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Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Alice Buxbaum, geborene Sturmthal

Grunerstraße 22

Alice Sturmthal kam am 27. September 1897 in Krefeld zur Welt. Ihre Eltern waren der Kaufmann Hermann Sturmthal und dessen Frau Emma, geborene Daniel. Zum Zeitpunkt ihrer Geburt wohnte die Familie in Krefeld in der Hochstraße 55. 1900 wohnte die Familie dann am Südwall 2. Ihre Mutter inserierte in der Zeitung „Der Israelit“ vom 29. November 1900: „Ich suche für meinen Haushalt von vier Personen ein tüchtiges Mädchen. Frau Herm. Sturmthal, Krefeld, Südwall 2“. Der Text lässt darauf schließen, dass Alice einen Bruder oder eine Schwester hatte. Um 1913 erfolgte der Umzug nach Düsseldorf. Ihr Vater war später Inhaber eines Agenturengeschäfts in Herrenkonfektion in Düsseldorf-Oberkassel in der Salierstraße 14. Im Jahr 1917 musste ein Konkursverfahren einleiten.

Alice heiratete den Kaufmann Moritz Buxbaum. Ihr Mann war am 10. August 1886 in Öhringen/Württemberg als Sohn des Ehepaars Hesekiel und Therese Buxbaum, geborene Oppenheimer zur Welt gekommen. Ihr Mann hatte noch mindestens sieben Geschwister.
Der erste Sohn Hans-Werner kam am 3. Juli 1925 in Bochum zur Welt. Zu dieser Zeit war ihr Mann Moritz Buxbaum zusammen mit seinem älteren Bruder Karl Buxbaum (1884-1941) Inhaber des Tabakwaren-Großhandels „Gebr. Buxbaum“ auf der Bahnhofstraße 8 in Bochum.

Der am 23. Juni 1929 geborene Sohn Horst war ein „echter Düsseldorfer“. Am 16. Juli 1938 feierte er in der Jüdischen Gemeinde seine Bar Mitzwa. Dies inserierten seine Eltern auch in der Ausgabe des Israelitischen Familienblatts Nummer 27 vom 7. Juli 1938. Die Familie lebte zu dieser Zeit in der Grunerstraße 22 im Düsseldorfer Zooviertel. Anfang 1938 stellte ihr Mann Moritz Buxbaum einen Antrag bei den Behörden. Er wollte seinen Pass verlängern. Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass er plante mit seiner Familie Deutschland zu verlassen.

Mittlerweile wohnte die Familie in einer kleinerer Wohnung in der Kreuzstraße 58. 1940 wurde ihr Mann zur Zwangsarbeit zusammen mit anderen jüdischen Männern aus Düsseldorf verpflichtet. Sie mussten unter anderem bei der Baustelle im Freibad in Stoffeln arbeiten. Bei der Arbeit verletzte sich Moritz Buxbaum am Fuß.

Alice und Moritz Buxbaum wurden zusammen mit ihren Söhnen am 10. November 1941 ins Ghetto von Minsk deportiert. Sie haben nicht überlebt.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.