„Anders zu sein,        
das muss man üben.“ Dieter Linz

Paul Manes

Ostendorfstraße 10

Paul Manes wurde am 15. September 1891 als Sohn des Kaufmanns Oskar Manes und dessen Frau Else, geborene Lobethal, in Düsseldorf geboren. Er hatte zwei jüngere Schwestern: Susi und Margarete. Sein Vater Oskar Manes führte das Konfektionshaus „S.J. Manes“, die Firma, die dessen Vater Isaak Simon Manes gegründet hatte, im Haus Blumenstraße 28 weiter. Er gehörte in den 1920er-Jahren zu den Gründungsmitgliedern der Düsseldorfer Handelskammer und war in dieser Zeit Stadtverordneter und Handelsgerichtsrat.

Paul Manes war 23 Jahre alt, als der Erste Weltkrieg begann. Er wurde als Soldat verwundet und bezog danach eine Kriegsrente vom Versorgungsamt Düsseldorf in Höhe von 51,95 RM. Er wohnte im Haus seiner Eltern in der Ostendorfstraße 10 im Düsseldorfer Zooviertel und seit dem 20. Dezember 1938 im „Judenhaus“ Düsselkämpchen 2. Am 26. Januar 1939 verstarb seine Mutter Else Manes in Düsseldorf.

Im Jahr 1941 heiratete Paul Manes die gebürtige Solingerin Margarete Stern. Aus der im Oktober 1941 ausgefüllten Vermögenserklärung geht hervor, dass Paul Manes vor seiner Deportation Wertpapiere im Wert von 1.400 RM besaß. Zuletzt musste Paul Manes Zwangsarbeit in Düsseldorf leisten. Sein Arbeitsbuch trug die Nummer 169/3052.

Paul Manes wurde am 27. Oktober 1941 zusammen mit seiner Frau von Düsseldorf aus in das Ghetto von Litzmannstadt/Łódź deportiert. Am 22. November 1941 wurde sein gesamtes Vermögen beschlagnahmt. Im Ghetto musste das Ehepaar Manes in das Zimmer 8 der Kollektivunterkunft Fischstraße 15 einziehen. Im April 1942 wurde Paul Manes auf einer Liste der versorgungsberechtigten Rentenempfänger des Ghettos aufgeführt. Er erhielt zuletzt im April 1942 49,70 Mark von seiner Kriegsrente gutgeschrieben, danach wurden diese Zahlungen eingestellt. Anfang Mai 1942 konnte er, vermutlich unter Hinweis auf seine Auszeichnungen im Ersten Weltkrieg, erreichen, dass die für ihn und seine Frau vorgesehene Deportation mit dem XI. Transport am 14. Mai 1942 zurückgestellt wurde. Paul Manes verstarb wenige Tage später, am 11. Mai 1942, im Ghetto von Litzmannstadt/Łódź.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

„[…] WAS WIRD AUS UNS WERDEN.“ – QUEERE MENSCHEN IN DÜSSELDORF ZWISCHEN 1933 BIS 1945. EIN VORTRAG VON ASTRID HIRSCH-VON BORRIES
Dienstag, 28. April 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Wie war, es als queere Person im nationalsozialistischen Düsseldorf zu leben? Ein Großteil unseres Wissens basiert auf der Täterperspektive. Das hat sich in den letzten Jahren ein Stück weit gewandelt. Intensive Recherche von Historiker:innen hat gezeigt, dass es mehr zu erzählen gibt und Geschichten, trotz gesellschaftlicher Stigmatisierung, in Familien bewahrt wurden.
Astrid Hirsch-von Borries ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte, ihre Forschungsschwerpunkte sind Frauengeschichte und queere Geschichte. Sie hat den Düsseldorfer Teil „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ kuratiert und gibt in ihrem Vortrag einen tieferen Einblick in Lebensrealitäten der Personen, deren Biographien in der Ausstellung erzählt werden.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

Das Begleitprogramm wird unterstützt Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V.