„Ein Recht gestehe ich keinem Menschen zu: das auf Gleichgültigkeit.“ Eli Wiesel

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Oskar Mainz

Graf-Adolf-Straße 16

Der Bankier Oskar Mainz wurde am 14. September 1866 in Frankfurt am Main als Sohn von Liebmann und Mathilde Mainz geboren. Am 14. Dezember 1887 heiratete er Emmy Apelt. Sie war die 1879 geborene Tochter des Inhabers des Bankhauses D.H. Apelt & Sohn. Nach der Hochzeit trat Oskar Mainz als weiterer Inhaber in das Bankhaus in Halle an der Saale ein. In der Stadt wurden auch ihre vier Kinder geboren: Michael (1899), Berta (geboren 1901), Rudolph (geboren 1903) und als jüngstes Kind Max Mainz. Er kam am 26. Februar 1907 zur Welt.

In den 1930er Jahren zogen Oskar und Emmy Mainz zu ihrem jüngsten Sohn nach Düsseldorf. Oskar Mainz wurde Mitglied der Düsseldorfer Israelitischen Religionsgemeinschaft, einer Gruppe traditionell-orthodoxer Juden, die ihren Betraum auf der Poststraße hatte. Am 22. Mai 1930 verstarb seine Frau Emmy Mainz im Alter von 61 Jahren und wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof begraben.
Oskar Mainz zog am 30. Januar 1933 nach Hamburg. Aus diesem Anlass widmete ihm die Gemeindezeitung für den Synagogenbezirk Düsseldorf einen Abschiedsgruß, in dem seine friedliebenden Eigenschaften und sein Eintreten für die Einheitsgemeinde betont wurden.

In Hamburg zog Oskar Mainz in das Haus seines Neffen Dr. Felix Mainz in der Parkallee 3. Er war der Sohn seines Bruders Hugo Mainz (1864-1932), der in Hamburg das Bankhaus Hugo Mainz & C in der Großen Bäckerstraße 13-15 gegründet hatte.

Oskars Sohn Max Mainz blieb in Düsseldorf und gründete 1935 mit Ruth Löwy eine Familie. Ihr Sohn Uri wurde am 16. Oktober 1941 in Düsseldorf geboren. Knapp ein halbes Jahr später – am 22. April 1942 – wurde sein Sohn mit seiner Familie ins Ghetto Izbica im Bezirk Lublin deportiert und ermordet.

Oskar Mainz wohnte in Hamburg zuletzt in der Dillstraße 15. Er wurde am 16. Juli 1942 aus Hamburg ins Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er genau einen Monat später, am 16. August 1942, verstarb.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.