Sophie Gotthardt arbeitete als Prostituierte und wurde 1934 in die Heil- und Pflegeanstalt Hadamar eingewiesen. Dort wurde sie zwangssterilisiert. Nach ihrer Entlassung setzte sie ihre Arbeit in Hamburg fort. Hier traf Sophie auf Johanna „Otto“ Kohlmann. Die beiden verliebten sich und lebten zusammen in einem Zimmer in der Hamburger Bordellstraße. Nach versäumter Meldepflicht beim Gesundheitsamt wurden beide in polizeiliche Vorbeugehaft genommen. Die Kripo überstellte beide 1940 in das KZ Ravensbrück.
Im Vortrag geht die Historikerin Dr. Frauke Steinhäuser ausführlich auf die von ihr erforschten Lebensgeschichten von Otto Kohlmann und Sophie Gotthardt ein. Zwei Fragen bilden dabei die Leitlinien: Wie versuchten sich beide gegen die eskalierenden staatlichen Kontroll-, Verfolgungs- und Gewaltmaßnahmen zu wehren? Welche Handlungsräume standen ihnen zur Verfügung und wie haben sie diese genutzt? Deutlich werden zwei sehr unterschiedliche Überlebensstrategien.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.