„Hope will never be silent“ Harvey Milk

Theodor Willms

Erkrather Straße 340

Der Arbeiter Theodor Willms wurde am 6. Oktober 1881 in Düsseldorf geboren. Seine Eltern waren der Bäckermeister Johann Willms und dessen Frau Gertrude, geborene Jansen. Theodor Willms war Witwer, als er verhaftet wurde. Seine Frau hieß Anna, geborene Seute. Ob er Kinder hatte ist leider nicht bekannt.

In der Aktion „Arbeitsscheu Reich“, die im April 1938 einsetzte, wurde er am 18. Juni 1938 in das Konzentrationslager Sachsenhausen eingewiesen. Welche Gesetzesübertretung Theodor Willms begangen haben soll – als solche galten nicht gezahlter Unterhalt ebenso wie Alkoholsucht, Bettelei oder Landstreicherei – wissen wir nicht. Im Konzentrationslager musste er den „Schwarzen Winkel“ der „Asozialen“ tragen. Am 5. September 1940 wurde Theodor Willms vom Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen in das KZ Dachau überführt. Er erhielt in Dachau die Häftlingsnummer 18144. Am 16. März 1941 wurde dort sein Tod vermerkt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

„ICH MÖCHTE SO GERNE MEIN LEBEN IN DIE WELT SCHREIEN!“ – ADELE HAAS, EINE INTERGESCHLECHTLICHE PERSON IM NATIONALSOZIALISMUS. EIN VORTRAG VON JAKO WENDE
Donnerstag, 5. Februar 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)

„So könnte ich so viel schreiben, aber ich rege mich dabei so auf, denn ich darf nicht zurück denken, es ist mir heute wie ein Traum. Ich möchte so gerne mein Leben in die Welt schreien, und veröffentlichen aber dazu gehört Geld, und das fehlt bei mir, es ist doch bestimmt einmalig und interessant, garnicht zu glauben, es klingt wie ein Märchen, überhaupt das ich das ausgehalten habe, und noch lebe ein Wunder.“ schreibt Adele Haas am 28. März 1961.

Intergeschlechtliche oder inter* Personen haben Merkmale von männlichen und weiblichen Körpern. Sie waren und sind schon immer da gewesen. Aufgrund von gesellschaftlicher Norm mal mehr oder weniger akzeptiert, bis hin zur Verfolgung und Ermordung. Wie war es als intergeschlechtliche Person während des Nationalsozialismus zu leben? Einem System mit klaren Geschlechterbildern und konstruierten medizinischen Normen sogenannter männlicher oder weiblicher Körper.

An diesem Abend wird uns Jako Wende das Leben von Adele Haas näherbringen. Adele war als inter* Person im Nationalsozialismus massiver Gewalt ausgesetzt, weil sie nicht der sogenannten Norm entsprach. Jako Wende hat dafür in zahlreichen Archiven recherchiert und Kontakt zu noch lebenden Verwandten und Nachbarn aufgenommen um das Leben von Adele Haas nachzeichnen zu können.

Es wird auch um den allgemeinen Forschungsstand zur Situation von inter* Personen im Nationalsozialismus gehen, doch Kern des Vortrages ist es, Adele ihr Leben in die Welt schreien zu lassen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.