“Wir müssen für die
                   Freiheit planen
und nicht für die          
Sicherheit.“ Karl Popper

besuchen, begegnen und informieren

Hier finden Sie alle aktuellen Informationen rund um die Geschehnisse in der Mahn- und Gedenkstätte.
Unter “Aktuelles” werden sie mit Meldungen zu Öffnungen an Feiertagen, Projekten, pädagogischen Materialien, Veröffentlichungen, Begegnungen und vieles mehr versorgt. Wenn sie wissen möchten, was sie bei einem Besuch an laufenden oder kommenden Ausstellungen erwartet, sowie Termine zu Führungen und unterschiedlichen Veranstaltungen schauen sie einmal unter “Sonderausstellung” und “Veranstaltungen” nach.
Einen ausführlichen Überblick zu unseren Veröffentlichungen bekommen sie unter “Publikationen”. Sie können jedes Buch bei uns in der Gedenkstätte erwerben. Entweder vor Ort oder Sie senden eine Bestellung via Mail an unsere Kollegin Frau Plavcic unter

Anfragen zu Führungen und Workshops für Jugendliche und Erwachsene richten Sie bitte direkt an die Kolleg:innen unter „Bildungsangebote“
Gruppen können unser Haus nur mit Anmeldung besuchen!

MAHN- UND GEDENKSTÄTTE DÜSSELDORF
Adresse Mühlenstraße 29
40213 Düsseldorf
Öffnungszeiten Dienstag bis Freitag, Sonntag: 11:00 bis 17:00 Uhr
Samstag: 13:00 bis 17:00 Uhr



Der aktuelle Newsletter ist da!

November und Dezember 2026 Sie wollen immer sofort Bescheid wissen? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter gerne unter "Newsletter Anmeldung" oben links

LIEBE MUG- COMMUNITY,

am kommenden Sonntag und am Montag erinnern wir wieder an die antisemitischen Pogrome vom November 1938: mit einem Gedenkgang, der die Ereignisse ganz plastisch im Stadtteil Kaiserswerth verdeutlicht (Sonntag, 15 Uhr), mit dem traditionellen Gedenken an der Kasernenstraße (Montag, 10:15 Uhr) sowie mit einem Stadtspaziergang durch Pempelfort mit einem besonderen Blick auf die Geschichte der Familie Oppenheimer (Montag, 14:30 Uhr). Hierzu sind Sie alle herzlich eingeladen!

In Zeiten, in denen der Antisemitismus allerorten wächst und drastische Formen annimmt, ist es wichtig, dass die Stadtgesellschaft hier Haltung zeigt.

Und so passt auch unsere neue Sonderausstellung über das Eskalationsjahr 1941 – trotz der langen Spanne von 85 Jahren – in unsere Zeit: Dynamiken von Gewalt und die Steigerung von Terror beruhen immer auf der Entscheidung Einzelner. Das zeigt die Ausstellung in ihren vier Blöcken „Frühjahr“, „Sommer“, „Herbst“ und „Winter“ sehr deutlich. Auch hierzu sind Sie alle eingeladen. Unser neues Format „WEITWINKEL“, in dem wir Angebote machen, die nicht immer in unser klassisches Themenfeld passen, sondern unseren Blick weiten und unsere Perspektive auf unterschiedliche Themen schärfen, hat erfolgreich mit einer Lesung unseres Freundes Tobi Dahmen begonnen. Wir setzen es Mitte November fort – Susanne und Killian Kuhlendahl lesen aus „war doch alles schön“
mit einer weiteren Veranstaltung.

Bleiben Sie uns gewogen und zugewandt.

Auf ein Wiedersehen an der Mühlenstraße und im Beatrice-Strauss-Zentrum,

Ihr

Dr. Bastian Fleermann


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ERINNERUNG AN GARY WOLFF

Mit großer Trauer informieren wir über den Tod unseres Freundes und Weggefährten Gary Wolff. Gary starb am Sonntag, den 13. September 2026, wenige Wochen vor seinem 98. Geburtstag, in Flagstaff, Arizona, im Kreis seiner Familienangehörigen.

Geboren als Günter Richard Wolff am 23. Oktober 1928 in Düsseldorf erlebte er die Zeit des Nationalsozialismus von Anfang an. Seine Eltern, Johanna und Eduard Wolff, betrieben an der Immermannstraße einen Wäschegroßhandel. Der Vater kam aus Kobern an der Mosel, seine Mutter stammte aus Schwarzenau im Wittgensteiner Land und war in Siegen aufgewachsen.

Nach dem Besuch der Jüdischen Volksschule wurde er an seinem 13. Geburtstag nach jüdischem Ritus Bar Mitzva. Nur vier Tage später, am 27. Oktober 1941, wurde die dreiköpfige Familie zusammen mit 1.000 anderen Menschen über den Güterbahnhof Derendorf in das Ghetto Litzmannstadt im deutsch besetzten Lodz deportiert. Dort lebten die drei unter schweren Bedingungen bis zur Auflösung des Ghettos im Sommer 1944. Alle drei kamen nach Auschwitz. Am Ankunftstag sah Günter seine Mutter zum letzten Mal. Der Vater starb an Hunger und Entkräftung. Günter Richard Wolff wurde kurz vor der Befreiung noch „evakuiert“ und überlebte mehrere andere Lager, Zwangsarbeitsstätten und KZ, bis er Anfang Mai 1945 in Theresienstadt befreit wurde.

Seit 1947 lebte er in den USA. Er hat sich dort ein erfolgreiches Leben als Immobilienkaufmann aufgebaut.

Gary Wolff wurde der Mahn- und Gedenkstätte zum Wegbegleiter und Freund. Die Gründungsdirektorin Angela Genger führte mit ihm biografische Interviews und zahlreiche persönliche Gespräche. Er unterstützte das große Forschungsprojekt von Angela Genger und Hildegard Jakobs zur ersten Düsseldorfer Deportation, die er selbst miterlebt hatte. Zuletzt besuchte er seine Geburtsstadt 2011, 2014 und 2020 gemeinsam mit seinen Enkelkindern Julian und Danielle. Gary war ihnen ein liebevoller und warmherziger Großvater, er liebte Pferde und Hunde. Und er hat sich – trotz aller schrecklichen Erfahrungen seiner Jugendzeit und der dabei erlittenen gesundheitlichen Schäden – seinen unverwechselbaren Humor zeitlebens erhalten.

„Für uns ist der viel zitierte Abschied von den Zeitzeugen nicht abstrakt. Gary war für unser Haus und unser Team viel mehr als ein Zeitzeuge und Shoaüberlebender. Er war ein besonderer und herzensguter Mensch, ein guter Freund, den wir niemals vergessen und gleichzeitig sehr vermissen werden“, so Gedenkstättenleiter Dr. Bastian Fleermann. „Wir sind dankbar dafür, ihn gekannt zu haben. Wir trauern mit den Angehörigen.“

Gary Wolff sel. A. ist am 17. September nach jüdischem Ritus beigesetzt worden.

Düsseldorf 1941. Jahr der Eskalation

Die neue Sonderausstellung in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf ab Herbst 2026

Wieso hingen die Morde an psychisch Kranken und der Beginn des Holocaust im Jahre 1941 voneinander ab? Wie sah die Verschärfung der nationalsozialistischen Verfolgungspolitik in Düsseldorf in diesem Jahr konkret aus? Warum begann im Oktober die Deportation der jüdischen Bevölkerung? Wie zeigte sich der Krieg, der im Sommer in den Osten Europas getragen worden war, im Winter in der Stadt?
Diesen Fragen geht die Ausstellung nach. Sie zeigt eine grenzenlose Eskalation der Gewalt und eine dramatische Zuspitzung aufgrund der Kriegslage. Und sie dokumentiert Zusammenhänge und Widersprüche des dritten Kriegsjahres 1941.
Die Besetzung des Balkans und Griechenlands (April), der Angriff auf die Sowjetunion (Juni) und der Eintritt der USA in den Krieg (Dezember) waren einschneidende Ereignisse des Jahres. Die Entscheidung der NS-Führung für die Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden war eng mit diesem Kriegsverlauf verknüpft. Der Krieg schuf die Bedingungen für den Völkermord. Es entfaltete sich eine Dynamik des Tötens. Und Düsseldorf war Teil dieses Geschehens.
Die Imagination einer geschlossenen „Volksgemeinschaft“ wurde aufrechterhalten – während in der Stadt die Massenverbrechen ihren Ausgang nahmen. Das Jahr 1941 war eine Wegmarke von der gespielten Normalität des „Dritten Reiches“ in den Abgrund der Katastrophe.

Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Bastian Fleermann, Dr. Frederike Krenz und Hildegard Jakobs.
Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Unser Außenprogramm 2026 da!

Überblick über unsere Angebote April bis Oktober 2026

LIEBE LESER:INNEN UND FREUND:INNEN DER GEDENKSTÄTTE,

Zahlreiche Mahnmale, Denkmäler, Tafeln oder Stelen erinnern in Düsseldorf seit 1945 an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Unterschiedliche Akteur:innen aus Politik und Kultur, Wissenschaft und Brauchtum haben sich für die Aufstellung dieser Gedenkzeichen engagiert.
Aber wie bekannt sind den Düsseldorfer:innen diese Orte oder die Lebensgeschichten der Menschen dahinter? Und was sehen wir eigentlich nicht? Nicht an alle Menschen oder Ereignisse wird sichtbar im öffentlichen Raum erinnert. Andere Orte wiederum sind konkrete Überreste aus dem nationalsozialistischen Deutschland und dienen als Ausflugsziele an den Wochenenden.

Die Historikerinnen Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries sind beide begeisterte Stadtspaziergängerinnen und versuchen immer wieder Besucher:innen zu animieren, den Blick in der eigenen Stadt einmal nach oben und unten schweifen zu lassen. Es gibt so viel zu sehen, wenn man weiß wohin der Blick gerichtet sein muss.

Mit unserem neuen Außenprogramm „DAS WAR HIER!“ laden Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries Sie ein, in festes Schuhwerk zu schlüpfen und Düsseldorf einmal anders zu betrachten. Hierzu werden unsere beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen von Gäst:innen begleitet, die eine zusätzliche Perspektive in die Spaziergänge bringen. Mit dabei sind unter anderem Sascha Förster (Theatermuseum Düsseldorf), Christiane Pflug-Schimmel und Stella Hoppmann (Bezirksregierung Düsseldorf) oder Christoph Westermeier (Künstlerverein Malkasten).

Die Teilnahme an allen Spaziergängen ist kostenlos. Wir bitten um telefonische Anmeldung unter 0211 – 89 96205 oder via Mail an .


Hier geht´s zum Außenprogramm 2026