„Ihr tragt keine Schuld     
für das was passiert ist,          
      aber ihr macht euch schuldig
wenn es euch nicht interessiert“  
Esther Bejarano

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Max Mendel

Faunastraße 53

Max Mendel wurde am 18. September 1886 in Borken geboren. Seine Eltern waren Josef und Johanna Mendel, geborene Eber. Max Mendel absolvierte ein Jurastudium in Köln und Heidelberg. Er heiratete Martha Cohen (1885 Gelsenkirchen – 1965 Fullerton, USA). Am 2. Februar 1920 wurde in Gelsenkirchen ihr Sohn Dieter Arnold geboren. In Düsseldorf kam am 27. Juni 1924 ihre Tochter Dorrit Charlotte zur Welt. Dr. jur. Max Mendel praktizierte ab Mitte der 1920er Jahre in der Schadowstraße 89/93. Das Haus war im Besitz der Stadt Düsseldorf. Er hatte eine Zulassung als Rechtsanwalt („Mendel I“) beim Landgericht Düsseldorf. Privat wohnte die Familie ab 1933 in der Faunastraße 53. Am 11. Februar 1933 feierte sein Sohn seine Barmizwa.

Max Mendel war von 1933 bis 1939 im Vorstand der jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Seine anwaltliche Tätigkeit an Gericht wurde durch die nationalsozialistischen Boykottgesetze verboten. So arbeitete Max Mendel seit Mitte des Jahres 1933 als Berater und Bevollmächtigter von jüdischen Auswanderern. Diese Arbeit übte er bis Ende 1938 gemeinsam mit dem jüdischen Anwalt Josef Neuberger aus. Seine Tochter Dorrit hatte die Volksschule an der Brehmstraße besucht. Sie bestand die Aufnahmeprüfung des Auguste-Viktoria-Lyzeums, wurde aber wegen des mangelnden “Ariernachweises” nicht aufgenommen. Daraufhin musste sie an die private jüdische Volksschule wechseln. Da er nicht mehr als Rechtsanwalt arbeiten durfte, waren 1937 die finanziellen Rücklagen nahezu aufgebraucht und die Familie war gezwungen ihr großes Haus mit 13 Zimmern zu verkaufen. Am 4. Juni 1937 zog die Familie in eine Wohnung in der Grunerstraße 22. Der Sohn Dieter Mendel emigrierte am 5. November 1937 über Rom nach Großbritannien.

In Düsseldorf blieb Doris mit ihren Eltern. Sie wurden während des Novemberpogroms in ihrer Wohnung überfallen und die Wohnungseinrichtung beschädigt und teilweise zerstört. Dr. Max Mendel wurde verhaftet und im Polizeigefängnis festgehalten. Vom 10. bis 15. November 1938 blieb er in Haft im Polizeipräsidium, dann wurde er “entlassen”. Seine Tochter konnte am 11. Februar 1939, vermutlich mit einem Kindertransport, nach England ausreisen. Kurze Zeit später zog das Ehepaar Mendel um in die Grunerstraße 44. Am 27. September 1939 floh Max Mendel zusammen mit seiner Frau Martha schließlich nach Brüssel.

Als die deutsche Wehrmacht im Frühjahr 1940 das Land besetzte, wurde Dr. Max Mendel als „feindlicher Ausländer“ verhaftet und von Belgien nach Frankreich abgeschoben. Sechs Monate musste er im Internierungslager Saint Cyprien in Südfrankreich verbringen. Die Bedingungen im Lager schadeten sehr seiner Gesundheit. Am 15. November 1940 konnte er das Lager verlassen. Mit seiner Frau lebte er dann bis August 1942 im unbesetzten Frankreich. Als die Deportationen 1942 auch dort begannen, gingen Max und Martha Mendel in den Untergrund und lebten dort unentdeckt bis zum Kriegsende in Lyon. Zu diesem Zeitpunkt war Dr. Max Mendel schon sehr krank und geschwächt. Am 13. Dezember 1945 starb er in Lyon im Alter von 59 Jahren.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

PÄDAGOGISCHES ANGEBOT ZUR AUSSTELLUNG
Workshop „Ich mache mir ein Bild von dir“
Drei Werke Otto Pankoks und drei Lebensgeschichten junger Düsseldorfer Sinti:zze stehen im Mittelpunkt des Workshops. Anhand der Porträts von Ehra, Raklo und Gaisa nähern sich die Teilnehmer:innen dieser individuellen Darstellungsform an, fertigen eigene Skizzen und erproben verschiedene Materialien. Was bedeutet es, sich ein Bild von jemandem zu machen?
Die Spurensuche in der Sonderausstellung führt die Teilnehmer:innen zu den Lebensgeschichten der Sinti:zze vom Heinefeld. Wen zeichnete Otto Pankok? Wie erlebten die jungen Menschen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten? Und wie trat man ihnen und anderen Sinti:zze nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber?
Der Workshop umfasst 2,5 Stunden und richtet sich an Jugendliche ab der 9. Klasse. Bitte beachten Sie, dass die Gruppen eine maximale Anzahl von 25 Schüler:innen nicht überschreiten sollten.
Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie die Teilnahme am Workshop ist für Sie und Ihre Schüler:innen kostenfrei. Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte freut sich über eine Spende!