“Education is the most powerful weapon you can use to change the world.” Nelson Mandela

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Willi Dreher

Düsseldorfer Straße 88

Der Zollrat Willi Dreher wurde am 5. Mai 1898 im westpreußischen Thorn (heute Polen) geboren. Er kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg und erhielt mehrere Kriegsauszeichnungen. 1922 heiratete er Vera Irene Schulz. Sie bekamen keine Kinder. 1933 trat er der Nationalsozialistischen Partei Deutschlands (NSDAP) bei. Er arbeitete als Leiter der Zollfahndungsstelle Düsseldorf.

Dreher äußerte erstmals im August 1942, zwei Tage nach einem großen Bombenangriff auf Düsseldorf, in Gesprächen seine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Kriegsführung und dem sogenannten „Endsieg“. Zu einem Kollegen sagte er, dass die Deutschen keinen Grund hätten sich über die Zerstörungen der „Terrorangriffe“ zu beklagen, denn die Deutschen hätten den Auftrag (u.a. durch die Zerstörung von Rotterdam) dazu gegeben. Auch in den Jahren 1943 und 1944 äußerte er in Gesprächen seine Meinung, und dass ein Krieg nicht zu gewinnen wäre. Er wurde schließlich mehrfach denunziert und verhaftet.

In den Akten wird der Sachverhalt folgendermaßen dargestellt: „Der Verurteilte, ein Zollrat und Pg. [Parteigenosse] seit 1933, hat sich seit Ende 1942 mehreren Volksgenossen gegenüber defätistisch geäußert und insbesondere behauptet, den Krieg könnten wir nicht gewinnen. Mit den Russen würden wir nicht fertig. Diese hätten auch nie daran gedacht, uns anzugreifen.

Am 5. April 1944 wurde Willi Dreher vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 30. Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.