„Courage ist der wichtigste        
        aller Werte, denn ohne ihn
kannst Du auch alle anderen      
      nicht konsequent leben.“ Maya Angelou

Simon Müller

Berger Allee 3

Simon Müller und Flora Müller, geborene Kahn

Flora Müller (geboren am 18. Januar 1878), stammte aus Oberingelheim am Rhein. Dort besaß ihr Vater Moritz Kahn seit 1872 am Markt ein Geschäft für Hüte und Schirme, das Floras Brüder Moritz Eugen und Wilhelm nach dem Tod des Vaters bis zur Pogromnacht 1938 weiter führten. Floras Mann Simon Müller war am 16. August 1878 in Herleshausen geboren worden. In Düsseldorf wohnte das Ehepaar mit seinen Kindern Walter (geboren 1908 in Neunkirchen an der Saar) und Grete (geboren 1910 in Düsseldorf) in der Berger Allee 3.

Simon und Flora Müller besaßen ein Herrenbekleidungsgeschäft in der Bolkerstraße 28a bis 30/32 in der Düsseldorfer Altstadt. Am 22. Juli 1938 schickte Simon Müller an seine Kunden ein Schreiben: „Hiermit erlaube ich mir, Sie zum Besuch meines diesjährigen Sommer-Schluß-Verkaufs einzuladen. […] Es ist dies die letzte Einladung, da mein Geschäft in Kürze in andere Hände übergeht oder ausverkauft wird. […] Daß mir der Abschied von meinem schönen, volkstümlichen Geschäft, welches ich in jahrzehntelanger mühevoller Arbeit aufgebaut habe, schmerzlich ist, werden alle verstehen, die meine Firma kennen. Falls Sie wegen Mangel an Bedarf oder sonstwie verhindert sind zu kommen, sage ich Ihnen hiermit auf diesem Wege verbindlichen Dank und herzlichst Lebewohl, Ihnen alles Gute wünschend mit bester Empfehlung. S. Müller“.

In der Pogromnacht vom 10. November 1938 wurden die Geschäftsräume vollkommen demoliert, das Geschäft musste aufgegeben werden. Simon und Flora Müller zogen am 18. September 1939 nach Duisburg, wo Floras Bruder Eugen Kahn seit 1930 lebte. Ihre Tochter Grete hatte sich am 10. Juni 1939 aus Düsseldorf nach Bolivien abmelden können.

Am 10. Dezember 1941 wurden Simon und Flora Müller über Düsseldorf ins Ghetto von Riga deportiert. Unter welchen Umständen sie starben, wissen wir nicht.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf


LETZTE CHANCE!!!
FÜHRUNG DURCH DIE SONDERAUSSTELLUNG „gefährdet leben – Queere Menschen 1933 bis 1945“
Sonntag, 5. Juli 2026, um 14 Uhr in der Mahn- udn Gedenkstätte

Die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen.

Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert.

Kuratorin Astrid Hirsch-von Borries wird Sie an diesem Sonntag ein letztes Mal durch die Ausstellung begleiten.

Die Teilnahme ist kostenlos und der Zugang ist barrierefrei.
Keine Anmeldung nötig.