„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

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Hugo Hage

Am Stufstock 17

Hugo Hage

Hugo Hage wurde am 2. Oktober 1878 in Großjena, Kreis Naumburg (heute ein Stadtteil der Stadt Naumburg an der Saale), geboren. Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt zunächst als Bauarbeiter, später wird sein Beruf mit „Bote“ angegeben. Am 28. November 1924 wurde Hage Stadtverordneter für die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) in Düsseldorf. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten geriet er als ehemaliger Führer des Düsseldorfer Rotfrontkämpferbundes (RFB), Mitglied der „Roten Hilfe“ und Stadtverordneter der KPD in das Blickfeld der Geheimen Staatspolizei (Gestapo). Hugo Hage wurde am 11. März 1935 verhaftet und war bis zum 16. März 1935 im Düsseldorfer Polizeigefängnis, dann wurde er in das Derendorfer Gerichtsgefängnis überführt. Das Oberlandesgericht Hamm verurteilte ihn am 17. September 1935 in einem der großen Hochverratsprozesse, der „Strafsache Rübesamen und Andere“, zu einem Jahr und sechs Monaten Zuchthaus, die er im Zuchthaus Hameln verbüßte.

Am 15. Januar 1937 – nur ein Vierteljahr nach seiner Haftentlassung – wurde Hugo Hage zusammen mit seinem Sohn erneut wegen des Verdachts „staatsfeindlicher Umtriebe“ festgenommen und wenige Tage später wieder entlassen. Seelisch gebrochen starb er am 2. Oktober 1942 in der Heil- und Pflegeanstalt Grafenberg.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.