Im Zuge der Debatte um die Biografie Oberstleutnants Franz Jürgens, dem Kommandeur der Schutzpolizei Düsseldorf, der als Unterstützer der Widerstandsaktion „Rheinland“ ermordet wurde, sind nicht nur die nach ihm benannten Straßen in Düsseldorf umbenannt worden. Auch das Franz-Jürgens-Berufskolleg entschloss sich, seinen Namen in Technisches Berufskolleg Färberstraße abzuändern.
Dennoch bleibt das Berufskolleg ein historischer Ort, dessen Geschichte eng mit den Verbrechen der Kriegsendphase 1945 in Düsseldorf verbunden ist. Deshalb ist es der Stadt und einem engagierten Kreis der Schulgemeinschaft ein Anliegen, dass dieser Teil der Schulgeschichte auch nach der Umbenennung nicht in Vergessenheit gerät.
Von September 2025 bis einschließlich Februar 2026 starteten die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und die Schule deshalb ein Projekt, in dem sich Schüler:innen des Berufskollegs intensiv mit der Geschichte der Schule auf aktuellem Stand der historischen Forschung auseinandersetzen konnten. An drei Workshop-Tagen beschäftigten sich die jungen Menschen, angeleitet durch Dr. Andrea Ditchen und Luisa Dixneit von der Mahn- und Gedenkstätte, mit der Situation in Düsseldorf während der letzten Kriegswochen, mit der Widerstandsaktion „Rheinland“ und mit der Person Franz Jürgens‘.
Die Idee, seitens der Gedenkstätte eine moderne Informationsausstellung (mit begleitenden didaktischen Materialien) im Gedenkraum der Schule installieren zu lassen, wurde auf Wunsch der Schülerschaft verworfen. Die jungen Menschen beschlossen, sich gemeinsam mit ihren engagierten Lehrkräften selbst auf den Weg zu machen, eine würdige Form des Gedenkens und der Information für den Gedenkraum zu erarbeiten.
Erkenntnisse aus dem historischen Informationsprojekt mit der Gedenkstätte und erste Ideen für die Neukonzeption des Gedenkraums konnten seitens der Schule am 16. April 2026 während der Gedenkveranstaltung zur „Aktion Rheinland“ und zum Kriegsende vor 81 Jahren vorgestellt werden.