„Ihr tragt keine Schuld     
für das was passiert ist,          
      aber ihr macht euch schuldig
wenn es euch nicht interessiert“  
Esther Bejarano

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Helene Blumenfeld, geborene Heumann

Hauptstraße 46

Helene Heumann wurde am 20. Dezember 1904 in Düsseldorf geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Jonas Heumann und dessen Frau Selma, geborene Friedsam. Helene hatte noch zwei ältere Schwestern: Therese (geboren 1900) und Martha (geboren 1902). Am 4. Februar 1923 verstarb ihr Vater Jonas Heumann im Alter von 50 Jahren. Nach seinem Tod unterstützen Helene und ihre Schwestern die Mutter im Geschäft für Manufakturwaren und Herrenkonfektion in der damaligen Schulstraße 4 in Benrath.

Am 12. Februar 1933 heiratete Helene Heumann den Kaufmann Paul Blumenfeld. Er war am 11. November 1902 in Wanne-Eickel als Sohn der Eheleute Otto und Rosa Blumenfeld, geborene Cahn, zur Welt gekommen.
Drei Jahre nach der Hochzeit, am 25. Mai 1936, wurde ihre Tochter Gabriele geboren. Noch im selben Jahr, am 9. Oktober 1936, meldete sich ihr Mann Paul Blumenfeld aus Düsseldorf „auf Reisen“ ab. Er suchte nach einer Emigrationsmöglichkeit für seine Familie, zunächst in Prag, wohin ihm Frau und Tochter im August 1937 folgten. Angesichts der schwelenden Sudetenkrise in der Tschechoslowakei zogen die Blumenfelds im Juni 1938 ins niederländische Groenlo nahe der deutschen Grenze. Am 17. März 1939 zogen sie weiter nach Soest/Niederlande, wo sie in der Hartmanlaan 33 wohnten. Im Februar 1941 wohnte die Familie schließlich in der Burgemeester Grothestraat 55. Mit der Begründung: „Mitglied des Jüdischen Rates“ war ihr Mann Paul Blumenfeld von der „Einweisung“ in das „Judendurchgangslager“ Westerbork ausgenommen worden. In einer „Aufzählung von Juden, wohnhaft in der Gemeinde Soest“, vom 31. Juli 1943 erscheint der Name der Familie nicht mehr.

Im Juni 1943 wurde ihr Ehemann Paul Blumenfeld, der mit seinem Schwager Walter Eichenwald in Nuenen untergetaucht war, verhaftet, in das „Judendurchgangslager Westerbork“ und von dort sofort am 29. Juni 1943 in das Vernichtungslager Sobibór gebracht und am 2. Juli 1943 ermordet.

Auch Helene Blumenfeld und ihre Tochter Gabriele tauchten unter. Ab dem 1. Oktober 1943 konnten sie bei der Familie Paddenbrug in Soest Unterschlupf finden. Helene Blumenfeld litt an Diabetes. Wegen ungenügender ärztlicher Versorgung (Insulinmangel) starb sie am 8. Oktober 1944 im Krankenhaus von Amersfoort.

Ihre Tochter Gabriele war mit neun Jahren Vollwaise und überlebte in der Familie Paddenbrug. Nach dem Krieg konnte sie im Juli 1947 gemeinsam mit ihren Tanten Thea Eichenwald und Martha Bernstein sowie ihrem Cousin Gert Eichenwald in die USA emigrieren.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.