„Ein Recht gestehe ich keinem Menschen zu: das auf Gleichgültigkeit.“ Eli Wiesel

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Siegfried Steineberg

Friedenstraße 18

Siegfried Steineberg wurde am 8. Dezember 1906 in Hartenfels im Unterwesterwaldkreis als Sohn der Eheleute Julius und Cilli Steineberg, geborene Thalheimer, geboren. Die Familie zog nach Wollenberg (heute ein Ortsteil der Stadt Bad Rappenau im Landkreis Heilbronn), wo sein Vater Julius Steineberg eine Kurzwarenhandlung in der Deinhardstraße 27 führte. Siegfried besuchte die Volksschule in Wollenberg und absolvierte danach eine Lehre bei der Düsseldorfer Lokal-Zeitung. Anschließend war er ab 1923 als kaufmännischer Angestellter bei der Firma Wilhelm Lutter, einem Lebensmittelgroßhandel in der Hammer Straße, tätig.

Siegfried Steineberg war aktiv in der jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Er gehörte dem jüdischen Sportverein Makkabi an. Dort betreute er 1930 als stellvertretender Obmann die Abteilungen Leichtathletik und Boxen. Politisch engagierte sich Siegfried Steineberg in der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Am 23. Juli 1935 wurde er auf der Graf-Adolf-Straße in Düsseldorf verhaftet. In der Gestapoakte wird folgendes über ihn vermerkt: Als Ende Dezember 1934 die Leitung der KPD-Widerstandsgruppe Düsseldorf-Bilk verhaftet wurde, habe Steineberg die Arbeit weitergeführt. Das von Karl Vogt verfasste Widerstandsflugblatt „Jugend, wir rufen Dich“ sei von ihm verbessert und vervielfältigt worden. Außerdem habe er 100 Flugblätter „Pressedienst“ und 200 Aufrufe zum 1. Mai 1935 herausgegeben.

Der II. Senat des Oberlandesgerichts Hamm verurteilte ihn am 19. Dezember 1935 zu sechs Jahren Zuchthaus. Nach der Verbüßung in den Strafanstalten Siegburg und ab dem 10. Juli 1939 in Herford wurde er im Juni 1941 in sogenannte „Schutzhaft“ genommen, am 22. August ins Düsseldorfer Polizeigefängnis gebracht und von dort am 18. November ins Konzentrationslager Mauthausen überführt. Dort wurde Siegfried Steineberg am 2. Dezember 1941 „auf der Flucht erschossen“.

Seine Eltern Julius und Cilli Steineberg waren am 22. Oktober 1940 aus Baden in das Internierungslager Gurs deportiert worden. Am 14. Januar 1941 verstarb Julius Steineberg im Lager. Seine Frau kam von Gurs ins Lager Recebedou, dann verliert sich ihre Spur. Auch Siegfried Steinebergs Schwester Klara Lomnitzer (geboren 1910 in Hartenfels) wurde deportiert und „im Osten“ ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.