„Ihr tragt keine Schuld     
für das was passiert ist,          
      aber ihr macht euch schuldig
wenn es euch nicht interessiert“  
Esther Bejarano

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Beatrice Strauss

Feldstraße 34

In diesem Haus wohnte die Lehrerin Dr. Beatrice Strauss während sie an der 1935 gegründeten Jüdischen Volksschule in Düsseldorf unterrichtete. Sie war am 13. November 1902 in Geisenheim im Rheingau als zweites Kind des Weingroßhändlers Sebald Strauss und seiner Frau Hedwig, geborene Rödelheimer, zur Welt gekommen. Sie hatte noch zwei Geschwister: Alfred (geboren 1901) und Käthe (geboren 1904). In ihrer Familie wurde Beatrice Strauss Bea genannt. Sie absolvierte an der Universität Frankfurt am Main ein sozialwissenschaftliches Studium, welches sie mit einer Promotion abschloss. Nach dem Studium zog sie nach Bremen. Dort arbeitete sie als Lehrerin im Frauenerwerbs- und Ausbildungsverein und gab Unterricht an einer Mädchenberufsschule. 1933 wurde der Frauenerwerbsverein von den Nationalsozialisten aufgelöst und Dr. Strauss wurde arbeitslos.

An der Jüdischen Volksschule in Düsseldorf unterrichtete Dr. Strauss Sprachen und auch Landeskunde. Der frühere Düsseldorfer Henry Rose, früher Heinz Rosenstein, Jahrgang 1919, beschreibt sie als eine ganz großartige Lehrerin mit enormem Mut in der schweren Zeit der Diskriminierung und Verfolgung. In ihrer Düsseldorfer Zeit wohnte Dr. Strauss in der Feldstraße 34.

Am 25. April 1938 zog Beatrice Strauss nach Essen und unterrichtete an der dortigen jüdischen Schule. Vom 23. Dezember 1939 bis zum 3. Januar 1940 sollte an der Gartenbauschule in Ahlem ein Fortbildungslehrgang für Lehrkräfte des Englischen veranstaltet werden. Dr. Beatrice Strauss gehörte zu den Dozentinnen.
Ähnlich wie ihre beiden Geschwister überlegte Beatrice Strauss, ob sie emigrieren sollte. Doch ihre Eltern lebten noch in Wiesbaden und sie kümmerte sich liebevoll um sie. Regelmäßig fuhr sie zu ihnen. Ihre Eltern hatten ein schönes Mehrparteienhaus in Wiesbaden in der heutigen Bahnhofstraße 46. Das Haus wurde später zu einem so genannten Judenhaus.
Am 10. November 1941 wurde Dr. Beatrice Strauss aus Essen über den Güterbahnhof Düsseldorf in das Ghetto von Minsk deportiert und später ermordet.

Ihre Eltern sorgten sich sehr, als sie keine aktuelle Adresse oder ein anderweitiges Lebenszeichen von ihrer Tochter erhielten. Am 1. September 1942 wurden Sebald und Hedwig Strauss in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Hedwig Strauss verstarb dort zwanzig Tage nach der Ankunft. Ihr Mann folgte ihr am 6. Oktober 1942.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

PÄDAGOGISCHES ANGEBOT ZUR AUSSTELLUNG
Workshop „Ich mache mir ein Bild von dir“
Drei Werke Otto Pankoks und drei Lebensgeschichten junger Düsseldorfer Sinti:zze stehen im Mittelpunkt des Workshops. Anhand der Porträts von Ehra, Raklo und Gaisa nähern sich die Teilnehmer:innen dieser individuellen Darstellungsform an, fertigen eigene Skizzen und erproben verschiedene Materialien. Was bedeutet es, sich ein Bild von jemandem zu machen?
Die Spurensuche in der Sonderausstellung führt die Teilnehmer:innen zu den Lebensgeschichten der Sinti:zze vom Heinefeld. Wen zeichnete Otto Pankok? Wie erlebten die jungen Menschen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten? Und wie trat man ihnen und anderen Sinti:zze nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber?
Der Workshop umfasst 2,5 Stunden und richtet sich an Jugendliche ab der 9. Klasse. Bitte beachten Sie, dass die Gruppen eine maximale Anzahl von 25 Schüler:innen nicht überschreiten sollten.
Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie die Teilnahme am Workshop ist für Sie und Ihre Schüler:innen kostenfrei. Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte freut sich über eine Spende!