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Liebe Leser:innen und Freund:innen der Gedenkstätte,

im April stehen zwei Rituale auf der Agenda unserer Stadtgesellschaft: zum einen die Namenlesung auf dem Marktplatz (14. April), zum anderen das Gedenken zum Kriegsende am Mahnmal an der Anton-Betz-Straße (16. April). Die Lesung erinnert an die ermordeten Düsseldorfer Jüd:innen, die Kranzniederlegung an den mutigen Widerstand Düsseldorfer Bürger im Frühling 1945.

Gedenkrituale stehen manchmal im Ruf, ein unreflektiertes, bequemes Gedenken zu sein. Die Akteur:innen kennen sich, spulen ein bekanntes Programm ab und kehren danach in ihren Alltag zurück. Doch Sie kennen unsere Arbeit hinlänglich genug, um zu wissen, dass Gedenken für uns bei allen berechtigten Ritualen nie nur ein Abspulen von Abläufen ist. Nicht nur begleiten wir die Gedenkrituale durch historische Information, sondern kontextualisieren sie natürlich auch in unsere Gegenwart. Denn sowohl die traditionelle Namenslesung der Ermordeten der Shoah ebenso wie das Erinnern an die „Aktion Rheinland“ und das Kriegsende vor 81 Jahren finden in jedem Jahr unter anderen Rahmenbedingungen statt als in den Vorjahren.

Erstarkender Antisemitismus auch in unserer Stadt und Angriffe auf jüdisches Leben europa- und weltweit verleihen der Lesung der Namen aller ermordeten Düsseldorfer Jüd:innen eine neue Dringlichkeit. Jeder einzelne Name der 2.633 Ermordeten steht für eine individuelle Geschichte von Ausgrenzung, Hass und Mord. Die historische Shoah führt dramatisch vor Augen, wohin Antisemitismus führen kann – auch in unserer Gegenwart.

Das Gedenken an das Kriegsende vor 81 Jahren findet vor dem Hintergrund der Kriege in Europa und im Nahen Osten statt, vor dem Hintergrund der Debatten um Wehrpflicht, Aufrüstung und Bündnissolidarität. Eine kleine Gruppe von Schülern und Lehrkräften des Technischen Berufskolleg Färberstraße beschäftigt sich seit dem Herbst mit der Geschichte der Schule, ihrer Verstrickung in die Kriegsendphaseverbrechen und die Widerstandsaktion „Rheinland“. Gemeinsam sucht die Gruppe nach einer adäquaten Form des Gedenkens in ihrer Schule, die auch die gegenwärtige Relevanz des Gedenkens aufzeigt. Eine Vertreterin der Projektgruppe wird am Mahnmal Anton-Betz-Straße Einblick in den Prozess geben.

Neben die Gedenktage tritt im April jedoch auch die weiterhin intensive inhaltliche Auseinandersetzung mit der Verfolgung queerer Menschen im Nationalsozialismus – und dies natürlich ebenso vor der Folie unserer Gegenwart, die durch zunehmende Feindseligkeiten gegenüber queeren Menschen in unserer Gesellschaft gekennzeichnet ist. Die tschechische Historikerin Dr. Anna Hájková (Warwick, Großbritannien) hat zum ersten Mal systematisch die queeren Opfer des Holocaust erforscht. In ihrem Vortrag erklärt sie, warum dieser Aspekt der Shoa-Geschichte lange ausgeklammert und marginalisiert worden ist und wie eine Rückkehr in das kollektive Gedächtnis eine inklusive und feministische Geschichte dieses Genozids anbieten kann (21. April). Eine Woche später schärft die Kollegin und wissenschaftliche Mitarbeiterin Astrid Hirsch-von Borries, die ihre Forschungsschwer-punkte auf Frauengeschichte und queere Geschichte legt, ganz bewusst den lokalen Blick auf Düsseldorf. In ihrem Vortrag (28. April) beleuchtet sie die Verfolgung in der Stadt zwischen 1933 und 1945 aus neuen Perspektiven, die von der herkömmlichen Täter:innensicht abrücken und damit den Blick weiten. Beide Vorträge beginnen jeweils um 18:30 Uhr.

Gedenkrituale ebenso wie unsere historische Informationsarbeit leben durch Ihre Teilnahme! Sie reflektieren mit uns Geschichte und Gegenwart, tragen Informationen und Sensibilisierung für gesellschaftliche Probleme in Ihr alltägliches Umfeld. Ihre Teilnahme erst macht aus einem Gedenktag oder einem Vortragsabend mehr als nur ein Ritual oder ein Veranstaltungsangebot.

In diesem Sinne: Bleiben Sie uns gewogen!

Herzlich,

Ihre

Dr. Andrea Ditchen
Wissenschaftliche Mitarbeiterin


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ÖFFNUNGSZEITEN AN DEN FEIERTAGEN

Die Gedenkstätte ist an Karfreitag, Karsamstag und Ostersonntag jeweils von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. An Ostermontag bleibt unser Haus geschlossen.
Ebenfalls geschlossen bleibt die Gedenkstätte am 1. Mai (Tag der Arbeit) und am 26. Mai (Pfingstsonntag).
An Christi Himmelfahrt und Pfingstsonntag gelten unsere üblichen Öffnungszeiten.
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SONDERAUSSTELLUNG
„GEFÄHRDET LEBEN – QUEERE MENSCHEN 1933 BIS 1945“
Eine Ausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld ergänzt um “Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“.

Die vielfältigen Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit von 1933 bis 1945 werden in der Ausstellung anhand von Dokumenten, Grafiken, Fotografien und Zitaten nachgezeichnet. Darunter ist auch bislang unveröffentlichtes Material. Die Ausstellung bietet sowohl einen breiten Überblick als auch tiefergehende Einblicke in die Biografien der Menschen.

Es wird deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Erzählt wird unter Einbeziehung aktueller Forschungsergebnisse nicht nur die Verfolgungsgeschichte, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität bis in die Nachkriegszeit.

Die Wanderausstellung der Bundestiftung Magnus Hirschfeld wurde in Düsseldorf um die Schau „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ erweitert.

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ÖFFENTLICHE FÜHRUNG
Dienstag, 31. März 2026 und Donnerstag, 23. April 2026, jeweils um 18:30 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf

Kuratorin Astrid Hirsch-von Borries wird Sie an diesem Abend durch die Ausstellung begleiten.
Die Teilnahme ist kostenlos und der Zugang ist barrierefrei. Keine Anmeldung nötig.

Während der Laufzeit finden monatlich weitere kostenlose Führungen statt.
Die Termine sind:

Dienstag, 19. Mai 2026, um 18:30 Uhr
Dienstag, 16. Juni 2026, um 18:30 Uhr
Sonntag, 5. Juli 2026, um 14 Uhr

Zur Sonderausstellung gibt es ein ausführliches Begleitprogramm mit öffentlichen Führungen und Vorträgen. Das Heft liegt in der Gedenkstätte aus oder kann hier runtergeladen werden: https://gedenkstättedüsseldorf.de/wp-content/uploads/2025/10/Begleitprogramm-gefaehrdet-leben-1933-bis-1945.pdf

Ergänzend zu den öffentlichen Führungen können Führungen für Gruppen direkt unter oder 0211 – 8996205 gebucht werden.      

Das Begleitprogramm wird unterstützt Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V.

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7-16

JOM HASHOAH – „JEDER MENSCH HAT EINEN NAMEN“
Dienstag, 14. April, ab 15 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus.

Auch dieses Jahr wird der weltweite Holocaust Gedenktag – Jom HaShoah – von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der Mahn- und Gedenkstätte begangen.

Erneut verlesen Schüler:innen sowie Personen aus Gemeinde und Stadtgesellschaft öffentlich die Namen derjenigen Juden, die während der Nazizeit aus Düsseldorf deportiert und ermordet wurden. Mit dieser öffentlichen Namenslesung möchten wir dieser Menschen gedenken und an ihr schreckliches Schicksal erinnern.

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller wird gemeinsam mit Dr. Oded Horowitz, dem Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, die Lesung um 15 Uhr vor dem Rathaus eröffnen.

Würden Sie auch gerne eine Seite verlesen? Melden Sie gerne entweder unter der Rufnummer 0211- 89 96205 oder per E-Mail an bis zum 23. März 2026 bei uns zurück.

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8-13

GEDENKEN AN DAS KRIEGSENDE IN DÜSSELDORF 1945
Donnerstag, 16. April, 13:30 Uhr,
Mahnmal Anton-Betz-Straße.

Auch in diesem Jahr werden Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller und Polizeipräsidentin Miriam Brauns um 13:30 Uhr Kränze am Mahnmal an der Anton-Betz-Straße niederlegen, um der Widerstandsaktion „Rheinland“ und des Kriegsendes vor 81 Jahren zu gedenken.

Die Projektgruppe des Technischen Berufskollegs Färberstraße, die sich seit dem Herbst 2025 mit der Geschichte des Berufskollegs in den letzten Wochen des Krieges und der „Aktion Rheinland“ beschäftigt, stellt Gedanken und erste Ergebnisse dieses Auseinandersetzungsprozesses vor.

Es handelt sich um eine gemeinsame Veranstaltung der Polizei Düsseldorf, der Landeshauptstadt Düsseldorf und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.

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9-10

QUEERE LIEBE IM HOLOCAUST.
EIN VORTRAG VON DR. ANNA HÁJKOVÁ
Dienstag, 21. April, um 18:30 im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Wo sind die Geschichten der großen queeren Liebe in der Shoah?  Queere Geschichte des Holocaust, also die Frage nach gelichgeschlechtlichem Verlangen unter den Holocaustopfern, ist bis vor kurzem eine Leerstelle geblieben. Anna Hájková erklärt, weshalb die Geschichte der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Shoah lange ausgeklammert und marginalisiert worden ist und wie ihre Rückkehr in das kollektive Gedächtnis eine inklusive und feministische Geschichte dieses Genozids anbieten kann. Die erweiterte Auflage ihres Buches „Menschen ohne Geschichte sind Staub" basiert auf originärer und umfangreicher Archivforschung und bietet einen prägnanten Einblick in die queere Geschichte des Holocaust für Anfänger:innen und Fortgeschrittene. 

Dr. Anna Hájková ist Reader of Modern European Continental History an der University of Warwick. Sie ist Pionierin der queeren Holocaustgeschichte und ihr neues Buch, „Menschen ohne Geschichte sind Staub: Queeres Verlangen im Holocaust“ wurde als eines der wichtigsten queeren Sachbücher von 2024 bezeichnet.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.

Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

Das Begleitprogramm wird unterstützt Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V.

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DAS WAR HIER! – DER NORDPARK, EINE HISTORISCHE UND KÜNSTLERISCHE AUSEINANDERSETZUNG
Samstag, 25. April 2026, um 14 Uhr. Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

Mit dem Rundgang „Der Nordpark, eine historische und künstlerische Auseinandersetzung“ beginnen wir unser diesjähriges Außenprogramm.

Der heutige Nordpark und der Bereich des Aquazoos befinden sich auf dem ehemaligen Areal der sogenannten Reichsschau „Schaffendes Volk“. Diese Ausstellung und nationalsozialistische Propagandaschau lief vom 8. Mai bis 17. Oktober 1937 und zog knapp sechs Millionen Besucher:innen an. „Schaffendes Volk“ demonstrierte eine Lehr- und Leistungsschau die Gewerbetätigkeit im Zusammenwirken mit Kunst, Industrie und Handwerk. Eingerahmt wurde das Gelände durch die sogenannte „Schlageter-Siedlung“ bzw. Weiße Siedlung und dem „Schlageter-Ehrenmal“.

Die Historikerinnen Frederike Krenz und Astrid Hirsch-von Borries werden bei diesem Rundgang von Christoph Westermeier, Künstler und 1. Vorsitzender des Künstlervereins Malkasten, begleitet. Gemeinsam beschäftigen Sie sich mit der wechselhaften Geschichte des Geländes und natürlich mit den Dingen die sichtbar sind. Wer entschied darüber was bleibt und was zerstört wurde? Warum wurde das ganze Areal nicht neu geschaffen?

Die Teilnahme am Rundgang ist kostenlos und der Zugang begrenzt barrierefrei.

Wir bitten um telefonische Anmeldung unter 0211 – 89 96205 oder via Mail an .

Zu unserem Außenprogramm erscheint an Ostern ein eigener Flyer auf der Homepage. Im Laufe der Osterferien ist dieser dann auch analog in der Gedenkstätte verfügbar.


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„[…] WAS WIRD AUS UNS WERDEN.“ – QUEERE MENSCHEN IN DÜSSELDORF ZWISCHEN 1933 BIS 1945. 
 EIN VORTRAG VON ASTRID HIRSCH-VON BORRIES
Dienstag, 28. April 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Wie war, es als queere Person im nationalsozialistischen Düsseldorf zu leben? Ein Großteil unseres Wissens basiert auf der Täterperspektive. Das hat sich in den letzten Jahren ein Stück weit gewandelt. Intensive Recherche von Historiker:innen hat gezeigt, dass es mehr zu erzählen gibt und Geschichten, trotz gesellschaftlicher Stigmatisierung, in Familien bewahrt wurden.

Astrid Hirsch-von Borries ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Mahn- und Gedenkstätte, ihre Forschungsschwerpunkte sind Frauengeschichte und queere Geschichte. Sie hat den Düsseldorfer Teil „Queeres Leben in Düsseldorf. Von den Goldenen Zwanzigern bis 1945“ kuratiert und gibt in ihrem Vortrag einen tieferen Einblick in Lebensrealitäten der Personen, deren Biographien in der Ausstellung erzählt werden.

NEUER TERMIN: Dienstag, 28. April 2026, um 18:30 Uhr!

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

Das Begleitprogramm wird unterstützt Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V.

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gedenken-volkshaus

GEDENKEN – STURM AUF DAS VOLKSHAUS AM 2. MAI 1933
Dienstag, 5. Mai 2026, um 17 Uhr. Beginn an der Flingerstraße 11. Im Anschluss gehen wir gemeinsam ins Beatrice-Straus-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte, Marktstraße 2 (Innenhof)

Im Mai 1933 gab es gezielte Angriffe des NS-Regimes gegen die Arbeiterbewegung: Hatte man am 1. Mai noch den neuen „Tag der Arbeit“ als Propagandainszenierung begangen, erstürmten am Morgen des Folgetages SA-Gruppen gewaltsam die Gewerkschaftshäuser und drangsalierten die dortigen Beschäftigten und Funktionäre. Das Volkshaus des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) an der Flingerstraße wurde durch die SA „besetzt“, der SPD-Reichstagsabgeordnete und Gewerkschaftsführer Hans Böckler in „Schutzhaft“ genommen.

Nach einer kurzen Kranzniederlegung am Volkshaus begehen wir im Anschluss eine Gedenkstunde im Beatrice-Strauss-Zentrum, die vom DGB Düsseldorf/Bergisch-Land, der Mahn- und Gedenkstätte, der AWO Düsseldorf und dem SPD-Unterbezirk Düsseldorf ausgerichtet wird. Jugendliche aus dem DGB stellen exemplarische Biografien von Düsseldorfer Gewerkschafter:innen vor, die zwischen 1933 und 1945 verfolgt wurden. Oberbrügermeister Dr. Stephan Keller, DGB-Regionalgeschäftsführerin Sigrid Wolf, AWO-Geschäftsführerin Marion Warden und SPD-Vorsitzender Adis Selimi werden Grußworte sprechen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

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IM DIALOG MIT ANDRÉ SOLE-BERGERS ÜBER DEN „SPENDENLAUF ALLY“
Mittwoch, 6. Mai 2026 um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

André Sole-Bergers arbeitet seit über 20 Jahren bei der Lebenshilfe Viersen e.V. und setzt sich insbesondere für die Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen ein. Vor fast zwei Jahren kam ihm die Idee, die Geschichte von Ally, einem vierjährigen Mädchen mit Trisomie 21, das im Nationalsozialismus ermordet wurde, zu verfilmen. Es war geplant, den Film mithilfe von Fördergeldern zu produzieren, doch das Projekt fiel durch alle Förderraster. Deshalb machte sich André Sole-Bergers persönlich AUF DEN WEG: Am 20. August 2025 startete sein Spendenlauf „Ally – Der Film“ von der Gedenkstätte Waldniel-Hostert in Schwalmtal und führte ihn und seine Mitstreiter:innen 650 km durch die Bundesrepublik bis zur Tiergartenstraße 4 in Berlin. Eine der ersten Etappen war das Rathaus Düsseldorf, wo er von der damaligen Bürgermeisterin Klaudia Zepuntke, Vertreter:innen der Lebenshilfe Düsseldorf e.V. und Mitarbeiter:innen der Mahn- und Gedenkstätte in Empfang genommen wurde.

Im Dialog sprechen André Sole-Bergers und Frederike Krenz über den Spendenlauf bzw. die Bewegung und das Filmprojekt.
Klaudia Zepuntke, stellvertretende Vorsitzende des Förderkreises der Mahn- und Gedenkstätte e.V. wird an diesem Abend Ihre Erinnerungen teilen und ein Grußwort halten.

Diese Ausgabe unserer Reihe „Im Dialog“ ist eine gemeinsame Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf und der Lebenshilfe Düsseldorf e.V.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

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MUTIGE DÜSSELDORFERIN – EINWEIHUNG DER ELSE-GORES-STRASSE IN DER WEISSEN SIEDLUNG
Freitag, 8. Mai 2026, um 15 Uhr an der Else-Gores-Straße in der Weißen Siedlung, Düsseldorf-Golzheim

Im August 2025 wurde die Franz-Jürgens-Straße in Else-Gores-Straße umbenannt. Im Rahmen einer tiefgreifenden Aufarbeitung der "Aktion Rheinland" durch die Mahn- und Gedenkstätte wurde festgestellt, dass Franz Jürgens der nationalsozialistischen Ideologie nahestand und mitverantwortlich für die Deportationen der Darmstädter Jüd:innen war. Die aktive Beteiligung von Franz Jürgens am NS-Staat wiegt so schwer, dass eine Ehrung nicht mehr möglich ist.
Die neue Namensgeberin und mutige Düsseldorferin Else Gores, versteckte zum Schutz vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ihren Jugendfreund Franz Krahn. Nach einer Denunziation wurden Franz und Else von Angehörigen der Heeresstreife Kaiser am 11. April 1945 abgeholt und ermordet.

Am 8. Mai ab 15 Uhr laden wir Sie herzlich ein, mit uns gemeinsam die Else-Gores-Straße noch einmal öffentlich einzuweihen. Vor Ort wird es Wortbeiträge von Bezirks-bürgermeisterin Annette Klinke, Historikerin Astrid Hirsch-von Borries sowie der Gleichstellungsbeauftragten Elisabeth Wilfart geben. Künstlerisch begleitet wird der Nachmittag durch die Schauspielerin und Juniorprofessorin Hanna Werth und die Musiker Johannes Joost und Marko Kassl.

Die öffentliche Einweihungsfeier ist eine gemeinsame Veranstaltung der Bezirksvertretung1 mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, kom!ma e.V und dem Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung unterstützt durch die Robert Schumann Hochschule.

Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Am Freitag, 30. April 2026 um 17 Uhr, findet eine Informationsveranstaltung zu Else Gores in der Evangelischen Kirchengemeinde Kaiserswerth-Tersteegen statt. Zu Gast sind Bezirksbürgermeisterin Annette Klinke und Historikerin Astrid Hirsch-von Borries.

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GEDENKEN AN DIE EHEMALIGEN ZWANGSARBEITER:INNEN IM LAGER "OTTO"
Freitag, 8. Mai 2026, um 17 Uhr im zakk, Fichtenstraße 40

Während des Nationalsozialismus waren mehr als 1100 Zwangsarbeiter:innen im Lager "Otto" auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Klöckner-Werke interniert, auf dem sich heute das soziokulturelle Zentrum zakk befindet.

Wir gedenken den Zwangsarbeiter:innen, in dem wir Namen und ausgewählte Kurzbiographien verlesen. Anschließend werden in der zakk-Kneipe Hintergründe zu
Zwangsarbeit in Düsseldorf und speziell in den Klöckner-Werken beleuchtet und ein Projekt vorgestellt, an dem sich Interessierte aktiv beteiligen können: Wir möchten das Gedenken noch erweitern und vertiefen und mehr zu den persönlichen Geschichten der Zwangsarbeiter:innen und ihrem Verfolgungsweg zu Tage fördern.

Eine Kooperationsveranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte mit dem zakk und Flinger Pfad e.V.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum zakk ist barrierefrei. 

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DAS WAR HIER! – GESOLEI: „DIE GROSSE AUSSTELLUNG DÜSSELDORF 1926 FÜR GESUNDHEITSPFLEGE, SOZIALE FÜRSORGE UND LEIBESÜBUNGEN“
Samstag, 9. Mai 2026, um 14 Uhr. Treffpunkt wird bei Anmeldung bekannt gegeben.

Vor 100 Jahren fand vom 8. Mai bis zum 15. Oktober 1926 in Düsseldorf die Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen (GeSoLei) statt. Sie war die größte Messe während der Weimarer Republik und wurde von ca. 7,5 Millionen Menschen besucht. Die Messe gliederte sich in die Bereiche Gesundheit, Alltagshygiene, Sport, Arbeitsverhältnisse und Vererbungslehre. Die jüdische Ärztin Marta Frankel war als wissenschaftliche Geschäftsführerin tätig. Der jüdische Pädiater Arthur Schloßmann war für den Bereich Gesundheit und Sozialhygiene verantwortlich.

Für die Messe wurden mehrere Pavillons, aber auch dauerhafte Bauten errichtet, die auch heute noch genutzt werden, so z.B. der Ehrenhof, die Tonhalle und die Rheinterrassen. Die Gebäude wurden auch während des Nationalsozialismus genutzt und gewannen an Bedeutung.

Begleiten Sie Frederike Krenz, Astrid Hirsch-von Borries und Hildegard Jakobs (stellvertretende Leiterin der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) auf ihrem Stadtspaziergang über Teile des ehemaligen Messegeländes der GeSoLei.

Die Teilnahme am Rundgang ist kostenlos und der Zugang begrenzt barrierefrei.

Wir bitten um telefonische Anmeldung unter 0211 – 89 96205 oder via Mail an .

Zu unserem Außenprogramm erscheint an Ostern ein eigener Flyer auf der Homepage. Im Laufe der Osterferien ist er dann auch analog in der Gedenkstätte verfügbar.

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GEDENKEN AN DIE DEPORTATION DER DÜSSELDORFER SINTI:ZZE VOR 86 JAHREN
Mittwoch, 20. Mai 2026 um 18 Uhr an der Ehra im Alten Hafen, ab 18:30 im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte, Marktstraße 2 (Innenhof)

Am Mittwoch, den 20. Mai, um 18 Uhr werden Vertreter:innen der Landeshauptstadt Düsseldorf gemeinsam mit der Sinti-Union Düsseldorf einen Kranz an der Figur „Ehra – Mädchen mit Ball“ niederlegen. Erinnert wird damit an die erste Deportation der Düsseldorfer Sinti:zze, die vor 86 Jahren – am 16. Mai 1940 – stattfand und rund 130 Düsseldorfer Frauen, Kinder und Männer betraf, die in polnische Ghettos verschleppt wurden.
Im Anschluss an die kurze und stille Kranzniederlegung gehen die Teilnehmenden gemeinsam in das Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte (Marktstraße 2, Innenhof), wo die Gedenkstunde fortgesetzt wird.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte und der Sinti-Union Düsseldorf.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

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DIE DÜSSELDORFERIN CÄCILIE HELTEN UND DIE LIEBE ZU IHRER PARTNERIN ROSA JOCHMANN: ZWISCHEN ZUSCHREIBUNG, SELBSTBEZEICHNUNG UND UNSICHTBARMACHUNG.
EIN VORTRAG VON DR. VERONIKA DUMA
Donnerstag, 28. Mai, um 18:30 im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof).

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Liebe zwischen der deutschen Kommunistin und gebürtigen Düsseldorferin Cäcilie Helten, genannt Cilly, und der österreichischen Sozialdemokratin Rosa Jochmann. Sie lernten sich im KZ Ravensbrück kennen. Nach der Befreiung bestand die im Lager entstandene, enge Bindung zwischen den beiden Frauen fort. Von 1962 bis zum Tod Heltens 1974 verbrachten die Frauen ihr Leben gemeinsam in Wien.

Der Vortrag der Historikerin Dr. Veronika Duma (Goethe-Universität Frankfurt und Fritz-Bauer-Institut) blickt auf die Lebensgemeinschaft der Frauen im politischen Milieu der Arbeiter:innenbewegung, die sich ihren Platz in einer Zeit suchten, in der die heteronormative Kleinfamilie das gesellschaftliche Idealbild darstellte und der Kalte Krieg die Beziehung zwischen einer Sozialistin und einer Kommunistin vor Herausforderungen stellte.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig. Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.

Das Begleitprogramm wird unterstützt Amt für Gleichstellung und Antidiskriminierung und Queere Geschichte(n) Düsseldorf e. V.

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NEUE PUBLIKATIONEN - SINTI:IZZE IN DÜSSELDORF
Neue Materialien für die Vermittlungsarbeit

Die Ausgrenzung und Verfolgung der Sinti:zze und Rom:nja begann nicht erst mit der Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945. Die Nationalsozialisten konnten auf eine Jahrhunderte andauernde „Tradition“ der Ausgrenzung und Stigmatisierung zurückgreifen und konnten alte Klischees und Vorurteile für ihre Propaganda nutzen. Sinti:zze und Rom:nja wurden von den Nationalsozialisten als eine „mindere Rasse“ klassifiziert und auf Grundlage verschiedener Gesetze und Verordnungen kriminali¬siert, verfolgt und ermordet.
Was viele nicht wissen: Sinti:zze und Rom:nja leben schon seit über 1000 Jahren in Europa und sind seit dem Spätmittelalter durch schriftliche Quellen auch in Düssel¬dorf nachweisbar. Die meisten von ihnen waren und sind Sinti:zze.

Um sich mit dem Kernthema der vorliegenden Materialien – nämlich der Zeit des Nationalsozialismus – zu beschäftigen, sollte unbedingt auch eine Auseinandersetzung mit der Zeit vor 1933 sattfinden. Denn hier entstanden Grundlagen, die nicht nur für eine Ausgrenzung aus der Gesellschaft sorgten, sondern auch eine behördlich geleitete Verfolgung ermöglichten, die während des Nationalsozialismus weiterge¬führt und radikalisiert wurde.

Doch wie führte der Weg von Faszination, Bewunderung und zum Teil sogar Anerken¬nung von Sinti:zze und Rom:nja im Mittelalter hin zu „Vogelfrei“, Verfolgung und „Zigeunerpolitik“ in der frühen und späten Neuzeit? Diese und weitere Aspekte können mit dem didaktischen Material bearbeitet werden.

Ein wichtiger Hinweis: Der Großteil der überlieferten Quellen sind Produkte der Dominanzgesellschaft. Es gibt kaum schriftliche Quellen, die von Sinti:zze und Rom:nja selbst verfasst wurden. Die Quellen bilden daher den Blick der Dominanzgesellschaft auf die Minderheit der Sinti:zze und Rom:nja ab und stellen diese oft als homogene Gruppe dar. Dies ist nach wie vor Teil des bis heute existierenden strukturellen Rassismus. Die Quellen enthalten in vielen Fällen rassistische Stereotypen und Vorurteile. Sie vermitteln den Eindruck, dass Sinti:zze und Rom:nja nicht Teil der Gesellschaft waren bzw. sind.

Für alle Themenbereiche, für die Erinnerungen und Beiträge der Betroffenen selbst vorliegen (z.B. Interviews mit Zeitzeug:innen, Beiträge von Künstler:innen), wurden diese im Material eingesetzt und gekennzeichnet.

Das didaktische Material erstreckt sich über fünf zeitliche Abschnitte:
Spätes Mittelalter und frühe Neuzeit
Kaiserreich 1871 - 1918
Weimarer Republik
Nationalsozialismus
Nach 1945 bis heute

Jeder Zeitabschnitt ist in Arbeits-/Themeneinheiten untergliedert, die anhand von Texten und Quellen erarbeitet werden sollen.

Die Arbeits-/Themeneinheiten enthalten die folgenden Arbeitselemente
Allgemeine Einführungstexte Aufgaben und Fragestellungen sind jeweils unterteilt in drei Anforderungsstufen: leicht, mittel, schwer.

Quellen- und Textmaterial
Die Arbeits-/Themeneinheiten können getrennt voneinander bearbeitet werden und sind in sich geschlossen. Zu Beginn jedes übergeordneten Zeitraums befinden sich zudem Leitfragen, die ergänzend bearbeitet werden können.

Neben den Arbeits-/Themeneinheiten stehen Quiz- und Begriffskarten zur Verfügung, die einen ersten Einstieg in die Thematik ermöglichen. Die Begriffskarten können zudem ergänzend bei der Bearbeitung der Arbeitseinheiten eingesetzt werden.

Sie möchten gerne mit den Materialien arbeiten oder mehr dazu erfahren? Bitte wenden Sie sich direkt an unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin und Leitung der Inklusion,
Dr. Frederike Krenz.
Kontakt: oder 0211 89 21546
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Redaktion des Newsletters

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