„Ihr tragt keine Schuld     
für das was passiert ist,          
      aber ihr macht euch schuldig
wenn es euch nicht interessiert“  
Esther Bejarano

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Sophie Frank, geborene Levy

Füsilierstraße 14

Am 16. Februar 1907 wurde in Düsseldorf Sophie Sybilla Levy geboren. Ihre Eltern waren der Metzger Albert Levy ( geboren am 25. Januar 1879 Walbeck, Kreis Geldern) und dessen Frau. Ihr Vater heiratete später die katholische Maria Levy, vormals Hilgers, geborene Hanraths. Sie hatte mehrere Geschwister: Hertha Levy (1913 Düsseldorf – deportiert am 10.11.1941 nach Minsk) und Rudi Levy (1917 – 1935 Suizid). Ihre Stiefschwester Margarete Exner, geborene Hilgers (geboren 1914), wohnte auch in Düsseldorf. Ebenso die Zwillinge Ernst und Walter Levy (geboren 1920) und Kurt Levy (geboren 1926).

Sophie Levy arbeitete zunächst als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft. Seit Anfang der 1930er- Jahre war sie bei den Städtischen Krankenanstalten in Düsseldorf angestellt. Zu dieser Zeit war sie in der Moorenstraße 5 gemeldet. Später wohnte sie in Düsseldorf in der Venloer Straße 9. Sophie Levy war römisch-katholischer Konfession und verlobte sich zu Ostern 1939 mit Fritz Frank. Ihre Heirat fand am 14. September 1939 statt.

Eine letzte Beschäftigung hatte Sophie Frank bei der befreundeten jüdischen Familie Leopold Lazarus als Hausangestellte. Sie verdiente dort 25 Reichsmark monatlich. Ihr Düsseldorfer Arbeitsbuch hatte die Nummer 169/143873.

Sophie Frank wurde mit ihrem Ehemann Fritz Frank am 27. Oktober 1941 in das Ghetto Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Sie erhielt im Gegensatz zu ihrem Mann in der Zeit vom 7. bis zum 12. Mai 1942 keine Nahrungsmittel ausgehändigt. Sophie Frank verstarb am 16. Juli 1942 um 6.30 Uhr im Krankenhaus 2 des Ghettos. Als offizielle Todesursache wurde „Lungentuberkulose, Wassersucht“ angegeben.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.