„Courage ist der wichtigste        
        aller Werte, denn ohne ihn
kannst Du auch alle anderen      
      nicht konsequent leben.“ Maya Angelou

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Heinrich Pfingst

Cheruskerstraße 46

Der Kaufmann Heinrich Pfingst wurde am 10. September 1874 in Bischofsburg (Ostpreußen) geboren. Sein Vater Bernhard Pfingst unterhielt eine Essigfabrik im Ort. Seine Mutter Doris Pfingst, geborene Zachararias bekam insgesamt zehn Kinder.

Heinrich Pfingst heiratete am 19. September 1905 Hertha Löwenstein. Mit seiner Frau hatte er fünf Töchter, die alle in Lötzen geboren wurden: Anni (geboren 1906), Margarete (genannt Grete, geboren 1907), Hilde (geboren 1909), Doris (geboren 1911) und Margot (geboren 1918). Am 18. Februar 1915 wurde der einzige Sohn Werner in Berlin geboren. Seit 1912 führte Heinrich Pfingst ein Kaufhaus unter seinem Namen in Lötzen. 1928 zog die Familie nach Düsseldorf ins eigene Haus Cheruskerstraße 46 in Oberkassel.

Als Heinrich Pfingst 1932 den Posten des Geschäftsführers der Osnabrücker Woolworth-Filiale erhielt, blieben seine Kinder Grete und Werner in Düsseldorf. Tochter Anni zog nach ihrer Heirat mit dem Kaufmann Berthold Jacoby nach Schippenbeil (Ostpreußen).

1934 kehrte Heinrich Pfingst mit seiner Ehefrau Hertha und den beiden Töchtern Doris und Margot wieder nach Düsseldorf zurück. Sie bezogen zusammen mit Grete und Werner eine Wohnung in der Grafenberger Allee 32/34. Im Januar 1936 starb Hertha Pfingst. Sie wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof in Düsseldorf begraben. Im gleichen Jahr konnte Tochter Margot nach Palästina einreisen. Anni und Werner gelang die Emigration in die USA.
Am 9. Juni 1936 zog Heinrich Pfingst als Untermieter in die Wohnung von Irene Rosenbusch. Sie wohnte in der Kaiserswerther Straße 70. In der Pogromnacht im November 1938 wurde die Wohnung total demoliert, auch das Zimmer von Heinrich Pfingst.

Am 25. August 1939 meldete er sich nach Amsterdam ab. Dort wohnte er in der Albrecht Dürerstraat 1. Am 13. April 1943 wurde er verhaftet und im „Judendurchgangslager“ Westerbork interniert. Von dort aus wurde der 68-Jährige am 20. Juli 1943 ins Vernichtungslager Sobibór deportiert und ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.