„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Wanda Mandelbaum

Duisburger Straße 8

Wanda Mandelbaum wurde am 13. Juli 1891 in Gelsenkirchen geboren. Ihre Eltern Isidor und Fanny Mandelbaum, geborene Rubens, hatten am 7. April 1886 in Gelsenkirchen geheiratet. Mary hatte eine jüngere Schwester Mary. Sie war am 11. November 1895 in Gelsenkirchen zur Welt gekommen. Ihr Bruder Hugo Mandelbaum wurde 1917 als Soldat im Ersten Weltkrieg getötet. Die Familie wohnte zu diesem Zeitpunkt bereits in Düsseldorf in der Helmholtzstraße 1.
Am 12. Oktober 1934 verstarb in Düsseldorf der Vater Isidor Mandelbaum. Seine Frau war bereits 1923 in Düsseldorf verstorben. Wanda Mandelbaum lebte in Düsseldorf in der Adersstraße 8. Ihre Schwester Wanda Mandelbaum wohnte bei ihr. Nur im September 1937 war die Schwester kurzfristig in Berlin.
Am 16. Juni 1939 mussten die Schwestern in ein sogenanntes „Judenhaus“ in die Duisburger Straße 8 umziehen. In einem Dokument aus dem Ghetto von Łódź gaben Wanda und ihre Schwester später an, dass sie in der Blech-, Pelz-, Putz- und Handarbeitsbranche gearbeitet hätten.

Am 27. Oktober 1941 wurde Wanda Mandelbaum zusammen mit ihrer Schwester von Düsseldorf in das Ghetto von Łódź deportiert. Sie mussten dort mit anderen Deportierten in die Kollektivunterkunft Fischstraße 21, Zimmer 3, einziehen. Am 4. Mai 1942 konnten sich die beiden Schwestern von der Deportation aus dem Ghetto mit dem IV. Transport am 7. Mai 1942 zurückstellen lassen. Nach der Auflösung der Kollektivunterkünfte konnte Wanda Mandelbaum mit ihrer Schwester am 17. Mai 1942 in die Sperlinggasse 22, Wohnung 1, ziehen. Wanda und Mary Mandelbaum wurden im September 1942 während der „Sperre“ aus dem Ghetto von Łódź gebracht und im Vernichtungslager Chełmno ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.