„Ihr tragt keine Schuld     
für das was passiert ist,          
      aber ihr macht euch schuldig
wenn es euch nicht interessiert“  
Esther Bejarano

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Max Ruhr

Engerstraße 5

Max Ruhr wurde am 2. August 1896 in Glehn am Niederrhein als Sohn des Ehepaars Heinrich und Rosa Ruhr, geborene Ullmann, geboren. Er hatte noch einen jüngeren Bruder, Alfred Ruhr, der später auch in Düsseldorf lebte.
Max Ruhr kämpfte im Ersten Weltkrieg und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Verwundetenabzeichen in Schwarz ausgezeichnet. Er war am 31. Juli 1917 schwer verwundet worden. Seit dieser Zeit erhielt er eine monatliche Kriegsversehrtenrente.
Max Ruhr arbeitete in Düsseldorf als Installateur. Im September 1922 verstarb seine Mutter in Düsseldorf. Sie wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße begraben.

Am 23. Dezember 1923 heiratete Max Ruhr die gebürtige Düsseldorferin Karola Keyzer (geboren am 23. Juli 1896). Das Ehepaar wohnte in der Steinstraße 44. Am 2. September 1938 zog sie in die Immermannstraße 65. Am 2. Dezember 1938 zogen sie kurzzeitig in das Haus Luisenstraße 122. Hier wohnte seit Mai 1938 sein Bruder Alfred Ruhr mit seiner Frau und dem Sohn Albert. Vermutlich hatte dieser Umzug mit den Überfällen auf Wohnungen jüdischer Familien in der Pogromnacht vom November 1938 zu tun. Am 11. Februar 1939 erfolgte der Umzug in die Gartenstraße 115. Vom 17. Februar 1940 wohnte das Ehepaar in der Engerstraße 5. Vom 29. April 1941 bis zu ihrer Deportation wohnte das Ehepaar Ruhr dann in einem Zimmer in der dritten Etage des „Judenhauses“ Konkordiastraße 66.

Max Ruhr leistete Zwangsarbeit im Rahmen des „Jüdischen Arbeitseinsatzes“. Am 27. Oktober 1941 wurde er mit seiner Frau und der Familie seines Bruders Alfred in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Seit dem 1. Dezember 1941 arbeitete Max Ruhr im Ghetto in der Metallabteilung I. Bis April 1942 wurde ihm seine Kriegsversehrtenrente überwiesen und zu einem Drittel ausgezahlt. Max Ruhr verstarb am 8. Juli 1942 im Ghetto. Seine Ehefrau überlebte bis zur Liquidierung des Ghettos. Im August 1944 wurde sie in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.