchungen und weitere Informationen über Nicole Merten 0211 8996205 oder nicole.merten@duesseldorf.de sowie Milena Rabokon unter milena.rabokon@duesseldorf.de

Digitales Gedenken

Das Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf Zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 bis 1945

Am 18. Mai 2022 haben wir das Digitale Gedenkbuch für die Düsseldorfer Opfer des Holocaust mit 2.633 Namen und vielen bereits fertigen Biografien online gestellt. Projektleiterin Hildegard Jakobs und Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller präsentierten die Homepage der Presse.
Hildegard Jakobs, stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte: “Eine Homepage ist kein gedrucktes Buch. Es ist viel eher ein Prozess. Wir werden die Seite permanent weiterpflegen und ergänzen, so dass im Laufe der kommenden Jahre möglichst alle Menschen mit einer kurzen Biografie gewürdigt werden.”

Zum Projekt: Der Kulturausschuss hatte am 4. März 2021 die Entwicklung eines Online-Gedenkbuches beschlossen und die Mahn- und Gedenkstätte mit der Arbeit beauftragt. Die Homepage ist unter den drei Domains www.gedenkbuch-duesseldorf.de , www.holocaust-memorial-duesseldorf.de sowie www.duesseldorfer-gedenkbuch.de gleichermaßen erreichbar.

Das Gedenkbuch fußt auch auf den umfangreichen Vorarbeiten der Historikerinnen Dr. Barbara Suchy und Angela Genger, Leiterin der Gedenkstätte von 1988 bis 2010.
Eine Ausführliche Beschreibung und weitere Forschungsprojekte, finden Sie unter dem Tab “Archiv/Forschungsprojekte”


zum Gedenkbuch geht es hier

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.