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Liebe Leser:innen und Freund:innen der Gedenkstätte,

der Volkstrauertag liegt hinter uns. Die Mahn- und Gedenkstätte hat sich in diesem Jahr mit zwei Reden (auf dem Waldfriedhof in Gerresheim und auf dem Friedhof in Eller) mit eingebracht und dabei den Fokus des Gedenkens auf Verfolgte des Naziregimes gelegt: auf den Gerresheimer Alwin Morsbach, der als junger Soldat noch wenige Tage vor der Befreiung 1945 hingerichtet wurde, und auf die Hutmacherin Auguste Leven aus Eller, die sich wenige Tage vor ihrer geplanten Deportation das Leben nahm. Auf diese einzelnen Menschen und ihre Geschichte im Rahmen des Volkstrauertages aufmerksam zu machen und an sie zu erinnern, war lange Jahre hinweg nicht selbstverständlich. Die gefallenen Soldaten beider Weltkriege standen traditionell im Mittelpunkt der Erinnerung, die Opfer der Gewaltherrschaft, der rassistisch begründeten Verfolgung oder der brutalen Niederschlagung des Widerstands waren hingegen lange Zeit über allenfalls Randfiguren. Dass man uns als Team in diesem Jahr eingebunden hat, ist auch ein Zeichen eines stetigen Wandels und einer Öffnung des offiziellen Gedenkens. Das erscheint vor dem Hintergrund eines nach wie vor steigenden Antisemitismus, eines sich immer offener zeigenden Rassismus und einer erstaunlichen Zunahme von Homofeindlichkeit und Transfeindlichkeit besonders wichtig.

Dass die Menschen diese Relevanz spüren, war auch bei unserem Gedenkgang am 10. November deutlich zu bemerken. Über 600 Teilnehmende aus Eller und den angrenzenden Stadtteilen haben sich auf den Weg gemacht, um mehr über den Pogrom 1938 in ihrem Viertel zu lernen – ein großes Interesse und eine gewaltige Teilnahme! Schülerinnen und Schüler haben sich ebenso aktiv mit eingebracht wie auch die zahlreichen Stadtteilinitiativen, die Bezirksvertretung 8 und der örtliche Einzelhandel. Alle haben sich engagiert und Ideen beigesteuert. Dafür dankt unser Team allen Beteiligten außerordentlich herzlich.

Auch in den letzten Wochen des so ereignisreichen Jahres 2025 bieten wir Ihnen wieder zahlreiche Angebote und Formate an, die zur aktiven Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Stadtgeschichte anregen können. Dieser Newsletter informiert Sie über alle Einzelheiten.

Bleiben Sie uns gewogen.

Ihr

Bastian Fleermann

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NEUE SONDERAUSSTELLUNG

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„GEFÄHRDET LEBEN – QUEERE MENSCHEN 1933 BIS 1945“

Eine Ausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld ergänzt um “Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“.

Die historisch-dokumentarische Ausstellung knüpft an dieses wichtige erinnerungspolitische Signal an und macht das Thema der Ausgrenzung und Verfolgung queerer Menschen in den Jahren 1933 bis 1945 nun einem breiten Publikum zugänglich.

Die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen sowie aktuelle Forschungsergebnisse.

Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird aber nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert. Emanzipation, Bürgerrechtsbewegung und die Entwicklung einer lokalen Szene fanden nicht nur in Berlin statt. Auch in Düsseldorf, der modernen Großstadt am Rhein, fasste der „Freundschaftsbund“ Fuß, Lokale etablieren sich und Zeitschriften wie „Die Freundin“ oder „Der Freund“ waren am Zeitschriftenstand zugänglich. Der „Tosca-Palast“ war in aller Munde und liberaler Rückenwind kam auf.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933 endete diese Entwicklung schlagartig. Die Presse wurde verboten und an Tanzabende sowie Treffen in der Öffentlichkeit war nicht mehr zu denken. Die Queere Community wurde gedemütigt, verfolgt und gezwungen, sich zu verstecken.

Am 28. Juni 1935 wurde die Verschärfung des Paragrafen 175 auf den Weg gebracht und trat im September 1935 in Kraft. Fortan wurden nicht nur so genannte „beischlafähnliche Handlungen“, sondern allgemein „homosexuelle Handlungen“ kriminalisiert. In einigen Fällen sollte für eine Verurteilung sogar ein flüchtiger Blickaustausch oder ein kurzes Gespräch ausreichen.

Durch die Verschärfung des Paragrafen 175 verdichtete sich der Terror und in Düsseldorf begannen im Juni 1937 die Massenverhaftungen von vermeintlich schwulen Männern. Düsseldorf wird zur Hochburg der Verfolgung in Westdeutschland.

Der Düsseldorfer Teil wurde kuratiert von Astrid Hirsch-von Borries M.A. (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf).

Eingerahmt wird die Schau von der Installation „Zwang und Zeichen“ (#zwangundzeichen) von der Installationskünstlerin und Bühnenbildnerin Saskia Holte.

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Während der Laufzeit finden monatlich kostenlose Führungen statt. Die Termine sind:

Dienstag, 18. Dezember 2025, um 18:30 Uhr
Dienstag, 20. Januar 2026, um 18:30 Uhr    
Dienstag, 17. Februar 2026, um 18.30 Uhr              
Dienstag, 31. März 2026, um 18:30 Uhr             
Donnerstag, 23. April 2026, um 18:30 Uhr              
Dienstag, 19. Mai 2026, um 18:30 Uhr                    
Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr
Sonntag, 5. Juli 2026, um 14 Uhr

Der Zugang zur Ausstellung ist barrierefrei.

Ergänzend zu den öffentlichen Führungen können Führungen für Gruppen direkt unter oder 0211 – 8996205 gebucht werden.      

Zur Sonderausstellung gibt es ein ausführliches Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen und Vorträgen.
Das Heft liegt in der Gedenkstätte aus oder kann hier runtergeladen werden:

Zum Begleitprogramm
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VORTRAG: DER NAHOSTKONFLIKT SEIT DEM 7. OKTOBER 2023
Dienstag, 2. Dezember, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)

Der Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat eine neue Eskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt eingeleitet, der Folgen bis heute nicht abzuschätzen sind. Die Attacke mit der damit verbundenen Verschleppung von anfangs 250 Menschen in den Gazastreifen, führte nicht nur zu dazu, dass sich Israel genötigt sah, dieses Gebiet massiv zu bombardieren und zu besetzen, um einerseits die Hamas endgültig zu besiegen und andererseits die Geiseln zu befreien. Es kam auch zu Kämpfen mit der Hisbollah im Libanon und sogar zu einem Schlagabtausch mit dem Iran. Zudem musste Israel auf den Zusammenbruch des Assad-Regimes in Syrien Ende 2024 reagieren.

Ziel des Vortrages von Carsten Schliwski soll es sein, die wichtigsten Entwicklungen der letzten zwei Jahre nachzuzeichnen und Problemfelder sowie mögliche Lösungsansätze vorzustellen.

Dr. Carsten Schliwski ist Lehrbeauftragter für jüdische und islamische Religionsgeschichte am Seminar der Evangelischen Theologie der Bergischen Universität Wuppertal. Bei Reclam erschien zuletzt seine "Geschichte des Staates Israel"

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

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VORTRAG: 1945 - "VOLKSGEMEINSCHAFT" UND GEWALT IN DER NIEDERLAGE
Donnerstag, 4. Dezember, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)

Im Frühjahr 1945 erreichte die nationalsozialistische Gewalt überall im Deutschen Reich einen letzten Höhepunkt - und das, obwohl das Kriegsende absehbar war. Wie sah das gesellschaftliche Umfeld dieser Taten aus?  Warum mordeten die Täter im Angesicht der sich abzeichnenden Niederlage weiter? Wer waren die Opfer?

Dr. Sven Keller leitet seit 2017 die Dokumentation Obersalzberg und ist Abteilungsleiter am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. 2013 wurde er mit einer Arbeit zu den NS-Verbrechen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs promoviert. 

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

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FÄLLT AUS!! VERSCHOBEN AUF DEN 16. MÄRZ 2026!!
IM DIALOG: FORSCHUNGSPROJEKTE DER GEDENKSTÄTTE ÜBER SINTI:ZZE UND ROM:NJA IN DÜSSELDORF
Dienstag, 9. Dezember, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)

Die Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti:zze und Rom:nja begann nicht erst mit der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945. Die Nationalsozialisten konnten auf eine Jahrhunderte andauernde „Tradition“ der Ausgrenzung und Stigmatisierung zurückgreifen und konnten alte Klischees und Vorurteile für ihre Propaganda nutzen. Sinti:zze und Rom:nja wurden von den Nationalsozialisten als eine „mindere Rasse“ klassifiziert und auf Grundlage verschiedener Gesetze und Verordnungen kriminalisiert, verfolgt und ermordet.
Was viele nicht wissen: Sinti:zze und Rom:nja leben schon seit über 1000 Jahren in Europa und sind seit dem Spätmittelalter durch schriftliche Quellen auch in Düsseldorf nachweisbar. Die meisten von ihnen waren und sind Sinti:zze.

Dr. Bastian Fleermann spricht mit Jona Winstroth und Dr. Frederike Krenz über ihre Forschungsprojekte. Gemeinsam blicken sie auf das Forschungsjahr 2025 und sprechen über ihre Ergebnisse, aber auch über Probleme und Herausforderungen.

Wir laden Sie herzlich am 16. März 2026 zu diesem Gespräch ein!

Die Forschungsprojekte wurden von der Landeszentrale für politische Bildung NRW sowie dem Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

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GEDENKEN FÜR DIE ERMORDETEN SINTI:ZZE UND ROM:NJA
Dienstag, 16. Dezember, um 17:30 Uhr Beginn an der Ehra

Am 16. Dezember 1942 erließ SS-Führer Heinrich Himmler den Befehl, alle noch im Reich befindlichen Sinti:zze und Rom:nja in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau zu deportieren. Der Jahrestag, den wir seit vielen Jahren gemeinsam mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW begehen, erinnert an den Völkermord an den Düsseldorfer Sinti:zze, aber auch an den Genozid an den europäischen Rom:nja im damaligen deutschen Machtbereich.

Um 17:30 Uhr werden Roman Franz, Vorstandsvorsitzender des Landesverband Deutscher Sinti und Roma NRW, und Miriam Koch, Dezernentin für Kultur und Integration, einen Kranz an der Figur Ehra niederlegen.

Im Anschluss an die Kranzniederlegung findet eine Veranstaltung im Rathaus statt. Weitere Informationen folgen in den nächsten Wochen.

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„DÜSSELDORF 1945. ÜBERLEBEN IN DER STADT“
Wegen der großen Nachfrage verlängern wir die Laufzeit der Sonderausstellung „DÜSSELDORF 1945. ÜBERLEBEN IN DER STADT“ bis Ende Dezember 2025.
Führungen für Gruppen können direkt unter oder 0211 – 8996205 gebucht werden.

Düsseldorf in den letzten Wochen des Krieges: Während amerikanische Truppen das

Linksrheinische befreien und den „Ruhrkessel“ um Düsseldorf enger ziehen, terrorisieren und verfolgen die verbliebenen regimetreuen Vertreter:innen von Partei, Wehrmacht und Polizei die Menschen in der Stadt. Wie erlebten einzelne Düsseldorfer:innen ganz konkret diese Zeit?
Die Ausstellung im historischen Luftschutzkeller der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf nimmt Biografien von Verfolgten wie Tätern in den Blick und fragt nach ihren Erfahrungen in diesem ganz besonderen Frühling des Jahres 1945.

Der Zugang zum Luftschutzkeller ist nicht barrierefrei.

Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf anlässlich des Kriegsendes vor 80 Jahren. Kurator:innenteam:  Dr. Bastian Fleermann, Dr. Andrea Ditchen, Astrid Hirsch-von Borries M.A., Hildegard Jakobs M.A. und Jona Winstroth M.A.

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VERANSTALTUNGSTIPPS

[Für die Inhalte der Tipps sind die Veranstalter:innen selbst verantwortlich. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Veranstalter:innen.]

MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES FÖRDERKREISES DER MAHN- UND GEDENKSTÄTTE DÜSSELDORF E.V.

Mittwoch, 26. November, um 19 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)

Wir möchten die Mitglieder unseres Förderkreises auf diesem Wege noch einmal an die Vollversammlung erinnern.

Sie sind noch nicht Mitglied? Der Förderkreis und seine Mitglieder sind die gute Seele und Stütze der Gedenkstätte. Er wurde 1998 gegründet und sieht seine Hauptaufgabe in der Förderung der Arbeit der Mahn- und Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Düsseldorf. Er ist als gemeinnützig anerkannt.

Bürger:innen bekommen aktiv die Möglichkeit, die Arbeit des Teams der Gedenkstätte zu begleiten und zu unterstützen. Mit Hilfe der Beiträge unserer Mitlieder, aber auch durch viele private Spenden, konnten in den vergangenen Jahren zahlreiche Projekte und Publikationen realisiert werden.

Was bringt Ihnen die Mitgliedschaft?

Neben der Unterstützung der wichtigen Arbeit der Gedenkstätte und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es noch andere Vorteile:

Sie haben die Möglichkeit, an Exkursionen und exklusiven Führungen durch unsere Sonderausstellungen teilzunehmen. Sie können Publikationen früher und zum Teil zu Sonderpreisen erwerben.

In der jährlichen Mitgliederversammlung werden Sie über die aktuelle Arbeit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf informiert.

Mitglieder des Vereins können Personen ab dem 18. Lebensjahr sein, ebenso Firmen, Organisationen, Arbeitsgemeinschaften und Institutionen. Der Mindestbeitrag beträgt lediglich 16 Euro jährlich. Durch diese geringe Höhe soll jedem Interessierten, auch Nichterwerbstätigen und jungen Menschen ohne eigenes Einkommen, die Mitgliedschaft ermöglicht werden. Darüber hinaus gehende Spenden sind immer herzlich willkommen.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

Das Beitrittsformular kann hier heruntergeladen werden

Förderkreis Beitrittsformular
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Der nächste Newsletter erscheint kurz vor Weihnachten mit einem Ausblick in das kommende Jahr 2026.
Bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Adventszeit! 

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Redaktion des Newsletters

Astrid Hirsch-von Borries, Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf
Haben Sie Fragen, Anregungen, Wünsche zu unserem Newsletter?
Dann schicken Sie eine E-Mail an: .
Besuchen Sie uns auch im Internet:
www.gedenkstaetteduesseldorf.de
oder: www.duesseldorf.de/mahn-und-gedenkstaette
sowie auf: 

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Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. Mühlenstraße 6 40213 Düsseldorf
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