„Ein Recht gestehe ich keinem Menschen zu: das auf Gleichgültigkeit.“ Eli Wiesel

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Friedrich Grunewald

Brehmstraße 84

Friedrich (Fritz) Grünewald wurde am 8. Februar 1892 in Wanne geboren. Seine Eltern waren Heinz und Selma Grünewald, geborene Meyer. 1909 begann Fritz Grünewald seine Arbeit für die Barmer Firma Leopold Weisskopf. Dort lernte er seine spätere Frau, die jüngste Tochter des Firmeninhabers, Emmy Weisskopf (geboren 1894) kennen.

Von 1914 bis 1918 kämpfte Fritz Grünewald als Soldat im Ersten Weltkrieg. Am 25. April 1919 heiratete er Emmy Weisskopf. Sie bekamen drei Kinder: Lore Elsbeth, 1920 in Barmen geboren; Ernst Klaus, 1921 ebenfalls in Barmen geboren und die am 22. September 1926 in Düsseldorf geborene Margot Eva Ruth Grünewald.

Seit dem Jahreswechsel 1921/ 1922 wohnte die Familie in Düsseldorf. Sie wohnten in der Freytagstraße 37. Fritz Grünewald unterhielt bis ins Jahr 1931 unter seinem Namen eine Vertretung der Eisengroßhandlung Weisskopf in der Königsallee 66, danach führte er eine Gummifabrik im Düsseldorfer Hafen. Seit 1931 wohnte die Familie in der Brehmstraße 84.

Sein Sohn Klaus ging zum Studium nach Amsterdam, die Tochter Lore absolvierte eine Ausbildung zur Kranken- und Säuglingsschwester in Berlin und die jüngste Tochter lebte bei ihrer Großmutter Ida Weisskopf in Barmen.

1936 emigrierte das Ehepaar nach Belgien. Im Ausland änderten sie den Namen in Grunewald. Im August 1939 kam ihre jüngste Tochter zu ihnen nach Brüssel. Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden sie als jüdische Emigranten interniert. Ihre Tochter Margot konnte im Untergrund und mit falschen Papieren versteckt überleben.

Fritz und Emmy Grunewald wurden am 31. Juli 1943 vom Lager Mechelen (Malines) in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und vermutlich nach der Ankunft des Zuges am 2. August 1943 ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.