“Wir müssen für die
                   Freiheit planen
und nicht für die          
Sicherheit.“ Karl Popper

Susi Stein, geborene Manes

Ostendorfstraße 10

Oskar Manes wurde am 26. Januar 1858 in Düsseldorf geboren. Er heiratete Else (geborene Lobethal, geboren am 11. März 1865 in Breslau), mit der er drei Kinder bekam, die alle in Düsseldorf geboren wurden: Paul (geboren am 15. September 1891), Margarete (später verheiratete Ferber, geboren am 3. Dezember 1892) und Susi (später verheiratete Stein, geboren am 17. April 1899). Die Familie wohnte lange Zeit im eigenen Haus in der Ostendorfstraße 10.

1920 war Oskar Manes Gründungsmitglied der Düsseldorfer Industrie- und Handelskammer, 1924 bis 1929 saß er als Stadtverordneter für die Deutsche Demokratische Partei (DDP) im Düsseldorfer Stadtrat. In der Jüdischen Gemeinde war er Repräsentationsvorsteher und von 1918 bis 1927 auch im Vorstand der Synagogengemeinde. Sein 70. Geburtstag im Januar 1928 wurde in der Chronik des Düsseldorfer Adressbuches vermerkt. Spätere „runde“ Geburtstage fielen in die NS-Zeit und wurden nur noch in der Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf in ausführlichen Artikeln gewürdigt.

Am Tage von Oskar Manes’ 81. Geburtstag – dem 26. Januar 1939 – starb seine Frau. 1941 musste Manes von der Ostendorfstraße 10 in eine kleinere Wohnung im Haus Düsselkämpchen 2 umziehen. Dorthin kam die Benachrichtigung seiner „Umsiedlung“ ins Ghetto Theresienstadt am 21. Juli 1942. Den Transport überlebte er nicht: Sein Tod wird mit dem Datum vom 22. Juli 1942, dem Tag der Ankunft dieser Deportation, in Theresienstadt vermerkt. Sein Vermögen von über 57.000 Reichsmark wurde von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) eingezogen und auf das Sonderkonto ‘W’ eingezahlt.

Seine Kinder waren bereits vor ihm in drei verschiedene Ghettos deportiert worden: Paul Manes starb am 11. Mai 1942 im Ghetto Litzmannstadt/Łódź. Seine Frau Margarethe wurde am 5. Juli 1944 aus dem Ghetto ins Vernichtungslager Kulmhof/Chełmno gebracht und ermordet. Die Tochter Margarete wurde mit ihrem Ehemann Leopold Ferber (geboren 1880) am 10. November 1941 von Wuppertal über Düsseldorf ins Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Die jüngste Tochter, Susi Stein, wurde am 13. Dezember 1941 mit ihrem Ehemann von Bielefeld aus ins Ghetto von Riga gebracht. Auch sie überlebten nicht.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

WEITWINKEL – TOBI DAHMEN LIEST AUS AL-FAZIA´ – DAS GRAUEN
Sonntag, 25. Oktober 2026, um 15 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)

Al-Fazia‘ – Das Grauen. Ein Leben zwischen Widerstand und Hoffnung – mitten im syrischen Bürgerkrieg

Als Akram Al Saud 2010 erstmals verhaftet wird, ist er 19 Jahre alt und Architekturstudent in Aleppo. Was folgt, sind Jahre der Gewalt, der Haft und des Terrors. Dennoch lebt in ihm der ungebrochene Wille, für ein freies Syrien zu kämpfen. Tobi Dahmen hat Al Sauds Geschichte auf Grundlage persönlicher Gespräche in eindringliche Bilder übersetzt und schafft damit ein Werk, das weit über eine biografische Erzählung hinausgeht.

Die Graphic Novel zeigt, wie Kunst das Unsagbare fassbar machen kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen Zeichner und Zeitzeuge ist selbst Teil der Geschichte – ein seltenes Dokument menschlicher Widerstandskraft. Ein umfangreicher Anhang beleuchtet die historischen Hintergründe des syrischen Bürgerkriegs und die Entstehung dieses außergewöhnlichen Projekts. Eine erschütternde und zutiefst menschliche Geschichte über Mut, Verlust und den Glauben an Freiheit.

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FRAUENORTE NRW – EIN FRAUENORT FÜR DIE DÜSSELDORFER WIDERSTANDSKÄMPFERIN CILLY HELTEN
Montag, 26. Oktober 2026, um 15 Uhr am Fürstenwall/Ecke Edith-Fürst-Straße

„Allen Widerständen zum Trotz – Cilly Helten hatte die glühende Hoffnung auf eine gerechte Welt“ – schrieb die Sozialdemokratin Rosa Jochmann in ihrem Nachruf auf Cilly Helten.
Am 26. Oktober bekommt Düsseldorf seinen dritten FrauenOrt. In der Nähe des Polizeipräsidiums in Unterbilk wird in Zukunft an die Widerstandskämpferin Cilly Helten erinnert. Bezirksbürgermeister Thorsten Graeßner wird die Anwesenden begrüßen. Sarah Gonschorek, Vorständin FrauenRat NRW e.V., stellt das Projekt und seine Bedeutung vor und die Historikerin Astrid Hirsch-von Borries von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf gibt eine historische Einführung.

Eine gemeinsame Veranstaltung des FrauenRat NRW e.V. mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, dem Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung, dem Stadtarchiv Düsseldorf, des Vermessungs- und Katasteramtes und der Bezirksvertretung 3.