Liebe Leser:innen und Freund:innen der Gedenkstätte,
unsere Veranstaltungsreihe „DÜSSELDORF ERINNERT – 80 Jahre Kriegsende und Befreiung“ ist in vollem Gange. Seit dem 27. Januar sind bereits viele Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt worden, bis zum Mai gibt es noch viele weitere. Noch immer können Broschüren, in denen alle Termine aufgeführt sind, in unserer Verwaltung (Mühlenstraße 6) abgeholt werden.
Ebenso haben wir neue Hefte aus unserer Reihe „Spurensuche(n)“: Im Februar haben wir das Bändchen zum Stadtbzeirk 4 (Oberkassel, Niederkassel, Heerdt und Lörick) gemeinsam mit der zuständigen Bezirksvertretung vorgestellt. Das Heft, das als Spaziergang oder Fahrradroute mit 13 Stationen funktioniert, ist ebenfalls bei uns gratis zu haben. Beide Hefte können dazu animieren, sich ganz konkret und vor Ort mit Stadtgeschichte und Vergangenheit zu beschäftigen – und dabei viel für die Gegenwart zu lernen.
Unser Team, das nun in die Monate der „Außensaison“ mit viele Stadtrundgängen in den Düsseldorfer Quartieren startet, freut sich besonders auf die neue Sonderausstellung (ab 8. April) und natürlich auf die „Nacht der Museen“ (am 26. April). Ich hoffe, wir sehen uns.
Herzlich,
Ihr
Dr. Bastian Fleermann
VORTRAG/DER NS-KUNSTRAUB UND DIE SPURENSUCHE IN DÜSSELDORFER MUSEEN HEUTE. Donnerstag, 13. März 2025 um 18 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte, Marktstraße 2 (Innenhof)
Zwischen 1933 und 1945 wurden den meist jüdischen Opfern des nationalsozialistischen Regimes zahlreiche Kunstwerke und Kulturgüter entzogen. Diese Objekte gelangten unter anderem in öffentliche Sammlungen, wo sie sich teilweise bis heute befinden. Auch in den Museen der Landeshauptstadt Düsseldorf gibt es Zeugnisse dieses Unrechts.
Die Provenienzforschungsstelle sucht in den städtischen Kunstbeständen nach NS-Raubgut, um es an die rechtmäßigen Eigentümerinnen und Eigentümer – 80 Jahre nach Kriegsende meist Erbinnen und Erben der Beraubten – zurückzugeben.
Der Vortrag von Dr. Iris Metje, Leiterin der Stabsstelle Provenienzforschung im Dezernat für Kultur und Integration, stellt Beispiele aus Düsseldorfer Museen vor und erinnert ausgehend von den Herkunftsgeschichten der Kunstwerke an die mit ihnen verbundenen Menschen.
Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung nötig.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Stabstelle Provenienzforschung im Dezernat für Kultur und Integration und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
DIE BEFREIUNG DER URSEL LENNEBERG. VORTRAG UND LESUNG. Donnerstag, 20. März 2025 um 18 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte, Marktstraße 2 (Innenhof)
Der Vortrag beleuchtet die letzten Wochen der 19-jährigen Ursel Lenneberg vor ihrer Befreiung am 8. Mai 1945. Sie war am 20. Juli 1942 mit ihrem Vater Otto Lenneberg und ihrem jüngeren Bruder Walter von Düsseldorf ins Ghetto Theresienstadt deportiert worden. Ende September 1944 wurden die drei aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. An der Rampe sah Ursel ihren Vater und ihren Bruder das letzte Mal. Im Januar 1945 kam sie auf einen Arbeitstransport. Die Befreiung erlebte sie im Außenlager Merzdorf. Am 10. Mai 1945 machte sich Ursel Lenneberg mit anderen Befreiten mit dem Fahrrad auf den Weg Richtung Westen, 500 Kilometer nach Hause.
Ihre Erlebnisse hat Ursel Lenneberg in einem Tagebuch festgehalten: den Moment der Be-freiung, aber auch die schwierigen Tage davor.
Die Schauspielerin Julia Dillmann wird Passagen des Tagebuchs vorlesen, Hildegard Jakobs (Mahn- und Gedenkstätte) wird einführen und den Weg von Ursel Lenneberg mit historischen Fotos und Dokumenten beleuchten.
Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung nötig.
KULTURKONTINUITÄTEN – DER MALKASTEN UND DIE KULTURSZENE 1945. VORTRAGSREIHE Mittwoch, 25. März 2025 um 19 Uhr im Künstlerverein Malkasten, Jacobistraße 6a
Wer über Kulturkontinuitäten spricht, muss sich ganz selbstverständlich nicht nur mit Personen und ihren Verantwortlichkeiten auseinandersetzen, sondern auch mit den Institutionen, die sie gelenkt, gestaltet und geprägt haben. Im Künstlerverein Malkasten manifestiert sich diese Verbindung an einem Ort, der aus einer über 175-jährigen Geschichte schöpft, die von Brüchen und Kontinuitäten geprägt ist.
Referentin und Referent an diesem Abend: Dr. Frederike Krenz (Mahn- und Gedenkstätte):
Die Stellung der Gottbegnadeten im Theater vor und nach 1945 am Beispiel von Gustaf Gründgens. Christoph Westermeier (Künstlerverein Malkasten): Der Umgang mit dem schwierigen NS-Erbe aus Sicht der Bildenden Kunst, Künstlerisches Arbeiten als Verantwortung in der Gesellschaft.
Verantwortlich und Veranstalter ist der Künstlerverein Malkasten.
Information + Kontakt: Telefon 0211 356471 / www.malkasten.org
Der Eintritt ist frei jedoch um Anmeldung wird gebeten unter
MUTIG, WEIBLICH, UNSICHTBAR? IM GEDENKEN AN ELSE GORES. EIN STADTSPAZIERGANG. Donnerstag, 27. März 2025 um 17 Uhr. Treffpunkt wird bei der Anmeldung bekannt gegeben
„Versteckte zwei Deserteure, denunziert, ermordet“ ist auf dem Stolperstein für Else Gores vor der Oberbilker Allee 284 zu lesen. Else Gores war Düsseldorferin und eine mutige Frau, die in den letzten Tagen des Krieges ihr Leben riskiert hat, um das Richtige zu tun.
War die Versteckaktion der jungen Mutter zum Scheitern verurteilt? Wie sahen die letzten Wochen des Krieges in Düsseldorf und vor allem im Stadtteil Oberbilk aus?
80 Jahre später erinnert Historikerin Astrid Hirsch-von Borries (Mahn- und Gedenkstätte) mit diesem Rundgang an Else Gores und benennt die Täter.
Verantwortlich und Veranstalterin ist komma – Verein für Frauenkommunikation e. V. in Kooperation mit der Mahn-und Gedenkstätte.
Der Treffpunkt wird den Teilnehmenden bei der Anmeldung bekannt gegeben.
VORTRAG: „DR. WEX MACHT DANN INTERESSANTE AUSFÜHRUNGEN ÜBER DIE RASSENFRAGE“. DER LEITER DES GESUNDHEITSAMTES DES KREISES DÜSSELDORF-METTMANN UND DIE ZWANGSSTERILISATIONEN IN SEINEM BEZIRK. Montag, 24. März 2025 18 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum, Marktstraße 2 (Innenhof)
Im Kreishaus an der Kasernenstraße war das Gesundheitsamt des Kreises Düsseldorf-Mettmann untergebracht. Dessen Leiter, Dr. Hellmut Wex, betätigte sich nach der Verkündung des „Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ als charismatischer und beflissener Verfechter der Zwangssterilisation vermeintlich Erbkranker. In regelrechten Werbefeldzügen und Vortragsreihen warb der SS-Mann für die Rassenpolitischen Ziele des Regimes. In den Anstalten und Fürsorgeheimen der Region ließ er sich „Kandidaten“ für den Eingriff vorführen. Der Vortrag beleuchtet den Lebensweg des Amtsarztes, seine Rolle in der NS-Gesundheitspolitik und seine weitere Karriere in der Hansestadt Bremen.
Der Eintritt ist frei und es ist keine Anmeldung nötig.
Der Vortrag von Dr. Bastian Fleermann ist eine gemeinsame Veranstaltung des Düsseldorfer Geschichtsvereins e.V. und der Mahn- und Gedenkstätte.
FAHRRADTOUR: UNTERWEGS AUF DEM „WEG DER BEFREIUNG“ Sonntag, 6. April 2025 um 11 Uhr. Treffpunkt ist am Polizeipräsidium Ecke Fürstenwall/Lorettostraße
Im April 1945 wagte es eine Gruppe von Männern in militärisch auswegloser Situation, mit den amerikanischen Soldaten zu verhandeln, die die Stadt eingekesselt hatten. Das Ziel: die Rettung der Stadt Düsseldorf und seiner Zivilbevölkerung vor gewaltsamer Einnahme. Die Gruppe nannte diese Widerstandshandlung Aktion Rheinland.
Auf sechs Erinnerungsstelen zwischen Unterbilk und dem Rathaus Mettmann wird seit 2011 der Weg der Befreiung – die Geschichte dieser Männer – erzählt.
Jona Winstroth und Astrid Hirsch-von Borries (Mahn- und Gedenkstätte) laden ein, mit ihnen einen Teil des Weges abzufahren, den der Rechtsanwalt Dr. Karl August Wiedenhofen und der Architekt Aloys Odenthal am 16. April 1945 zum amerikanischen Stützpunkt nach Mettmann zurückgelegt haben.
Endpunkt der rund dreistündigen Fahrradtour ist der Endpunkt Auf der Hardt (Straßen-bahnhaltestelle).
Die Teilnahme ist frei und keine Anmeldung nötig. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein verkehrstaugliches Fahrrad.
NEUE SONDERAUSSTELLUNG IM LUFTSCHUTZKELLER DER MAHN- UND GEDENKSTÄTTE: „DÜSSELDORF 1945. ÜBERLEBEN IN DER STADT“ 8. April bis 28. September 2025 in der Mahn und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29
Düsseldorf in den letzten Wochen des Krieges: Während amerikanische Truppen das
Linksrheinische befreien und den „Ruhrkessel“ um Düsseldorf enger ziehen, terrorisieren und verfolgen die verbliebenen regimetreuen Vertreter von Partei, Wehrmacht und Polizei die Menschen in der Stadt. Wie erlebten einzelne Düsseldorferinnen und Düsseldorfer ganz konkret diese Zeit?
Die Ausstellung im historischen Luftschutzkeller der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf nimmt Biografien von Verfolgten wie Tätern in den Blick und fragt nach ihren Erfahrungen in diesem ganz besonderen Frühling des Jahres 1945.
Vernissage ist am 7. April um 19 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum (Marktstraße 2/Innenhof).
Im Anschluss besuchen wir gemeinsam die Ausstellung in der Gedenkstätte.
Der Zugang zum Luftschutzkeller ist nicht barrierefrei.
Der Eintritt ist frei und keine Anmeldung nötig.
Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf anlässlich des Kriegsendes vor 80 Jahren.
Kurator:innenteam: Dr. Bastian Fleermann, Dr. Andrea Ditchen, Astrid Hirsch-von Borries M.A., Hildegard Jakobs M.A. und Jona Winstroth M.A.
Termine für Kurator:innenführungen folgen im nächsten Newsletter
GEDENKEN AN DAS KRIEGSENDE IN DÜSSELDORF VOR 80 JAHREN Mittwoch, 16. April um 13:30 Uhr, Mahnmal Anton-Betz-Straße
Am Dienstag, den 16. April, jähren sich Kriegsende und Befreiung der Stadt Düsseldorf zum 80. Mal. Aus diesem Anlass werden die Beigeordnete Miriam Koch i.V. des Oberbürgermeisters und die Polizeipräsidentin Miriam Brauns um 13:30 Uhr Kränze am Mahnmal an der Anton-Betz-Straße niederlegen und der Männer der „Aktion Rheinland“ gedenken.
Gäste sind willkommen!
Das Mahnmal, die Erschießungsstelle der fünf Hingerichteten der „Aktion Rheinland“, befindet sich an der Anton-Betz-Straße in der Nähe der Feuerbachstraße.
Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung der Polizei Düsseldorf, der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.
NAMENSLESUNG JOM HASHOAH – „JEDER MENSCH HAT EINEN NAMEN“ Donnerstag, 24. April 2024 ab 15 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus
Auch dieses Jahr wird der weltweite Holocaust Gedenktag – Jom Hashoah – von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte begangen.
Erneut verlesen Schülerinnen und Schüler sowie Personen aus Gemeinde und Stadtgesellschaft öffentlich die Namen der 2587 Jüdinnen und Juden, die während der Nazizeit aus Düsseldorf deportiert und ermordet wurden.
Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller wird gemeinsam mit Dr. Oded Horowitz, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, die Lesung um 15 Uhr vor dem Rathaus eröffnen.
Mit dieser öffentlichen Namenslesung möchten wir dieser Menschen gedenken und an ihr schreckliches Schicksal erinnern. Setzen sie gemeinsam mit uns ein sichtbares Zeichen.
NACHT DER MUSEEN Samstag, 26. April 2024 von 19 bis 24 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
„80 JAHRE DANACH - WAS BLEIBT…“ lautet unser Motto für die diesjährige Nacht der Museen.
Neben unser Dauerausstellung „Düsseldorfer Kinder und Jugendliche im Nationalso-zialismus“ haben wir dieses Jahr zwei Sonderausstellungen im Haus die unseren Abend prägen. Im Luftschutzkeller (nicht barrierefrei) zeigen wir ab dem 8. April die Ausstellung „Düsseldorf 1945. ÜberLeben in der Stadt“ und im Forum und Hinterhaus dreht sich alles um unsere drei Erfinder – „Innovativ, erfolgreich, jüdisch. Düsseldorfer Visionäre: Freundlich, Schöndorff, Loewy“.
Es wird Führungen durch alle Ausstellungen geben und zwei Lesungen sowie Musik. Was Sie genau erwartet, erfahren Sie ausführlich im nächsten Newsletter.
VERANSTALTUNGSTIPP: FRAUENORT NRW/ELSE GORES. ERÖFFNUNG ANLÄSSLICH DES 80. TODESTAGS Samstag, 12. April 2025 um 11 Uhr, Gedenkstein für Else Gores im Eller Forst Düsseldorf
Die Geschichte des Landes Nordrhein-Westfalen ist geprägt von starken und mutigen Frauen, die Großes bewirkt und wegweisende Leistungen erbracht haben. Die Mehrzahl dieser Vorreiterinnen für Freiheit, Gleichberechtigung und Gerechtigkeit hat es nie in die Geschichtsbücher geschafft, sie bleiben mit ihren Errungenschaften so gut wie unsichtbar.
Mit dem Projekt Frauenorte NRW werden Frauenpersönlichkeiten aus über 1000 Jahren Geschichte und allen Ecken des (heutigen) Bundeslandes gewürdigt. Anlässlich ihres 80. Todestages am 12. April 2025 wird der Frauenort Else Gores eröffnet. Geboren am 11. Dezember 1914 in D-Oberbilk, wurde sie in den letzten Kriegstagen am 11. April 1945 wegen Beherbergung eines Deserteurs von Mitgliedern der Heeresstreife Kaiser verhaftet, schwerstverletzt zunächst ihrem Schicksal im Eller Forst überlassen, doch am nächsten Tag erneut durch die Heeresstreife verschleppt und mutmaßlich ermordet. Else Gores hat mit ihren Taten Zivilcourage bewiesen und diese mit ihrem Leben bezahlt. Ihre Entscheidung, in der Not zu helfen, wohlwissend, dass überall Gefahr drohte, verraten zu werden, kann nicht hochgenug geschätzt werden. Sie bleibt ein Vorbild für alle weiteren Generationen. Der Erinnerungsort ist ihr und den vielen Frauen gewidmet, die Widerstand geleistet haben. Zur feierlichen Eröffnung sind alle Bürger:innen herzlich eingeladen.
Information + Kontakt: Telefon 0211 314910 www.komma-duesseldorf.de
Veranstalterin:Komma – Verein für Frauenkommunikation e.V. initiiert vom Düsseldorfer Frauenforum.
Astrid Hirsch-von Borries, Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf Haben Sie Fragen, Anregungen, Wünsche zu unserem Newsletter? Dann schicken Sie eine E-Mail an: . Besuchen Sie uns auch im Internet: www.gedenkstaetteduesseldorf.de oder: www.duesseldorf.de/mahn-und-gedenkstaette sowie auf:
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Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. Mühlenstraße 6 40213 Düsseldorf