“Wir müssen für die
                   Freiheit planen
und nicht für die          
Sicherheit.“ Karl Popper

besuchen, begegnen und informieren

Hier finden Sie alle aktuellen Informationen rund um die Geschehnisse in der Mahn- und Gedenkstätte.
Unter “Aktuelles” werden sie mit Meldungen zu Öffnungen an Feiertagen, Projekten, pädagogischen Materialien, Veröffentlichungen, Begegnungen und vieles mehr versorgt. Wenn sie wissen möchten, was sie bei einem Besuch an laufenden oder kommenden Ausstellungen erwartet, sowie Termine zu Führungen und unterschiedlichen Veranstaltungen schauen sie einmal unter “Sonderausstellung” und “Veranstaltungen” nach.
Einen ausführlichen Überblick zu unseren Veröffentlichungen bekommen sie unter “Publikationen”. Sie können jedes Buch bei uns in der Gedenkstätte erwerben. Entweder vor Ort oder Sie senden eine Bestellung via Mail an unsere Kollegin Frau Plavcic unter

Anfragen zu Führungen und Workshops für Jugendliche und Erwachsene richten Sie bitte direkt an die Kolleg:innen unter „Bildungsangebote“
Gruppen können unser Haus nur mit Anmeldung besuchen!

MAHN- UND GEDENKSTÄTTE DÜSSELDORF
Adresse Mühlenstraße 29
40213 Düsseldorf
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag, Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 17:00 Uhr



Der aktuelle Newsletter ist da!

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LIEBE MUG-COMMUNITY,

letzten Donnerstag hatte ich mir ein paar Stichworte für dieses Newsletter-Intro notiert, die heute aber hinfällig sind. Ich möchte Ihnen gerne etwas Persönliches erzählen, was mir am gestrigen Sonntag passiert ist.

Gestern früh um sieben Uhr sind unser Hund Ginsburg und ich zur klassischen Morgenrunde aufgebrochen. Im Park ging plötzlich ein Mann, viel zu nah, hinter uns. Nach ein paar Metern hat er lautstark begonnen, eine Sprachnachricht aufzunehmen. Der Person am anderen Ende sagte er: „Männer, die sich anziehen wie Frauen und so sein wollen, und Frauen, die sich wie Männer anziehen und so sein wollen – die gehören alle erschossen! Früher wurde das geregelt.“. Mein erster Impuls war umdrehen und dagegenhalten. So bin ich gerne. Gerne mal zu laut und schnippig bei solchen Kommentaren. Nicht gestern. Ich habe den Mund gehalten. Ich weiß, wenn es sein muss, wächst Ginsburg dreimal über sich hinaus… Ich habe den Mund gehalten und zum Taxistand geschaut. Keiner da. Dann zum Hotel – zum Glück Leute. Ich bin schneller gegangen. Er hat noch etwas vor sich hingepöbelt und ist Richtung Altstadt abgebogen. Ich habe durchgeatmet und den Hund getätschelt.

Dieser kurze Moment von vielleicht drei Minuten hat mich den ganzen Tag beschäftigt. Vor allem meine Reaktion, die so atypisch war. Ich bin irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass Berlin und der Angriff auf die queere Community mir tiefer in den Knochen sitzen als gedacht. Haben Sie die Kommentarspalten auf Social Media gelesen? „Die gehören vergast“, „gut so, hätten noch mehr sein können“ – und das sind die harmlosen. Der katholische Pfarrer Winfried Abel aus Hünfeld-Großenbach kommentierte den Anschlag öffentlich als „Signal des Himmels“ und „Aufruf zur Besinnung und zur Umkehr“. Alles zu lesen in der „Fuldaer Zeitung“. Es wird nicht einfacher, Teil der Community und katholisch zu sein.
Dann gab es eine intensive Auseinandersetzung und das Verschwimmen von Fakten. Islamismus und Islam wurden verschmolzen, und bei allen Diskussionen wurden die Opfer in die zweite, dritte, vierte Reihe gedrängt. Es wurde vom Anschlag auf „unsere vielfältige Gesellschaft“ und „die Freiheit“ gesprochen. Ja, das war es! Was dieser Anschlag aber auch war, war ein Angriff auf eine ganz bestimmte Gruppe. Wie schwer fiel es Menschen, Worte wie „queer“ oder „LSBTIQ+“ zu verwenden. Ziel des Attentäters war es, queere Personen zu verletzen oder zu töten. Menschen, die zusammen demonstriert und gefeiert haben. In dieser Tat und Trauer wurde die Community unsichtbar gemacht.

Um aus dieser Stimmung und Abwärtsspirale herauszukommen, habe ich versucht, an die positiven Erfahrungen zu denken – an Düsseldorf. Wie dankbar ich für einen Oberbürgermeister wie Dr. Stephan Keller bin, der am Morgen nach dem Anschlag aus dem Urlaub heraus sofort die Pride-Flag am Rathaus aufhängen lässt. Der sich regelmäßig mit dem städtischen Divers-Netzwerk trifft, um einfach nur zu hören, „ob alles gut ist“. Ein Oberbürgermeister, der sich bewusst für eine Stolpersteinpatenschaft für einen verfolgten Mann nach Paragraf 175 entschieden hat.
Wieviel es Menschen vergangenen Montag bedeutet hat, dass die Stadt selbst zum Gedenken am Rathaus aufgerufen hat. Wie gut es getan hat, gemeinsam mit dem Team der MuG am Erinnerungsort auf der Apollo-Wiese Blumen niederzulegen und zusammen innezuhalten.

Und dann natürlich die letzten 10 Monate mit der Sonderausstellung „gefährdet leben“. In der Ausstellung und dem Begleitprogramm steckte viel Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Es ist so viel Positives zurückgekommen, was einfach bleiben wird. Alle öffentlichen Führungen waren voll. Es war ein respektvolles und umsichtiges Miteinander. Menschen aus der queeren Community aber auch so viele Personen aus der Dominanzgesellschaft. Menschen jeden Alters. Keine Führung glich der anderen, aber alle waren schön. Mich haben Gespräche berührt, die ich mit Einzelbesucher:innen 70plus hier und da geführt habe, die „Dinge jetzt anders“ sehen. Die jüdische Aktivistin und Freundin unseres Hauses Rivka Young schrieb bei facebook: „Vor einigen Wochen war ich in der Ausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933 bis 1945“ in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
Mich hat erschüttert, wie wenig darüber gesprochen wird und dass queere Menschen bis heute diskriminiert, beleidigt, bedroht und angegriffen werden. Ich merke, dass ich zu diesem Thema viel zu lange still war. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil queeres Leben für mich schon immer ganz selbstverständlich dazugehört. Ich komme aus Köln. Dort bin ich mit dem Satz aufgewachsen, dass es egal ist ob de Huhn bess oder Hahn. Das war für mich nie eine politische Haltung, sondern einfach normal. Ich dachte fälschlicherweise, diese Selbstverständlichkeit sei längst gesellschaftlicher Konsens“. Mehr kann man sich als Kuratorin nicht wünschen. Danke für Deine Worte Rivka!

Und wenn ich jetzt drüber nachdenke, rückt die Episode von gestern immer weiter nach hinten. Die Ausstellung hat gezeigt, wie wichtig es ist Freundschaften und Bande zu bilden. Ein großer Themenblock in der Ausstellung ist dieser Tatsache gewidmet. Wenn es diese Bande und Freundschaften nicht gegeben hätte, wären die Opferzahlen der queeren Community während des Nationalsozialismus noch höher gewesen. Freundschaften und Bande innerhalb der Community, aber vor allem auch außerhalb sind jetzt gerade vielleicht noch wichtiger als jemals zuvor. Lassen Sie uns Bande bilden und offen aufeinander zugehen. Dazu kann es schon gehören die Dinge zu benennen. Wörter wie queer, schwul, lesbisch oder trans zu benutzen. Einfach mal zu gendern. Gendern ist so viel mehr als die weibliche und männliche Form. Gendern kann jemandem ein gutes Gefühl geben. Versuchen sie es doch mal mit diesem Ansatz. Sie geben jemandem ein gutes Gefühl, weil Sie gendern. Sie zeigen jemandem „ich seh dich“. Das ist doch so viel mehr wert als die verbitterte Diskussion darüber, ob es „sprachlich schön“ ist. Sie wünschen sich doch für sich auch, dass sie gesehen und respektvoll behandelt werden.

Die Sonderausstellung der Hirschfeldstiftung läuft noch bis zum 30. August. Nutzen Sie die Chance! Gehen Sie zum ersten oder vielleicht zum zweiten oder dritten Mal in diese Ausstellung. Nehmen Sie Freund:innen mit und setzen Sie so ein Zeichen gegen Queerfeindlichkeit. Ich würde mich freuen!

Sie können mit diesem Newsletter übrigens schon in den Spätsommer und Herbst schauen. Da ist bestimmt was für Ihre Kalender dabei.

Ich wünsche Ihnen einen schönen August. Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie uns treu!

Von Herzen,
ihre
Astrid Hirsch-von Borries


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Unser Außenprogramm 2026 da!

Überblick über unsere Angebote April bis Oktober 2026

LIEBE LESER:INNEN UND FREUND:INNEN DER GEDENKSTÄTTE,

Zahlreiche Mahnmale, Denkmäler, Tafeln oder Stelen erinnern in Düsseldorf seit 1945 an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Unterschiedliche Akteur:innen aus Politik und Kultur, Wissenschaft und Brauchtum haben sich für die Aufstellung dieser Gedenkzeichen engagiert.
Aber wie bekannt sind den Düsseldorfer:innen diese Orte oder die Lebensgeschichten der Menschen dahinter? Und was sehen wir eigentlich nicht? Nicht an alle Menschen oder Ereignisse wird sichtbar im öffentlichen Raum erinnert. Andere Orte wiederum sind konkrete Überreste aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dienen als Ausflugsziele an den Wochenenden.

Die Historikerinnen Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries sind beide begeisterte Stadtspaziergängerinnen und versuchen immer wieder Besucher:innen zu animieren, den Blick in der eigenen Stadt einmal nach oben und unten schweifen zu lassen. Es gibt so viel zu sehen, wenn man weiß wohin der Blick gerichtet sein muss.

Mit unserem neuen Außenprogramm „DAS WAR HIER!“ laden Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries Sie ein, in festes Schuhwerk zu schlüpfen und Düsseldorf einmal anders zu betrachten. Hierzu werden unsere beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen von Gäst:innen begleitet, die eine zusätzliche Perspektive in die Spaziergänge bringen. Mit dabei sind unter anderem Sascha Förster (Theatermuseum Düsseldorf), Christiane Pflug-Schimmel und Stella Hoppmann (Bezirksregierung Düsseldorf) oder Christoph Westermeier (Künstlerverein Malkasten).

Die Teilnahme an allen Spaziergängen ist kostenlos. Wir bitten um telefonische Anmeldung unter 0211 – 89 96205 oder via Mail an .


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Begleitprogramm zur Sonderausstellung

Begleitprogramm zur Sonderausstellung "gefährdet leben. Queere Menschen 1933 bis 1945" und "Queeres Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945" Führungen | Vorträge | Lesungen | Gedenkveranstaltungen

Die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen.
Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Über QR-Codes ist die Ausstellung in englischer Sprache verfügbar. Zusätzlich wurden alle Texte von Dr. Frederike Krenz (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf/Inklusion) in Einfache Sprache übertragen. Der Reader dazu kann an der Aufsicht ausgeliehen werden.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert. Emanzipation, Bürgerrechtsbewegung und die Entwicklung einer lokalen Szene fanden nicht nur in Berlin statt. Auch in Düsseldorf, der modernen Großstadt am Rhein, fasste der „Freundschaftsbund“ Fuß, Lokale etablierten sich und Zeitschriften wie „Die Freundin“ oder „Der Freund“ waren am Zeitschriftenstand zugänglich. Der „Tosca-Palast“ war in aller Munde, und liberaler Rückenwind kam auf.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 endete diese Entwicklung schlagartig. Die Presse wurde verboten und an Tanzabende sowie Treffen in der Öffentlichkeit war nicht mehr zu denken. Die Queere Community wurde gedemütigt, verfolgt und gezwungen, sich zu verstecken.
Am 28. Juni 1935 wurde die Verschärfung des Paragrafen 175 auf den Weg gebracht. Ab September 1935 wurden nicht nur so genannte „beischlafähnliche Handlungen“, sondern allgemein „homosexuelle Handlungen“ kriminalisiert. In einigen Fällen sollten für eine Verurteilung sogar ein flüchtiger Blickaustausch oder ein kurzes Gespräch ausreichen. Im Sommer 1937 verdichtete sich der Terror: Am 28. Juni begannen mit der Festnahme von Karl Carduck und seinen Freunden die Massenverhaftungen vermeintlich homosexueller Männer in Düsseldorf.
Kriminalpolizei, Gestapo und Strafjustiz arbeiteten dabei vernetzt: Allein die Gestapo verhaftete in Düsseldorf etwa 400 Männer wegen „homosexueller Handlungen“. Damit war Düsseldorf die Stadt mit den meisten Festnahmen nach Paragraf 175 in ganz Westdeutschland.

Der Düsseldorfer Teil wurde kuratiert von Astrid Hirsch-von Borries M.A. (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf).

Eingerahmt wird die Schau von der Installation „Zwang und Zeichen“ (#zwangundzeichen) der Installationskünstlerin und Bühnenbildnerin Saskia Holte.


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NEUE SONDERAUSSTELLUNG AB 28. OKTOBER

„gefährdet leben – Queere Menschen 1933 bis 1945“ Eine Ausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld ergänzt um “Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945"

Beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2023 im Deutschen Bundestag standen erstmals die queeren Opfer im Fokus. Die historisch-dokumentarische Ausstellung knüpft an dieses wichtige erinnerungspolitische Signal an und macht das Thema der Ausgrenzung und Verfolgung queerer Menschen in den Jahren 1933 bis 1945 nun einem breiten Publikum zugänglich.

Die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen sowie aktuelle Forschungsergebnisse.
Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird aber nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Über QR-Codes ist die Ausstellung in englischer Sprache verfügbar. Zusätzlich wurden alle Texte von Dr. Frederike Krenz (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf/Inklusion) in Einfache Sprache übertragen. Der Reader dazu kann an der Aufsicht ausgeliehen werden.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert. Emanzipation, Bürgerrechtsbewegung und die Entwicklung einer lokalen Szene fanden nicht nur in Berlin statt. Auch in Düsseldorf, der modernen Großstadt am Rhein, fasste der „Freundschaftsbund“ Fuß, Lokale etablieren sich und Zeitschriften wie „Die Freundin“ oder „Der Freund“ waren am Zeitschriftenstand zugänglich. Der „Tosca-Palast“ war in aller Munde und liberaler Rückenwind kam auf.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 endete diese Entwicklung schlagartig. Die Presse wurde verboten und an Tanzabende sowie Treffen in der Öffentlichkeit war nicht mehr zu denken. Die Queere Community wurde gedemütigt, verfolgt und gezwungen, sich zu verstecken.

Am 28. Juni 1935 wurde die Verschärfung des Paragrafen 175 auf den Weg gebracht und trat im September 1935 in Kraft. Fortan wurden nicht nur so genannte „beischlafähnliche Handlungen“, sondern allgemein „homosexuelle Handlungen“ kriminalisiert. In einigen Fällen sollte für eine Verurteilung sogar ein flüchtiger Blickaustausch oder ein kurzes Gespräch ausreichen. Im Sommer 1937 verdichtete sich der Terror: Am 28. Juni begonnen mit der Festnahme von Karl Carduck und seinen Freunden die Massenverhaftungen vermeintlich homosexueller Männer in Düsseldorf.
Bei der Verfolgung vermeintlicher Homosexueller waren Kriminalpolizei, Geheime Staatspolizei (Gestapo) und Strafjustiz gleichzeitig tätig. Allein die Gestapo verhaftete in Düsseldorf etwa 400 Männer wegen „homosexueller Handlungen“. Damit war Düsseldorf die Stadt mit den meisten Festnahmen nach Paragraf 175 in ganz Westdeutschland.

Der Düsseldorfer Teil wurde kuratiert von Astrid Hirsch-von Borries M.A. (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf).
Eingerahmt wird die Schau von der Installation „Zwang und Zeichen“ (#zwangundzeichen) von der Installationskünstlerin und Bühnenbildnerin Saskia Holte.

Zur Sonderausstellung gibt es ein ausführliches Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen und Vorträgen.

Die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen.

Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert.

Auf Grund der großen Nachfrage, verlängern wir die Ausstellung noch über die Sommerferien bis zum 30. August 2026.
Nach dem 5. Juli bieten wir keine weiteren öffentlichen Führungen an und es können auch keine Führungen mehr gebucht werden.

Das Begleitprogramm wird unterstützt Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V.