„Anders zu sein,        
das muss man üben.“ Dieter Linz

Stolpersteine in
Düsseldorf finden

Albert Lilienfeld

Ehrenstraße 22

Vor dem Haus wurden drei Stolpersteine für die ermordeten Mitglieder der Familie Lilienfeld verlegt.

Albert Lilienfeld, Max Lilienfeld und Rolf Lilienfeld

Albert Lilienfeld kam am 10. April 1875 in Lippstadt als Sohn des Ehepaars Matthias und Emilie Lilienfeld, geborene Culp, zur Welt. Er arbeitete zunächst zusammen mit Simon Sostheim als Teilhaber der Stuhl- und Clubmöbelfabrik J. Sommer & Co. in Düsseldorf auf der Derendorfer Straße 36/38. Mit seiner aus Bremen stammenden Frau Adele, geborene Koopmann, und den vier Söhnen Franz (geboren am 9. November 1911), Max (geboren am 14. Mai 1914), Kurt (geboren am 27. September 1916) und Rolf (geboren am 14. November 1919) wohnte er im eigenen Haus in der Ehrenstraße 22.
Die Söhne besuchten die Volksschule auf der Blücherstraße, danach das Prinz-Georg-Gymnasium und waren aktive Mitglieder im Bund Jüdischer Pfadfinder. Franz und Kurt wanderten Ende 1934 nach Palästina aus.

Max, der den väterlichen Betrieb übernehmen sollte, absolvierte erst eine Schreiner- und anschließend eine Polsterer-Lehre in Essen. Nachdem er mit seinem Motorrad einen SA-Mann angefahren hatte, flüchtete er nach Belgien. Dort heiratete er 1939 Edith Maassen, die Schwester seines belgischen Teilhabers. Mit ihr und dem gemeinsamen Sohn lebte Max Lilienfeld in Brüssel und floh nach dem Überfall der Deutschen Wehrmacht im Mai 1940 nach Frankreich. In La Bastide wurde er am 26. August 1942 als „feindlicher Ausländer“ verhaftet und im Lager Gurs interniert. Am 9. September 1942 wurde er über das „Judendurchgangslager“ Drancy bei Paris mit dem 30. Transport nach Auschwitz deportiert. Bei der Selektion als arbeitsfähig eingestuft erhielt er die Häftlingsnummer A 177852. Ein Dokument vom 1. April 1944 führt ihn noch als Insassen dieses Konzentrationslagers auf, dann verliert sich seine Spur.

Albert Lilienfeld hatte in Düsseldorf das Haus verkaufen müssen und lebte mit seiner Frau und Sohn Rolf seit dem 2. Dezember 1938 im „Judenhaus“ am Schwanenmarkt 3. Im Dezember 1939 wurde Rolf nach Bielefeld abgemeldet, am 5. September 1941 kehrte er zu seinem Vater nach Düsseldorf zurück. Die Mutter Adele Lilienfeld war bereits am 23. März 1941 in Düsseldorf in Alter von 55 Jahren verstorben. Sie wurde auf dem neuen jüdischen Friedhof an der Ulmenstraße begraben.
Am 10. November 1941 wurde Albert Lilienfeld in das Ghetto von Minsk deportiert. Der Sohn Rolf Lilienfeld, der sich seit dem 15. September 1941 in Köln befand, wurde von Köln ebenfalls dorthin deportiert. Beide überlebten nicht.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

AM ABEND – ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE NEUE SONDERAUSSTELLUNG „MOLARI IM HEINEFELD“

In dieser Ausstellung wird der Frage nachgegangen, wer die dargestellten Menschen waren: Wen malte Pankok? Was wurde aus der dargestellten Person? Überlebte sie? Oder wurde sie zwischen 1933 und 1945 Opfer des Völkermords?
Also weder der bekannte Künstler, den die Sinti in ihrer Sprache liebevoll „Molari“ (Maler) nannten, noch seine Bilder stehen im Mittelpunkt; viel eher sind es die Biografien und familiären Zusammenhänge der Menschen, denen Pankok ein künstlerisches Denkmal gesetzt hat. Die Düsseldorfer Sinti der Dreißigerjahre waren keine anonyme Gruppe. Es waren Individuen.

Dienstag, 17. Januar um 17:30 Uhr

Keine Anmeldung nötig. Die Teilnahme ist kostenlos.