„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Bertha Meyer

Alt-Himmelgeist 22

Am 7. August 1888 stellte der Viehhändler und Metzger Max Meyer ein Baugesuch an den Benrather Bürgermeister, in der Scheune auf der Gemarke „Alt Himmelgeist 22“ Wohnungen einbauen zu dürfen. Dem Gesuch wurde stattgegeben, und so lebte die Familie dort in den nächsten 50 Jahren, bis Meyers Ehefrau Bertha das Anwesen 1938 verkaufte. Max Meyer war am 23. September 1937 verstorben, die Tochter Johanna bereits ins Ausland geflohen.

Bertha Meyer zog nach dem Verkauf für kurze Zeit in die Scheurenstraße 27 und dann, am 17. April 1939, in ihre Geburtsstadt Bonn zu ihrem Bruder Nathan Scheuer (geboren 1877). In Bonn war sie im Stadtteil Poppelsdorf am 22. November 1871 als Tochter der Eheleute Max und Johanna Scheuer, geborene Ullmann, zur Welt gekommen.

Bertha Meyer wurde zusammen mit ihrem Bruder Nathan am 16. Juni 1942 über Köln in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Sie wurde von dort am 19. September des gleichen Jahres ins Vernichtungslager Treblinka gebracht und ermordet. Nathan Scheuer starb am 13. Februar 1944 im Ghetto Theresienstadt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.