Liebe Leser:innen und Freund:innen der Gedenkstätte,
dieser Newsletter ist der letzte im nun ablaufenden Jahr 2025. Er bietet schon wieder reichlich Ausblicke auf das neue Jahr, auf neue Formate und neue Angebote, die wir für Sie ausgearbeitet haben.
Das Jahr 2025 war für uns als Team der Gedenkstätte durchaus anspruchsvoll und voller Herausforderungen, aber auch angefüllt mit spannenden Begegnungen, vielen interessanten Veranstaltungen und positiven Erfahrungen. Dennoch: Der zunehmende Erfolg rechtsextremer Parteien und die Normalisierung ihrer Sprache, der aggressive Antisemitismus und der politische Islamismus setzen nicht nur die liberale Demokratie, sondern ebenso auch die Erinnerungskultur und das Gedenken unter Druck. Umso wichtiger sind die Lernorte, an denen Geschichte und Gegenwart verhandelt werden – die Zukunft, in der wir gemeinsam leben wollen, immer fest im Blick. Wenn wir mit unseren jüdischen Freundinnen und Freunden hier in Düsseldorf in den vergangenen Tagen die Lichter der Chanukkia angezündet haben, dann hatten wir auch die Opfer des schrecklichen Terrorangriffs von Sydney im Hinterkopf, die so fröhlich und erwartungsvoll am Strand auf das Lichtwunder von Chanukka gewartet haben.
Die Gesamtbilanz, die wir im Rückblick ziehen wollen, ist aber durchaus positiv: Mit Stand von Anfang Dezember haben bereits über 32.500 Menschen unser Haus und unsere Veranstaltungen besucht. Grund dafür waren die erfolgreichen Sonderausstellungen („Innovativ. Erfolgreich. Jüdisch“, „Düsseldorf 1945“ sowie „Gefährdet Leben“), die fröhliche Kindermuseumsnacht, die Nacht der Museen und die vielen Angebote in unserem Beatrice-Strauss-Zentrum, das wir seit April 2024 haben und dass wir nicht mehr missen möchten. Das Geschichtsfestival im Mai und der Gedenkgang in Eller im November waren außerordentlich erfolgreich und haben viele Besuchende angelockt. Die mehr als 70 Veranstaltungen rund um den 80. Jahrestag des Kriegsendes (zwischen Januar und Mai) haben ebenso großes Interesse geweckt. Und im Hintergrund waren es die vielen Begegnungen mit Nachkommen aus aller Welt, mit Verwandten von Opfern, denen wir bei der Spurensuche helfen konnten, oder mit internationalen Besuchergruppen, die unseren Alltag bereichert und verschönert haben.
Unser digitales „Gedenkbuch der Landeshauptstadt Düsseldorf zur Erinnerung an die jüdischen Opfer 1933 – 1945“, dass die Lebensdaten und Lebenswege von 2.633 Düsseldorferinnen und Düsseldorfern dokumentiert, die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung wurden, wurde in diesem Jahr 26.685 mal aufgerufen. Da wir den Anspruch haben, diese Menschen als individuelle Persönlichkeiten wieder sichtbar zu machen, wurden auch in diesem Jahr hunderte weitere ausführliche biografische Texte recherchiert und hochgeladen. Die Resonanz aus dem In- und Ausland ist sehr positiv.
Zum Jahresabschluss freuen wir uns, Ihnen eine Fortführung unserer beliebten „Kleinen Schriftenreihe“ präsentieren zu dürfen: Der 12. Band widmet sich der Geschichte der Jüdinnen und Juden in Kaiserswerth. Er reicht von den Anfängen im Mittelalter bis zu den Jahren der Entrechtung, Vertreibung oder Ermordung. Der Band (76 Seiten, 8 Euro) ist nun bei uns oder im Buchhandel erhältlich, er erscheint in unserem Verlag C. W. Leske. Vielleicht findet sich das ein oder andere Buch schon auf Ihrem weihnachtlichen Gabentisch…
Neue Ausstellungen, neue Veranstaltungen, Gewohntes und Überraschendes hält unser Newsletter für Sie bereit. Ihnen allen wünschen wir vom Team der Mahn- und Gedenkstätte ruhige und besinnliche, vor allem aber friedliche Feiertage und einen guten Start in das neue Jahr 2026.
Herzlich, Ihr Dr. Bastian Fleermann und ihre Hildegard Jakobs
ÖFFNUNGSZEITEN AN DEN FEIERTAGEN
Die Gedenkstätte bleibt an Heilig Abend, den Weihnachtstagen sowie Silvester und Neujahr geschlossen.
NEUERSCHEINUNG
Pünktlich vor der Winterpause!! Band 12 der „Kleinen Schriftenreihe“ der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf: »haben keine Sinagoge« Geschichte der Juden in Kaiserswerth.
Ein kleiner, versteckt liegender Friedhof: Er ist das Einzige, was heute noch an das Leben der Juden in Düsseldorf-Kaiserswerth erinnert. Dieser Band spürt ihrer jahrhundertelangen Geschichte nach. Im Blick zurück bewahrt er sie für die Gegenwart und die Zukunft.
Über Generationen hinweg lebten Jüdinnen und Juden in Kaiserswerth. Es waren Menschen, die in bescheidenen Verhältnissen als Kleinhändler, Viehhändler oder als Metzger ihren Lebensunterhalt bestritten – zunächst unter kurkölnischer, dann unter bergischer und schließlich unter preußischer Herrschaft. Das 1929 nach Düsseldorf eingemeindete Städtchen Kaiserswerth ist immer eine idyllische Heimat direkt am Rheinstrom gewesen. Dann löschten die Nationalsozialisten die jüdische Gemeinschaft fast vollständig aus. Die reich illustrierte Geschichte der Juden in Kaiserswerth soll eindrucksvoll sichtbar machen, was allzu lang vergessen war.
Herausgegeben vom Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e. V. und der Bezirksvertretung 5 der Landeshauptstadt Düsseldorf.
Für 8 Euro bei uns in der Gedenkstätte erhältlich.
SONDERBUCHVERKAUF ZU WEIHNACHTEN
Der Sonderbuchverkauf läuft noch bis zum 23. Dezember 2025. Danach gelten wieder die regulären Preise.
Reduzierte Publikationen sind:
Bastian Fleermann: Ausgrenzung und Faszination. Sinti und Roma in Düsseldorf und im nördlichen Rheinland vom Spätmittelalter bis zum Ersten Weltkrieg. 216 Seiten | 22 Euro, jetzt 15 Euro
Bastian Fleermann, Benedikt Mauer: Kriegskinder. Kriegskindheiten in Düsseldorf 1939-1945 240 Seiten | 22,95 Euro, jetzt 10 Euro
Hildegard Jakobs, Andrea Ditchen: Goldsteins Traum. Von Düsseldorf ins gelobte Land - eine fotografische Annäherung. 132 Seiten | 18 Euro, jetzt 15 Euro
Hildegard Jakobs, Peter Henkel: Neues Land. Hans Berben: Fotografien 1946 – 1951. 192 Seiten | 29,80 Euro, jetzt 10 Euro
Bastian Fleermann, Immo Schatzschneider, Hildegard Jakobs, Gerd Genger: Die Toten des Pogroms 1938. 264 Seiten | 19,80 Euro, jetzt 10 Euro
Hildegard Jakobs, Bastian Fleermann: Molari im Heinefeld: Bilder und Erzählungen von Otto Pankok: Spurensuche zu Düsseldorfer Sinti und Sintizze. 112 Seiten | 16,80 Euro, jetzt 10 Euro
Bastian Fleermann: Die Kommissare: Kriminalpolizei in Düsseldorf und im rheinisch-westfälischen Industriegebiet (1920-1950). 498 Seiten | 49 Euro, jetzt 30 Euro
Bastian Fleermann: Ulmer Höh’: Das Gefängnis Düsseldorf-Derendorf im Nationalsozialismus. 488 Seiten | 22 Euro, jetzt 15 Euro
Die Bücher können bei unserer Bibliothekarin Frau Plavcic unter bestellt und gekauft werden oder direkt in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf | Mühlenstraße 29 zu unseren regulären Öffnungszeiten.
VORTRAG UND TALK: ANTISEMITISMUS ALS GESAMT-GESELLSCHAFTLICHE GEFAHR. BEITRÄGE ZUM JÜDISCH-MUSLIMISCHEN VERHÄLTNIS Donnerstag, 15. Januar 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)
Antisemitismus ist keine Randerscheinung, sondern eine Gefahr für die liberale Demokratie — und in allen Teilen der Gesellschaft verbreitet. Doch wie zeigt er sich im Alltag, welche Rolle spielen dabei auch muslimische Milieus und wie können wir als Gesellschaft gemeinsame Zeichen im Kampf gegen Antisemitismus setzen?
Ein Impulsvortrag von Prof. Dr. Mouhanad Khorchide eröffnet die Auftaktveranstaltung der Vortragsreihe "Zeichen setzen gegen Antisemitismus": Auf der Grundlage aktueller Forschung werden antisemitische Vorstellungen unter Muslim:innen und ihre Geschichte beleuchtet. Dabei geht es ausdrücklich darum, dieses Phänomen im gesamtgesell-schaftlichen Kontext zu verorten und nicht als „muslimisches" oder gar "importiertes Problem“ zu betrachten. Anschließend diskutieren Stimmen aus jüdischen und muslimischen Kontexten sowie aus Wissenschaft und Politik.
Eine gemeinsame Veranstaltung von SABRA NRW mit RIAS Nordrhein-Westfalen, dem Zentrum für Islamische Theologie der Universität Münster, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V., der Evangelischen Stadtakademie Düsseldorf sowie der Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf und dem dem Beauftragten gegen Antisemitismus der Universität Münster.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.
SONDERAUSSTELLUNG „GEFÄHRDET LEBEN – QUEERE MENSCHEN 1933 BIS 1945“
Eine Ausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld ergänzt um “Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“.
Die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen.
Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.
Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert.
ÖFFENTLICHE FÜHRUNG Dienstag, 20. Januar 2026, um 18:30 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf
Kuratorin Astrid Hirsch-von Borries wird Sie an diesem Abend durch die Ausstellung begleiten.
Die Teilnahme ist kostenlos und der Zugang ist barrierefrei.
Keine Anmeldung nötig.
Während der Laufzeit finden monatlich weitere kostenlose Führungen statt. Die Termine sind: Dienstag, 17. Februar 2026, um 18.30 Uhr Dienstag, 31. März 2026, um 18:30 Uhr Donnerstag, 23. April 2026, um 18:30 Uhr Dienstag, 19. Mai 2026, um 18:30 Uhr Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr Sonntag, 5. Juli 2026, um 14 Uhr
Ergänzend zu den öffentlichen Führungen können Führungen für Gruppen direkt unter oder 0211 – 8996205 gebucht werden.
KRANZNIEDERLEGUNG ZUM TAG DES GEDENKENS AN DIE OPFER DES NATIONALSOZIALISMUS
Dienstag, 27. Januar 2026, um 15 Uhr am Deportations-Mahnmal an der Ecke Toulouser Allee/Marc-Chagall-Straße unterhalb der Jülicher Brücke.
Der 1996 eingeführte nationale Tag des Gedenkens für die Opfer des Nationalsozialismus und der internationale Holocaust-Gedenktag finden in jedem Jahr am 27. Januar, dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz (1945), statt. An diesem Tag, dem 80. Jahrestag, wird Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde und der Stadtgesellschaft Kränze am Mahnmal an der Toulouser Allee/Ecke Marc-Chagall-Straße niederlegen und der Opfer gedenken.
Das dortige Mahnmal erinnert seit 2012 an den ehemaligen Derendorfer Güterbahnhof, wo zwischen 1941 und 1944 die großen Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem Regierungsbezirk Düsseldorf in die Ghettos und Konzentrationslager begannen. Alle Bürger:innen sind herzlich eingeladen.
Männliche Teilnehmer werden gebeten, während des Gebets des Rabbiners eine Kopfbedeckung zu tragen.
Die zentrale Gedenkveranstaltung „Den Opfern eine Stimme leihen“ findet um 19:30 Uhr im MAXHAUS statt.
GEDENKVERANANSTALTUNG: DEN OPFERN EINE STIMME LEIHEN. LEBENSGESCHICHTEN VON VERFOLGTEN DÜSSELDORFER:INNEN 1933 BIS 1945
Dienstag, 27. Januar 2026, um 19:30 im MAXHAUS, Schulstraße 11 | Anmeldung erforderlich
Zum internationalen Holocaustgedenktag und Gedenktag für die Opfer des National-sozialismus leihen Menschen aus Düsseldorf den damaligen Opfern ihre Stimme. Auch wenn die meisten Opfer des NS-Regimes jüdische Menschen waren, so gab es auch noch viele andere: politisch Andersdenkende, unangepasste, obdachlose oder queere Personen, psychisch Kranke oder Menschen mit Behinderungen, Männer und Frauen, die aus ganz unterschiedlichsten Gründen in das Getriebe der Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus geraten sind.
In den ausgewählten Lebensgeschichten und Egodokumenten werden ihre Schicksale konkret und kommen uns nahe.
Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung über die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erforderlich: bzw. telefonisch unter 0211 89 96205.
Der Einlass beginnt um 19:00 und die Teilnahme ist kostenlos.
Eine gemeinsame Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte mit dem MAXHAUS – katholisches Stadthaus Düsseldorf.
„ICH MÖCHTE SO GERNE MEIN LEBEN IN DIE WELT SCHREIEN!“ ADELE HAAS, EINE INTERGESCHLECHTLICHE PERSON IM NATIONALSOZIALISMUS. EIN VORTRAG VON JAKO WENDE
Donnerstag, 5. Februar 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)
„So könnte ich so viel schreiben, aber ich rege mich dabei so auf, denn ich darf nicht zurück denken, es ist mir heute wie ein Traum. Ich möchte so gerne mein Leben in die Welt schreien, und veröffentlichen aber dazu gehört Geld, und das fehlt bei mir, es ist doch bestimmt einmalig und interessant, garnicht zu glauben, es klingt wie ein Märchen, überhaupt das ich das ausgehalten habe, und noch lebe ein Wunder.“ schreibt Adele Haas am 28. März 1961.
Intergeschlechtliche oder inter* Personen haben Merkmale von männlichen und weiblichen Körpern. Sie waren und sind schon immer da gewesen. Aufgrund von gesellschaftlicher Norm mal mehr oder weniger akzeptiert, bis hin zur Verfolgung und Ermordung. Wie war es als intergeschlechtliche Person während des Nationalsozialismus zu leben? Einem System mit klaren Geschlechterbildern und konstruierten medizinischen Normen sogenannter männlicher oder weiblicher Körper.
An diesem Abend wird uns Jako Wende das Leben von Adele Haas näherbringen. Adele war als inter* Person im Nationalsozialismus massiver Gewalt ausgesetzt, weil sie nicht der sogenannten Norm entsprach. Jako Wende hat dafür in zahlreichen Archiven recherchiert und Kontakt zu noch lebenden Verwandten und Nachbarn aufgenommen um das Leben von Adele Haas nachzeichnen zu können. Es wird auch um den allgemeinen Forschungsstand zur Situation von inter* Personen im Nationalsozialismus gehen, doch Kern des Vortrages ist es, Adele ihr Leben in die Welt schreien zu lassen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.
VOR DEM ROSA WINKEL. EINE SZENISCHE LESUNG MIT HISTORISCHER EINFÜHRUNG UND NACHGESPRÄCH Samstag, 7. Februar 2026, um 19:30 Uhr und Sonntag, 8. Februar, um 18 Uhr im Theatermuseum Düsseldorf, Jägerhofstraße 1
In den vergangenen Monaten haben sich bereits zweimal junge Menschen in einem Intensiv-Theaterworkshop zusammengefunden und sich mit der Lebensrealität queerer Menschen zwischen 1933 (Allein im Rosa Winkel) bis in die Gegenwart (Nach dem Rosa Winkel) beschäftigt. Diese Mal liegt der Fokus auf der Weimarer Republik. Trotz des Fortbestehens des Paragrafen 175 fand während der Weimarer Republik eine Wende im Umgang mit queeren Personen statt: Die homosexuelle Szene wurde weitgehend geduldet oder auch akzeptiert. Polizeiliche Ermittlungen wurden in den meisten Fällen nur bei Denunziationen angestoßen. Dies galt nicht nur für eine Metropole wie Berlin, sondern auch für Düsseldorf, dem „Klein Paris“ am Rhein. Diese liberale Stimmung bildete den Nährboden für die Emanzipation der queeren Bürgerrechtsbewegung und der Entstehung eigener Presseorgane.
„Vor dem Rosa Winkel“ bildet den Abschluss der Rosa-Winkel-Trilogie.
Künstlerische Leitung: Marvin Wittiber
Die Historikerin Astrid Hirsch-von Borries von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf wird vorab eine Einführung in das Thema geben. Im Anschluss an die Szenische Lesung findet ein Nachgespräch mit den Schauspieler:innen statt. Die Moderation übernimmt Dr. Sascha Förster, Leiter des Theatermuseums Düsseldorf. Eine Produktion von Düsseldrama in Kooperation mit dem Theatermuseum Düsseldorf, der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V., dem Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und dem Queeren Netzwerk NRW e.V. In Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Düsseldorf und der Lesben- und Schwulenbibliothek Düsseldorf. Gefördert durch das Kulturamt Düsseldorf.
Zugang nur bedingt barrierefrei,
Tickets an der Abendkasse: 10€ / 5€ (ermäßigt) Reservierungen: oder 0211 89-96130
Weitere Information erhalten Sie auf der Homepage des Theatermuseums unter www.theater-museum.de
„ICH WERDE ÜBERLEBEN, DENN ICH BIN EIN TESTAMENT“. BUCHVORSTELLUNG – BELA WINKENS: „BRIEF AN DIE MUTTER“. Sonntag, 8. Februar 2026, um 11 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)
Bela Winkens wurde am 5. Februar 1941 als Bela Heymann in Berlin geboren. Ihre Großeltern und Eltern wurden 1942 bzw. 1943 in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Sie war zuvor zu Verwandten ins Ruhrgebiet geschickt worden, wurde aber nach einer Denunziation nach Theresienstadt deportiert aber überlebte.
1946 wurde sie von einem Düsseldorfer Ehepaar adoptiert. Winkens schloss eine Schauspielausbildung ab und arbeitete danach als Schauspielerin. Erst 1996 war sie in der Lage, ihre Memoiren als fiktiven Brief an ihre ermordete Mutter niederzuschreiben. Die Veranstaltung findet kurz nach Winkens‘ 85. Geburtstag statt. Die Schauspielerin Irina Scholz liest Textauszüge aus dem Buch. Gabi Bauer und Peter Piro, die das Buch im Verbrecher Verlag Berlin herausgegeben haben, sprechen über ihre Recherchen zu Winkens‘ Lebensgeschichte und zur Entstehung des Buches.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.
Eine Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf mit dem Heinrich Heine Salon e.V. und dem Heinrich-Heine-Institut.
„[…] WAS WIRD AUS UNS WERDEN.“ – QUEERE MENSCHEN IN DÜSSELDORF ZWISCHEN 1933 BIS 1945. EIN VORTRAG VON ASTRID HIRSCH-VON BORRIES
Dienstag, 24. Februar 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).
Wie war, es als queere Person im nationalsozialistischen Düsseldorf zu leben? Ein Großteil unseres Wissens basiert auf der Täterperspektive. Das hat sich in den letzten Jahren ein Stück weit gewandelt. Intensive Recherche von Historiker:innen hat gezeigt, dass es mehr zu erzählen gibt und Geschichten, trotz gesellschaftlicher Stigmatisierung, in Familien bewahrt wurden.
Astrid Hirsch-von Borries ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte, ihre Forschungsschwerpunkte sind Frauengeschichte und queere Geschichte. Sie hat den Düsseldorfer Teil „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ kuratiert und gibt in ihrem Vortrag einen tieferen Einblick in Lebensrealitäten der Personen, deren Biographien in der Ausstellung erzählt werden.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.
AUSBLICK 2026
[Foto: Stadtarchiv Düsseldorf]
An dieser Stelle möchten wir mit Ihnen einen Blick in das kommende Jahr werfen. Neben dem ausführlichen Begleitprogramm zur aktuellen Sonderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“ gibt es natürlich auch weitere Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themen.
Im März kommt der nächste Vortrag aus unserer LEHRHAUS-Serie und im Frühling führen wir zwei weitere Veranstaltungsreihen ein.
Unter dem Titel DAS WAR HIER spazieren unsere Mitarbeiterinnen und Historikerinnen Astrid Hirsch- von Borries und Frederike Krenz mit einem besonderen Fokus durch die Stadt. Begleitet werden Sie bei diesen Stolperstein- Stadtspaziergängen von Expert:innen aus verschiedenen Themenbereichen. Mit dabei ist zum Beispiel ein Rundgang zur Geschichte des Nordparks gemeinsam mit Christoph Westermeier (Künstlerverein Malkasten) oder zum Thema Justiz mit Christiane Pflug-Schimmel (Bezirksregierung Düsseldorf). Das ausführliche Programm erscheint im Februar 2026.
In der Vergangenheit haben wir im Team immer wieder festgestellt, dass es tolle Vorträge, Publikationen usw. gibt die wir spannend finden und Ihnen näherbringen möchten, die aber nicht so richtig in unser Thema passen. Aus diesem Grund führen wir die Veranstaltungsreihe WEITWINKEL ein. Wie der Name schon sagt, geht es darum, die Linse etwas weiter zu stellen und auch einmal über den Tellerrand zu blicken. Hier werden wir unter anderem auf die Autorin Christa Holtei und den Comicautor, Grafiker und Illustrator Tobi Dahmen treffen.
Bei der Vielzahl von Großveranstaltungen, die die Stadt Düsseldorf jedes Jahr im Kalender stehen hat, interessieren uns als Gedenkstätte immer zwei besonders – die Kindermuseumsnacht und die Nacht der Museen. 2026 geht Düsseldorf mit einem neuen Kulturevent an den Start: Am 13. und 14. Juni 2026 findet erstmals das Art:walk Festival statt. Als Nachfolger zum bekannten Konzept der Nacht der Museen wird das Event in deutlich erweiterter Form durchgeführt: Künftig verbindet es Museen und Bühnen, nachts und tagsüber, mit Aktionen drinnen und draußen. An zwei Tagen können Besucher:innen mehr als 50 Kulturorte auf ungewöhnliche Weise erkunden. Wir sind natürlich dabei.
Im Februar heißt es aber erst einmal wieder „Ab durch Raum und Zeit“. Bei der kommenden Kindermuseumsnacht steht unsere aktuelle Sonderausstellung im Mittelpunkt. Vielfalt, Zusammenhalt und ganz viel Mut! – Das sind die wichtigen Begriffe des Abends. Die Kinder lernen Cilly und Rosa, die Freunde Horst, Werner und Paul und Toni kennen. Sie liebten, halfen einander und blieben sie selbst – auch als viele andere Menschen begannen sie auszuschließen. Unser ausführliches Programm zur KiMuNa folgt Ende Januar.
Save the Date – Die Handreichung "Was tun bei Antisemitismus an Schulen?", haben wir erstmals 2019 herausgegeben, sie wurde inhaltlich überarbeitet und im Oktober 2025 neu aufgelegt. Antisemitismus ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und zeigt sich auch im schulischen Alltag – im Unterricht, auf dem Schulhof oder in digitalen Räumen. Im kommenden Jahr bieten wir eine Fortbildung zum Umgang mit Antisemitismus in Schulen an. Vorgestellt wird die Handreichung mit praxisnaher Orientierung, rechtlichen Hinweisen und konkreten Handlungsmöglichkeiten. Anhand von Fallbeispielen aus dem Schulalltag wird Handlungssicherheit im Umgang mit antisemitischen Vorfällen vermittelt. Weitere Informationen zu Terminen und Anmeldemöglichkeiten teilen wir Ihnen rechtzeitig mit.
Der nächste Newsletter erscheint nach der Winterpause Mitte Januar 2026. Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage, einen guten Rutsch und freue mich darauf, Sie alle gesund im nächsten Jahr zu unseren Veranstaltungen begrüßen zu dürfen. Herzlichst, Astrid Hirsch-von Borries
Redaktion des Newsletters
Astrid Hirsch-von Borries, Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf Haben Sie Fragen, Anregungen, Wünsche zu unserem Newsletter? Dann schicken Sie eine E-Mail an: . Besuchen Sie uns auch im Internet: www.gedenkstaetteduesseldorf.de oder: www.duesseldorf.de/mahn-und-gedenkstaette sowie auf:
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Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. Mühlenstraße 6 40213 Düsseldorf