„Hope will never be silent“ Harvey Milk

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Emil Schäfer

Himmelgeister Straße 53

Die Sozialdemokraten gehörten während der Zeit des Nationalsozialismus zu den ersten, die von den Nazis verfolgt wurden. Emil Schäfer war seit 1932 einer von ihnen. Er stammte aus Iserlohn, wo er am 21. Januar 1886 geboren worden war. Seine Eltern waren Heinrich und Minna Schäfer, geborene Hombeck.
Nach Besuch der Mittelschule arbeitete er auf mehreren Werften in Norddeutschland und arbeitete dann ab 1907 als Steward auf See.
Emil Schäfer heiratete 1921 Mathilde Blum. Sie war am 15. März 1895 in Gelsenkirchen zur Welt bekommen. Die beiden hatten ein gemeinsames Kind, das 1922 geboren wurde. Emil Schäfer war im Ersten Weltkrieg als Soldat 1915 schwer verletzt worden und erhielt eine 40% Kriegsbeschädigtenrente. In den 1920er Jahren erhielt er eine Anstellung bei der Holland-Amerika-Linie und fuhr bis 1935 als Steward zur See. Seine beruflichen Erfahrungen als Steward prädestinierten den Sozialdemokraten zum Mittelsmann zwischen verschiedenen Widerstandsgruppen. Seine Kontakte reichten bis Berlin und Hamburg sowie in die Niederlande.

Die Geheime Staatspolizei (Gestapo) nahm Emil Schäfer am 13. November 1936 fest. Zuvor hatten die Gestapobeamten Schiffer und Ruhrberg ergebnislos seine Wohnung durchsucht. Er wurde ins Polizeigefängnis eingeliefert und bis zum 30. November dort inhaftiert. Um den Druck auf ihn zu erhöhen, wurde seine Frau Mathilde ebenfalls vom 16. bis zum 20. November in Haft genommen.

Als am 21. Juni 1937 vom Oberlandesgericht Hamm im Prozess gegen „Fleischbein und andere“ das Urteil gegen seine Mitstreiter wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ gesprochen wurde, lebte Emil Schäfer schon nicht mehr: Die Gestapo hatte ihn am 13. Januar 1937 im Düsseldorfer Polizeipräsidium in den Selbstmord getrieben.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.