„Anders zu sein,        
das muss man üben.“ Dieter Linz

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Else Löb, geborene David

Grunerstraße 33

Else Löb kam am 30. Juni 1889 in Wiesbaden als Tochter von Moritz und Anna David, geborene David, zur Welt. Ihr Vater arbeitete als Kaufmann. Else wohnte mit ihren Eltern in Wiesbaden in der Augustastraße 11.

Am 24. Dezember 1908 heiratete Else David in Wiesbaden den Kaufmann Sigmund Löb. Zu diesem Zeitpunkt wohnte ihr Mann schon in Düsseldorf. Er war am 24. November 1877 in Weißenthurm bei Koblenz als Sohn von Isaak und Johannette Löb, geborene Moses zur Welt gekommen. Ihr Mann hatte noch vier Geschwister: Jakob, Wilhelmine, Sally und Leopold. Mit seinem Bruder Jakob führte Sigmund Löb die Firma „S. u. J. Löb, Perlen und Edelsteine“. Viele Jahre sollten sie ihre Agentur im Wilhelm-Max-Haus in der Düsseldorfer Altstadt haben.

Die Ehe von Else und Sigmund Löb blieb kinderlos. Die Düsseldorfer Pianistin Hilda Klestadt-Jonas (geboren 1913 in Düsseldorf) erinnert sich an Sigmund und Else Löb als ein liebenswertes Ehepaar, welches sie oft besuchte.

Im Düsseldorfer Adressbuch für das Jahr 1933 hatte ihr Mann Sigmund die Firmenadresse aus dem Wilhelm-Marx-Haus bereits zu seiner privaten Adresse in der Grunerstraße 33 verlegt. Am 26. November 1936 emigrierten Else und Sigmund Löb in die Niederlande. Sie wohnten in Amsterdam in der Zuider Amstellaan 16/I. Bei ihnen wohnte auch Else Löbs Mutter Anna David (06.12.1861 Krefeld – 07.07.1943 Westerbork). Ihr Vater verstarb 1939.

Nach der Besetzung der Niederlande durch die deutsche Wehrmacht wurden die drei 1942 verhaftet und im „Judendurchgangslager“ Westerbork interniert. Die 82-jährige Anna David starb im Lager am 7. Juli 1943. Else Löb verstarb dort am 27. August 1943.

Ihr Mann Sigmund Löb wurde am 7. September 1943 von Westerbork ins Lager Bergen-Belsen deportiert. Seine Häftlingsnummer 119651 deutet darauf hin, dass er im Dezember 1944 ins Konzentrationslager Sachsenhausen eingeliefert worden ist. In Heinkel, einem Außenlager des KZs, verstarb er am 31. Dezember 1944.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.