„Courage ist der wichtigste        
        aller Werte, denn ohne ihn
kannst Du auch alle anderen      
      nicht konsequent leben.“ Maya Angelou

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Robert Glücksmann

Geibelstraße 39

Professor Dr. Robert Glücksmann wurde am 23. Juni 1877 in Grottkau in Schlesien als Sohn der Eheleute Isaak und Jenny Glücksmann geboren. Er hatte drei Schwestern und einen Bruder. Die Familie lebte später in Woldenberg in der Neumark und später in Berlin. In Berlin-Wilmersdorf heiratete Robert Glücksmann am 21. Mai 1912 Käthe Stern. Sie war in Berlin am 18. Mai 1886 als Tochter von Hermann und Margarethe Stern, geborene Hirschfeld, zur Welt gekommen. Zum Zeitpunkt der Vermählung lebte Robert Glücksmann noch in Bern. Dort arbeitete er ab 1907 als Manager der Verkehrsschule Bern. Dort wurde auch am 25. März 1913 die Tochter Ursula geboren.

Von 1914 bis 1921 lehrte Glücksmann dann Privatwirtschaftslehre an der von ihm gegründeten Hochschule für Hotel- und Verkehrswesen in Düsseldorf. Hier kam am 16. Juni 1916 der Sohn Klaus zur Welt. Das dritte Kind, Brigitte, genannt Gitta, wurde am 29. März 1924 in Düsseldorf geboren 1924. Im Jahr 1929 gründete und leitete er das Forschungsinstitut für den Fremdenverkehr in Berlin. 1933 musste er seine Stellung dort aufgeben.

Robert Glücksmann, seine Frau und auch die Kinder waren evangelisch getauft. Für die Nationalsozialisten galten sie jedoch als Juden beziehungsweise „Nichtarier“. Nachdem Professor Robert Glücksmann nun als „Nichtarier“ nicht mehr publizieren durfte, versuchte er vergeblich, eine Aufenthaltsgenehmigung für die Schweiz zu bekommen. 1935 brach die Parkinson’sche Krankheit bei ihm aus.

Die älteste Tochter Ursula schloss 1936 in Berlin ihr Studium ab und verließ Deutschland 1938. Die beiden jüngeren Kinder Klaus und Gitta wandten sich bewusst der jüdischen Gemeinschaft zu, der sie durch die NS-Rassegesetzgebung zwangsweise angehörten. Klaus Glücksmann trat im Jahr 1938 offiziell der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf bei und war einer der führenden Jugendleiter des Jüdischen Pfadfinderbundes (JPB).

In der Pogromnacht vom 10. November 1938 wurde das Wohnhaus der Familie Glücksmann in der Geibelstraße 39 von Nationalsozialisten aufgesucht und die Einrichtung zertrümmert. Mit im Haus lebte seit 1930 auch die Mutter von Käthe Glücksmann, Margarethe Stern (1.10.1864 Berlin – 17.7.1943 Ghetto Theresienstadt). Am 17. August 1939 konnte Gitta mit einem Kindertransport nach England einreisen, Klaus gelangte im Oktober 1939 illegal nach Palästina.

Am 21. Juli 1942 wurden Robert und Käthe Glücksmann und Margarethe Stern von Düsseldorf in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Robert Glücksmann war zu diesem Zeitpunkt schon so krank, dass er in den Eisenbahnwagen getragen werden musste. Am 10. September 1942 verstarb er im Ghetto. Margarethe Stern starb knapp ein Jahr später am 17. Juli 1943. Käthe Glücksmann wurde am 9. Oktober 1944 von Theresienstadt aus in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet.

Gitta Glücksmann kam am 19. Juni 1944 bei einem deutschen Luftangriff auf London ums Leben.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

PÄDAGOGISCHES ANGEBOT ZUR AUSSTELLUNG
Workshop „Ich mache mir ein Bild von dir“
Drei Werke Otto Pankoks und drei Lebensgeschichten junger Düsseldorfer Sinti:zze stehen im Mittelpunkt des Workshops. Anhand der Porträts von Ehra, Raklo und Gaisa nähern sich die Teilnehmer:innen dieser individuellen Darstellungsform an, fertigen eigene Skizzen und erproben verschiedene Materialien. Was bedeutet es, sich ein Bild von jemandem zu machen?
Die Spurensuche in der Sonderausstellung führt die Teilnehmer:innen zu den Lebensgeschichten der Sinti:zze vom Heinefeld. Wen zeichnete Otto Pankok? Wie erlebten die jungen Menschen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten? Und wie trat man ihnen und anderen Sinti:zze nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber?
Der Workshop umfasst 2,5 Stunden und richtet sich an Jugendliche ab der 9. Klasse. Bitte beachten Sie, dass die Gruppen eine maximale Anzahl von 25 Schüler:innen nicht überschreiten sollten.
Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie die Teilnahme am Workshop ist für Sie und Ihre Schüler:innen kostenfrei. Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte freut sich über eine Spende!