„Ein Recht gestehe ich keinem Menschen zu: das auf Gleichgültigkeit.“ Eli Wiesel

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Kurt Sondermann

Collenbachstraße 16

Hugo Sondermann, Henriette Sondermann, geborene Löwenstein und Stella und Kurt Sondermann

Hugo Sondermann stammte aus dem Ort Horn, wo er am 25. Oktober 1887 als Sohn des Metzgers Aron Moses und dessen Frau Jenny, geborene Cohn, zur Welt gekommen war. Er hatte acht Geschwister: Siegfried, Philipp, Max, Albert, Julius, Henny, Elfriede und Erich. Hugo Sondermann kämpfte als Soldat im Ersten Weltkrieg. 1916 erhielt er, im Rang eines Unteroffiziers, das Eiserne Kreuz II. Klasse verliehen. Sein Bruder Julius Sondermann fiel am 16. 1917 als Soldat.
Hugo Sondermann heiratete nach Ende des Ersten Weltkriegs Henriette Löwenstein. Seine Frau war am 21. August 1889 in Assinghausen im Hochsauerlandkreis als Tochter von Levi und Sara Löwenstein, geborene Kohlhagen, geboren worden. Henriette hatte noch einen Bruder, Max Löwenstein (1891-1945) und eine Schwester, die 1890 im Alter von zwei Jahren verstarb.

Das Ehepaar Sondermann zog nach Düsseldorf. Am 6. Mai 1924 wurde in Düsseldorf der Sohn Kurt Sondermann geboren. Am 10. April 1928 kam dann Stella Sondermann als zweites Kind des Ehepaars zur Welt.
1924 wohnte die Familie noch in der Zietenstraße 24. Hugo Sondermann war zusammen mit Alfred Kaufmann Inhaber der Tricotagen- und Strumpfwaren Großhandlung „Kaufmann & Sondermann“ in der Grupellostraße 22. 1925 befanden sich die Büros der Firma in der Oststraße 128/132.

Anfang der 1930er Jahren arbeitete Hugo Sondermann als Handelsvertreter für Textilwaren und Gardinen. Die Familie wohnte zu dieser Zeit bereits in einer Wohnung in der zweiten Etage des Hauses Collenbachstraße 16. Kurt und seine Schwester Stella besuchten die Private Jüdische Volksschule in Düsseldorf.

Im Oktober 1941 musste die Familie in die Mozartstraße 19 umziehen. Am 10. November 1941 wurde Kurt Sondermann mit den Eltern und seiner Schwester Stella in das Ghetto von Minsk deportiert und dort ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.