„Ein Recht gestehe ich keinem Menschen zu: das auf Gleichgültigkeit.“ Eli Wiesel

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Karl Vogt

Bachstraße 46

Karl Vogt wurde am 4. November 1902 in Calbe geboren, einer alten Stadt an der Saale, die sich zu einem industriellen Zentrum mit Tuchindustrie, Ziegeleien und Braunkohlegruben entwickelt hatte Er arbeitete als Mechaniker bei der Firma P. Klein in der Martinstraße 9 in Düsseldorf, war Mitglied der Revolutionären Gewerkschafts-Opposition (RGO), in der Kommunistischen Partei Deutschland (KPD) und im Rotsport. Er wohnte mit seiner Frau Elisabeth und einem gemeinsamen Sohn in der Bachstraße 46.

Laut Gestapoakte wirkte er vor 1933 als Stadtteilleiter der KPD in Bilk. Hier war ein wichtiges Zentrum des Widerstandes gegen die Nationalsozialisten. Zusammen mit Siegfried Steineberg gab Karl Vogt den Pressedienst heraus. Er geriet in das Visier der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und wurde am 12. Juli 1935 verhaftet. Am 19. Dezember 1935 wurde er in einem Verfahren vor dem II. Senat des OLG Hamm wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Trotz eines Gnadengesuchs seiner Frau vom 18. Dezember 1937 wurde Karl Vogt auch nach Ablauf seiner Haftzeit nicht entlassen. Seine weiteren Haftorte sind allerdings nicht bekannt.

Am 26. Februar 1942 erging an die Adresse von Karl Vogt eine Vorladung der Gestapo Düsseldorf. Darin wurde er aufgefordert, am Montag, dem 2. März 1942, um 8:30 Uhr, im Dienstgebäude der Geheimen Staatspolizei, Prinz-Georg-Straße 98, Zimmer 316, zu erscheinen. Seine Frau teilte der Gestapo daraufhin am 28. Februar 1942 mit, dass „mein Mann, [K]arl Vogt, geb. 4.11.1902 bereits am 29. Mai 1940 gestorben ist.“ Karl Vogt war am 29. Mai 1940 in der Heil- und Pflegeanstalt Hartheim ermordet worden.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

PÄDAGOGISCHES ANGEBOT ZUR AUSSTELLUNG
Workshop „Ich mache mir ein Bild von dir“
Drei Werke Otto Pankoks und drei Lebensgeschichten junger Düsseldorfer Sinti:zze stehen im Mittelpunkt des Workshops. Anhand der Porträts von Ehra, Raklo und Gaisa nähern sich die Teilnehmer:innen dieser individuellen Darstellungsform an, fertigen eigene Skizzen und erproben verschiedene Materialien. Was bedeutet es, sich ein Bild von jemandem zu machen?
Die Spurensuche in der Sonderausstellung führt die Teilnehmer:innen zu den Lebensgeschichten der Sinti:zze vom Heinefeld. Wen zeichnete Otto Pankok? Wie erlebten die jungen Menschen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten? Und wie trat man ihnen und anderen Sinti:zze nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber?
Der Workshop umfasst 2,5 Stunden und richtet sich an Jugendliche ab der 9. Klasse. Bitte beachten Sie, dass die Gruppen eine maximale Anzahl von 25 Schüler:innen nicht überschreiten sollten.
Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie die Teilnahme am Workshop ist für Sie und Ihre Schüler:innen kostenfrei. Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte freut sich über eine Spende!