„Hope will never be silent“ Harvey Milk

Josef Bellut

Friedenstraße 38 a

Der Arbeiter Josef Bellut wurde am 17. April 1898 in Düsseldorf geboren. Sein Elternhaus stand in der Konkordiastraße 105. Bellut kämpfte seit 1916 als Soldat im Ersten Weltkrieg und wurde am 17. April 1918 leicht verwundet. Er heiratete 1920. Mit seiner Frau Wilhelmine wohnte er seit Mai 1934 in der Friedenstraße 38 a in Düsseldorf-Bilk. Die beiden hatten eine Tochter, die 1921 in Düsseldorf geboren wurde. Seit Mitte der 1920er Jahre arbeitete Josef Bellut im städtischen Fuhrpark der Stadt Düsseldorf als ungelernter Arbeiter.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten engagierte sich Josef Bellut im politischen Widerstand. Am 20. Juli 1935 wurde er verhaftet. Der Vorwurf lautete, dass Josef Bellut eine Druckschrift der illegalen KPD im Besitz hätte. Er blieb 6 Monate in Haft in der Ulmer Höh in Düsseldorf-Derendorf. Während dieser Zeit wurde er schwer krank und dann am 20. Februar 1936 aus der Haft entlassen. Am 19. Februar 1936 war er vom II. Strafsenat des Oberlandesgerichts in Hamm in Westfalen wegen eines angeblichen Vergehens gegen § 21 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze des deutschen Volkes vom 4. Februar 1933 zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe galt durch die Untersuchungshaft als verbüßt.
Wegen seiner politischen Inhaftierung hatte sein früherer Arbeitgeber, die Stadt Düsseldorf, ihn zum 7. August 1935 entlassen. Er musste nun versuchen mit Gelegenheitsarbeiten ein Einkommen für sich und seine Familie zu erwirtschaften. Josef Bellut erholte sich nie wieder wirklich von der Haft und blieb gesundheitlich angeschlagen. Er starb am 21. Mai 1944.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Marion Czarnecki-Bille und Astrid Hirsch-von Borries werfen erneut einen Blick auf den Düsseldorfer Stadtplan und die öffentliche Ehrung von Frauen. Von der Gatinnenstraße, dem Märchenprinzessinnenweg, der Heiligenehrung, über die Künstlerin bis hin zur Juristin ist im Stadtbild (beinahe) alles vertreten.
Aber wie „kommt Frau“ (auch Mann) eigentlich zu „Ihrer“ Straße? Seit wann werden Straßen nach Personen benannt und wie wichtig ist die personenbezogene Straßenbenennung eigentlich für das Profil einer Stadt?
Diese und andere Fragen sollen uns an diesem Abend umtreiben.

Mit ihrem Vortrag „mutig – weiblich – sichtbar? Quantität und Qualität bei der Straßenbenennung in Düsseldorf“ weihen Czarnecki-Bille und Hirsch-von Borries unser neues Beatrice-Strauss-Bildungszentrum (BSZ) ein.

Das BSZ ist eine Erweiterung unserer Räumlichkeiten und fußläufig von der Gedenkstätte aus erreichbar. Hier werden tagsüber Workshops mit Schulklassen durchgeführt und abends finden Vortrage, Lesungen und weitere Veranstaltungen statt.
Das Bildungszentrum befindet sich im Hinterhof der Marktstraße 2, gegenüber der alten Kämmerei.

Keine Anmeldung nötig. Der Eintritt ist frei.