“Wir müssen für die
                   Freiheit planen
und nicht für die          
Sicherheit.“ Karl Popper

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Elisabeth Plücker, geborene Korban

Ahnfeldstraße 19

Elisabeth Plücker, geborene Korban, wurde am 20. Mai 1881 in Neurode/Schlesien geboren. Ihre Eltern waren der Briefträger Eduard Korban und dessen Frau Theresia, geborene Schmidt. Elisabeth war das älteste von vier Kindern. Als sie fünf Jahre alt war, starben die Eltern an Typhus. Die Kinder wuchsen in einem Waisenhaus auf und besuchten die Neuroder Volksschule.
1904 heiratete Elisabeth in Solingen-Ohligs den Schleifer Ludwig Plücker. Ihr erster Sohn Ludwig wurde 1904 in Köln geboren. Ihm folgten die Töchter Elisabeth (geboren 1906 in Solingen-Ohligs) und Johanne, Hanny genannt (geboren 1907 in Solingen-Gräfrath). Ludwig Plücker verließ die Familie 1909. Zwei Jahre später, 1911, wurde die Ehe durch das Landgericht Elberfeld (Wuppertal) geschieden. Elisabeth – genannt Liesel – erlernte den Beruf der Frisörin, um für sich und die Kinder den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ab 1912 lebte Liesel Plücker in Düsseldorf. Dort wurde sie Mitglied im Deutschen Freidenker-Verband, in den 1920er Jahren der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD), der Roten Hilfe und der Liga für Mutterschutz und soziale Familienhygiene.

Am 16. Juli 1934 wurde Liesel Plücker verhaftet. Ihr wurde vorgeworfen, sich am Aufbau der illegalen KPD beteiligt und kommunistische Widerstandskämpfer und Flüchtlinge in ihrer Wohnung in der Ahnfeldstraße 19 aufgenommen zu haben. Am 27. April 1935 wurde sie vom Oberlandesgericht (OLG) Hamm wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Nach ihrer Entlassung aus der Frauenstraf- und Verwahrungsanstalt Aichach in Oberbayern wurde sie am 16. Juli 1939 von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) Düsseldorf in „Schutzhaft“ genommen und am 21. Juli ins Polizeigefängnis eingeliefert. Von dort kam sie eine Woche später, am 29. Juli 1939, in das Konzentrationslager (KZ) Ravensbrück. Ihre Tochter Hanny Römer stellte im Juni 1940 ein Gnadengesuch für ihre Mutter, das jedoch abgelehnt wurde. Am 25. März 1942 teilte die Politische Abteilung des KZ Ravensbrück der Gestapoleitstelle Düsseldorf mit, dass Elisabeth Plücker am selben Tag in das KZ Auschwitz überführt wurde. Ihr Tod wurde am 10. November 1942 vermerkt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

PÄDAGOGISCHES ANGEBOT ZUR AUSSTELLUNG
Workshop „Ich mache mir ein Bild von dir“
Drei Werke Otto Pankoks und drei Lebensgeschichten junger Düsseldorfer Sinti:zze stehen im Mittelpunkt des Workshops. Anhand der Porträts von Ehra, Raklo und Gaisa nähern sich die Teilnehmer:innen dieser individuellen Darstellungsform an, fertigen eigene Skizzen und erproben verschiedene Materialien. Was bedeutet es, sich ein Bild von jemandem zu machen?
Die Spurensuche in der Sonderausstellung führt die Teilnehmer:innen zu den Lebensgeschichten der Sinti:zze vom Heinefeld. Wen zeichnete Otto Pankok? Wie erlebten die jungen Menschen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten? Und wie trat man ihnen und anderen Sinti:zze nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber?
Der Workshop umfasst 2,5 Stunden und richtet sich an Jugendliche ab der 9. Klasse. Bitte beachten Sie, dass die Gruppen eine maximale Anzahl von 25 Schüler:innen nicht überschreiten sollten.
Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie die Teilnahme am Workshop ist für Sie und Ihre Schüler:innen kostenfrei. Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte freut sich über eine Spende!