„Was man verstehen
gelernt hat,
        fürchtet man nicht mehr.“ Marie Curie

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Josef Müller

Harffstraße 167

Der am 9. Februar 1903 in Düsseldorf geborene Schlosser Josef Müller war verheiratet und arbeitete für die Düsseldorfer Firma Rheinmetall. Seine Wohnung in der Harffstraße 167 galt als Materialanlaufstelle (Flugblätter, Schriften etc.) für den Unterbezirk Gerresheim der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD). Anfang 1935 gelang es der Geheimen Staatspolizei (Gestapo), fast die gesamte Widerstandsorganisation des KPD-Unterbezirks Gerresheim aufzudecken. Josef Müller gehörte zu den Verhafteten. In seiner Vernehmung sagte er aus, dass er 1931 nur etwa ein halbes Jahr Mitglied dieser Partei gewesen sei.

Am 9. Februar 1935 wurde Josef Müller ins Düsseldorfer Polizeipräsidium gebracht. Dort blieb er bis zum 26. Februar 1935 „zur Verfügung der Gestapo“, wie es amtlich hieß. Dann wurde er in das Untersuchungsgefängnis Düsseldorf, Ulmer Höh’ genannt, überführt.
Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte Müller in einem Prozess gegen 64 Angeklagte am 17. September 1935 wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu sechs Jahren Zuchthaus. Die Haftstrafe verbüßte er bis zu seiner vorzeitigen Entlassung am 9. Oktober 1940 im Zuchthaus (Remscheid-) Lüttringhausen.

Seinem Ausreisewunsch nach Norwegen wurde nicht entsprochen. Stattdessen musste er seine „Wehrwürdigkeit“ beantragen, um in die Strafdivision 999 eingezogen werden zu können. Josef Müller kam am 5. Mai 1944 ums Leben.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.