„Was man verstehen
gelernt hat,
        fürchtet man nicht mehr.“ Marie Curie

DAS WAR HIER

Düsseldorfer Gedenkzeichen im öffentlichen Raum Fotografiert von Thomas Stelzmann

„Ja, das war hier!“ – eine Antwort, die wir bei unseren Stolperstein- und Stadtspaziergängen häufig geben. Auf dem Stadtgebiet verteilt erinnern Gedenkzeichen an Familiengeschichten oder Orte und Ereignisse während der NS-Zeit in Düsseldorf. Einige von ihnen sind sehr präsent, andere wiederrum sind kaum bemerkbar und gehen in der Hektik der pulsierenden Großstadt beinahe unter.

Zahlreiche Mahnmale, Denkmäler, Tafeln oder Stelen erinnern in Düsseldorf seit 1945 an Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Unterschiedliche Akteure und Akteurinnen aus Politik und Kultur, Wissenschaft und Brauchtum haben sich für die Aufstellung dieser Gedenkzeichen engagiert. In verschiedenen Kontexten wurde an Menschen erinnert, die während der NS-Diktatur bedrängt und verfolgt, verschleppt oder ermordet wurden. An authentischen Orten vermitteln die Gedenkzeichen Orientierung in Geschichte und Gegenwart.
Der Düsseldorfer Fotograf Thomas Stelzmann hat sich auf die Suche im Stadtbild gemacht und eine Auswahl an Gedenkzeichen abgelichtet. Dabei wurde klar: Das Erinnern vollzieht sich inmitten der pulsierenden Stadt und es bleibt stets in Bewegung. Das Gedenken ist so vielfältig wie Düsseldorf selbst.

Thomas Stelzmann, geboren 1976 in Düsseldorf, lebt und arbeitet als freier Fotograf in seiner Geburtsstadt und ist Mitinhaber der „gebäude.1 fotografie“ in Wuppertal. Seine fotografischen Betätigungsfelder sind Portraits im Bereich Literatur, Kunst und Musik, Architekturfotografie, individuelle Entwicklung und Konzeption von Workshops und Schulungen in Industrie und an Schulen sowie langfristige Foto-, Ausstellungs- und Buchprojekte im sozialen und künstlerischen Umfeld. Der Mahn- und Gedenkstätte ist er seit längerer Zeit verbunden. Die Fotos dieser Ausstellung entstanden in den Jahren 2022 bis 2024.

Im Sommer 2024 waren eine Auwahl der Fotografien in der Sonderausstellung „DAS WAR HIER“ zu sehen. Die Ausstellung wurde kuratiert von Dr. Bastian Fleermann und Astrid Hirsch-von Borries. Alle Rechte der Fotos liegen bei Thomas Stelzmann und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

Gedenkstein an der Kasernenstraße

Tag der Übergabe: 9. November 1946, 9. November 1983

Vor dem Haus Kasernenstraße 67 befindet sich ein Gedenkstein, der an die 1938 niedergebrannte Synagoge und an die Zerstörung der Jüdischen Gemeinde während der NS-Zeit erinnert. Die bronzene Gedenkplatte wurde bereits 1946 enthüllt – sie gehörte damit zu den ersten Gedenktafeln in Deutschland, die an eine ehemalige Synagoge erinnern. Verbunden mit dem Neubau des Hauses wurde 1983 die alte Tafel in ein neues Mahnmal aus Basaltlava integriert, das der Künstler Thomas Fürst gestaltet hatte. Hier finden alljährlich Gedenkstunden und Kranzniederlegungen statt, die an die Pogromnacht und deren Opfer erinnern.
Vom Herbst 2023 bis zum Frühling 2024 war hier die temporäre Lichtinstallation missing link_ des Künstlers Mischa Kuball zu sehen.

Ehra – Kind mit Ball

Tag der Enthüllung: 27. Januar 1997

Der Künstler Otto Pankok (1893-1966), der mit den Düsseldorfer Sinti und Sintizze befreundet war, schuf die Bronzefigur „Ehra – Kind mit Ball“, die am Jahrestag der Auschwitz-Befreiung, am 27. Januar 1997, am alten Hafenbecken in der Düsseldorfer Altstadt enthüllt wurde. Die Figur erinnert an Ehra, die amtlich Ida Meinhardt hieß und den Völkermord an den Sinti:zze und Rom:nia überlebte. An den erst 1983 von der Bundesregierung als Genozid bezeichneten und als solchen anerkannten Massenmord erinnert die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf seit ihrer Gründung 1987 regelmäßig mit Veranstaltungen und Sonderausstellungen – und mit beiden Dauerausstellungen.
Im Dezember 2022 besuchten Jenny Steinbach und Jeanette Urbals als Gäste der Landeshauptstadt die kleine Statue: Die beiden Frauen sind Töchter der Ehra.

DIE WEITE WELT. NEW YORK BIS KAPSTADT. AUTORENLESUNG MIT LUTZ VAN DIJK
Mittwoch, 3. Juni, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Nach dem Erfolg von »Irgendwann die weite Welt« folgen wir nun Lutz van Dijk auf seinem Weg nach New York: Mit 18 verlässt er das heimatliche Westberlin zu Mauerzeiten und bricht auf nach New York. Dort kommt er mit nur 50 Dollar in der Tasche an. Als Fremder in der fremden Stadt ist er arbeitslos und zudem auch noch schwul. Dann aber trifft er Menschen. Einfache Menschen. Eine Putzfrau in Manhattan, einen Flüchtling aus Haiti. Und in Pennsylvania bekommt er seinen ersten Job als Busfahrer. Ausgehend von diesem gewagten Aufbruch nimmt uns Lutz van Dijk mit zu den Stationen seines bewegten Lebens – weiter über Hamburg, Jerusalem und Amsterdam bis hin nach Kapstadt.- Der zweite Teil von Lutz van Dijks Memoiren zeigt: als schwuler Mann kann man überall zuhause sein.

Infos zum Autor: Dr. Lutz van Dijk wurde 1955 in West-Berlin geboren. Ab 1978 arbeitet er als Lehrer in Hamburg. Nach einigen Jahren beginnt er ein in Hamburg Zweitstudium der Geschichte u.a. in Israel, später Mitarbeiter der Anne Frank Stiftung in Amsterdam. Seit 2001 als Mitbegründer der Stiftung HOKISA für von AIDS betroffene Kinder und Jugendliche in Kapstadt. Seine Bücher für Erwachsene und Jugendliche wurden in viele Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Jugendliteraturpreis von Namibia 1997 und dem Gustav-Heinemann-Friedenspreis 2001. 2003 erhielt er für sein Engagement für die Rechte von Homosexuellen den Rosa Courage Preis von Gay in May, Osnabrück. 2009 wurde ihm die Poetik-Ehrenprofessur der Universität Oldenburg verliehen. Sein im Querverlag erschienener Roman Kampala – Hamburg wurde 2021 für den deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf mit dem Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und der Schwulenberatung Düsseldorf.