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Albert Wolf

Kaiserswerther Markt 55

Albert Wolf wurde am 3. Juli 1852 in Kaiserswerth als Sohn der Eheleute David Abraham Wolf und Johanna Elkan geboren. 1884 heiratete er in Schierstein, dem Geburtsort seiner Frau, Karoline „Lina“ Kahn. Sie zog nach der Hochzeit zu ihm. Ihre Tochter Martha wurde am 12. Mai 1886 in Kaiserswerth geboren. Albert Wolf arbeitete als Viehhändler und wohnte mit seiner Familie im eigenen Haus Am Markt 55. Er war Ehrenvorsitzender des Krieger-Vereins in Kaiserswerth

Seine Tochter Martha heiratete den Weilburger Kaufmann Arnold Jessel. Mit ihm bekam sie drei Kinder: Ruth (geboren 1911), Edith (geboren 1913) und den Sohn Leonhard „Leon“ Jessel, der am 15. Juni 1918 in Duisburg zur Welt kam. Die kleine Edith verstarb 1916 und wurde in Kaiserswerth begraben.

Am 25. Dezember 1931 verstarb in Kaiserswerth Albert Wolfs Ehefrau Lina. Er blieb zunächst in Kaiserswerth. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihm, nachdem man sich gewaltsam Zugang zur Wohnung verschafft hatte, viele Einrichtungsgegenstände zertrümmert. 1936 flüchteten nach Angriffen auf ihr Geschäft in Duisburg Arnold und Martha Jessel knapp vier Monate zu ihm nach Kaiserswerth.

1938 entschloss sich Albert Wolf schließlich zur Emigration: Sein Haus Am Markt 55 musste er dafür verkaufen. Am 13. Mai 1939 meldete sich der 87-Jährige Albert Wolf nach Den Haag in die Niederlande ab. Dann lebte er bis 1942 in Venlo mit seinen Nichten. Albert Wolf starb am 25. Februar 1942 in Venlo, als das Haus während einer Razzia durchsucht wurde.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

QUEERE LIEBE IM HOLOCAUST. EIN VORTRAG VON DR. ANNA HÁJKOVÁ
Dienstag, 21. April, um 18:30 im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Wo sind die Geschichten der großen queeren Liebe in der Shoah? Queere Geschichte des Holocaust, also die Frage nach gelichgeschlechtlichem Verlangen unter den Holocaustopfern, ist bis vor kurzem eine Leerstelle geblieben. Anna Hájková erklärt, weshalb die Geschichte der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Shoah lange ausgeklammert und marginalisiert worden ist und wie ihre Rückkehr in das kollektive Gedächtnis eine inklusive und feministische Geschichte dieses Genozids anbieten kann. Die erweiterte Auflage ihres Buches „Menschen ohne Geschichte sind Staub“ basiert auf originärer und umfangreicher Archivforschung und bietet einen prägnanten Einblick in die queere Geschichte des Holocaust für Anfänger:innen und Fortgeschrittene.

Dr. Anna Hájková ist Reader of Modern European Continental History an der University of Warwick. Sie ist Pionierin der queeren Holocaustgeschichte und ihr neues Buch, „Menschen ohne Geschichte sind Staub: Queeres Verlangen im Holocaust“ wurde als eines der wichtigsten queeren Sachbücher von 2024 bezeichnet.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.