„Courage ist der wichtigste        
        aller Werte, denn ohne ihn
kannst Du auch alle anderen      
      nicht konsequent leben.“ Maya Angelou

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Albert Schnook

Florastraße 4

Albert Schnook wurde am 2. April 1878 in der niederrheinischen Stadt Rheydt geboren. Seine Eltern waren der Kaufmann Hermann Schnook (1849-1922) und seine Frau Rebekka, geborene Heumann (1856-1939). Albert hatte acht Geschwister. Lediglich drei von ihnen konnten mit ihren Familien in der Emigration überleben.

Der Kaufmann Albert Schnook hatte zwei Söhne aus der 1905 in Frankfurt am Main geschlossenen Ehe mit Ida Wolf: Harry (geboren 1906 in Frankfurt a.M.) und Paul (geboren 1909 in Frankfurt a.M.). Am 24. November 1911 verstarb Ida Schnook im Alter von 34 Jahren. Sie wurde auf dem Alten Jüdischen Friedhof in Frankfurt begraben.

In zweiter Ehe heiratete Albert Schnook am 19. März 1913 in Frankfurt am Main Lina Neumann (geboren am 19. Dezember 1882 in Sprachbrücken). Er wohnte auch mit ihr in Frankfurt am Main. Im Frankfurt Adressbuch von 1915 ist folgender Eintrag verzeichnet worden: „Schnook, Lina, Privatiere, Gauß-Straße 34“. In dieser Zeit kämpfte Albert Schnook als Soldat im Ersten Weltkrieg. In der Kriegsstammrolle wurde sein Beruf als „Reisender“ eingetragen. Außerdem wurden drei Kinder vermerkt. Im März 1917 konnte er zu seiner Familie zurückkehren. 1920 wurde die Ehe geschieden.

Albert Schnook zog nach der Scheidung wieder nach Mönchengladbach und wurde Geschäftsführer der elterlichen Möbelhandlung. Im dortigen Adressbuch des Jahres 1925 ist er als „Schnook, Albert, Geschäftsführer, Friedrich-Wilhelm-Straße 104“ aufgeführt. Seine Mutter Rebekka Schnook war weiterhin Inhaberin des Geschäfts.
Am 14. Dezember 1927 heiratete Albert Schnook Rosa Bleeck in Mönchengladbach-Rheydt. Sie war am 14. September 1885 als Tochter des Zigarrenmachers Isaak Bleeck und seiner Frau Julia, geborene Rothschild, in Wickrath bei Grevenbroich geboren worden. Sie hatte noch Zwillingsgeschwister, die am 11. Juni 1888 zur Welt gekommen waren. Jedoch verstarb das eine Baby bei der Geburt und der Bruder Max nach 18 Monaten.

Albert und Rosa Schnook wohnten zunächst weiterhin in Mönchengladbach. Zuletzt (Ende 1935) wohnte das Ehepaar in der Mittelstraße 1. Ab Mitte 1935 wohnten das Ehepaar Schnook dann in Düsseldorf im Haus Florastraße 4. Im Adressbuch der Stadt Düsseldorf von 1940 ist hinter dem Eintrag „Schnook, Albert“ kein Beruf mehr verzeichnet. Möglicherweise hatte Albert Schnook sein Geschäft in Mönchengladbach „arisieren“ müssen.
Ende des Jahres 1940 mussten Rosa und Albert Schnook in ein sogenanntes „Judenhaus“ in die Jahnstaße 41 umziehen. Von dort wurden sie am 10. November 1941 in das Ghetto von Minsk deportiert. Wann und wo sie ermordet wurden, ist nicht feststellbar. Albert Schnooks Söhne überlebten.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.