„Courage ist der wichtigste        
        aller Werte, denn ohne ihn
kannst Du auch alle anderen      
      nicht konsequent leben.“ Maya Angelou

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Walter Boas

Cranachstraße 16

Der Diplom-Ingenieur Walter Josef Boas wurde als Kind von Max und Gertrud Boas, geborene Wolff, am 25. Mai 1883 in Königsberg geboren. Seine Eltern hatte die jüdische Religionszugehörigkeit. Walter J. Boas ließ sich dagegen, vermutlich anlässlich seiner Hochzeit mit Christine Becker, evangelisch taufen. Die gemeinsame Tochter Ruth wurde am 22. Januar 1912 in Eberswalde geboren.

Während der NS-Zeit lebte die Familie Boas bereits in Düsseldorf. Auf Basis der Reichsbürgergesetze galt er für die Nationalsozialisten als Jude, der in „privilegierter Mischehe“ lebte. Walter J. Boas arbeitete für die MECI, einem französischem Unternehmen (Materiel Electrique de Controle et Industriel) in Düsseldorf, als Prokurist. Scheinbar überlegte er das Land zu verlassen, denn am 7. November 1938 hatte er einen Passantrag gestellt. Boas blieb in Düsseldorf und arbeitete bis Januar 1942 bei MECI. Dann kam er auf Vermittlung des Düsseldorfer Arbeitsamtes kam er zu Firma Ott Michaelis, die auf Glühlampen spezialisiert waren. Als Jude wurde dort auf Anordnung des RSHA im Februar 1943 entlassen

Walter Boas wurde am 17. September 1944 in einem „Sondertransport für Mischehepartner“ von Güterbahnhof Düsseldorf-Derendorf deportiert. Der Transport erfolgte zunächst in das Arbeitslager Lenne-Vorwohle/Holzminden und von dort am 23. Dezember 1944 nach Berlin, Jüdisches Krankenhaus an der Iranischen Straße. Von dort wurden die Deportierten in das Ghetto Theresienstadt weitertransportiert. Walter Boas war nicht unter ihnen, er war am 3. Januar 1945 im Jüdischen Krankenhaus verstorben und wurde am 5. Januar 1945 auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee beigesetzt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Stolperstein-Stadtrundgang durch Friedrichstadt
Sonntag, 09. Oktober 2022 um 14 Uhr

“Frau Klein, bereits im Nachthemd, warf man die Treppe herunter” – Gerta Faure, Vermieterin.
Die Familie des ehemaligen Rabbiners Dr. Siegfried Klein zählt sicher zu den bekanntesten Verfolgten und Opfern der Nationalsozialisten in Düsseldorf-Friedrichstadt. Wie sahen die Lebenswege der weniger bekannten Bewohner:innen des Stadtteils aus? Welche historischen Orte sind heute noch sichtbar? Begleiten Sie Philipp Lukas auf dem etwa 90-minütigen Rundgang durch Friedrichstadt und lernen Sie weitere Biographien, sowie historische Standorte der Verfolgung und die Geschichte des Viertels kennen.

Treffpunkt: Straßenbahnhaltestelle Fürstenplatz.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht nötig