„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Franz A. Cohen-Altmann

Cecilienallee 11

Franz Anselm Cohen-Altmann stammte aus einer prominenten Düsseldorfer jüdischen Familie. Sein Vater, Justizrat Stephan Cohen-Altmann, war bis 1921 Vorsteher der Repräsentanten der Synagogengemeinde Düsseldorf und hatte die Einrichtung des Sitzungssaales im Gemeindehaus in der Kasernenstraße gestiftet. Stephan und Chana Cohen-Altmann hatten zwei Kinder: Elisabeth (geboren 1900) und Franz Anselm (geboren am 23. Januar 1905). Elisabeth heiratete 1926 und lebte mit ihrer Familie in Magdeburg, 1933 emigrierte sie von dort nach Palästina.

Franz A. Cohen-Altmann blieb unverheiratet und litt an einer psychischen Erkrankung. 1932 ließ er sich in die Jacoby’sche Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke nach Bendorf-Sayn einweisen.
Ab 1940 wurden jüdische Patienten in speziellen Anstalten, darunter Bendorf-Sayn, zusammengezogen. Am 30. April, am 15. Juni, am 27. Juli und am 11. November 1942 wurden die Patienten aus Bendorf-Sayn abtransportiert – unter ihnen war auch Franz A. Cohen-Altmann. Am 15. Juni 1942 wurde er von dort nach Izbica im Bezirk Lublin deportiert und vermutlich im Vernichtungslager Sobibór ermordet.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Allen jüdischen Menschen wünschen wir von Herzen schöne Feiertage und einen guten Übergang in das neue Jahr 5783. Shana tova u‘metuka!

Unser Bild zeigt die Synagoge an der Kasernenstraße, die zwei Tage vor Erev Rosh haShana 5665 (6. September 1904) eröffnet wurde. Bis zur Zerstörung durch die Nationalsozialisten im November 1938 konnten die jüdischen Familien Düsseldorfs in dieser Synagoge ihre Feste und Gottesdienste begehen.