Liebe Leser:innen und Freund:innen der Gedenkstätte,
nach unzähligen Workshops, Führungen, Stadtrundgängen, Abendveranstaltungen, Stolpersteinverlegungen, Vorträgen und Lesungen meldet sich unser Team nun langsam ab in die Sommerferien. Tausende Schülerinnen und Schüler waren im nun zu Ende gehenden Schuljahr bei uns, um mit unserem Team über Geschichte und Gegenwart zu sprechen, über den Rechtsstaat, in dem sie heute leben, und über den NS-Unrechtsstaat, in dem die Menschen bis vor 80 Jahren gelebt haben. Vor dem Hintergrund der hitzigen politischen Debatten unserer Zeit und der allgemeinen Unsicherheit, die wir alle spüren, waren die Bildungsarbeit, aber auch die vielen Veranstaltungen aus dem Bereich der Erwachsenenbildung eine echte Herausforderung.
So kommt nun auch für uns eine Zeit des Zurückfahrens: Dieser Newsletter informiert Sie über ein etwas schmaleres Angebot während der Ferienwochen, mit Stadtrundgängen und Kurator:innenführungen. Vergessen wollen wir nicht das Edelweißpiratenfestival, das wir in gewohnter Zusammenarbeit mit dem zakk anbieten.
Diese etwas ruhigere Phase bedeutet aber nicht, dass wir den Herbst aus dem Blick verlieren: Mit Hochdruck haben wir in den vergangenen Wochen bereits an den Planungen für die nächste große Herbstausstellung gearbeitet, die wir aus Berlin ausleihen: Die Wanderausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933-1945“ zeigt die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933–1945. Sie tourt derzeit durch Deutschland. In Düsseldorf allerdings wird es sich um eine Sonderstation handeln, denn hier ist sie außergewöhnlich lange – von Ende Oktober 2025 bis Ende Juni 2026 – zu sehen. Und sie wird von einem vielfältigen Begleitprogramm abgerundet. Mit der Entscheidung für diese Ausstellung und dieses Thema setzen wir auch ein Zeichen. Heute sind queere Menschen viel mehr und viel häufiger Anfeindungen und Hass ausgesetzt als noch vor ein paar Jahren. Für die Geschichte zu sensibilisieren heißt auch, sich den Fragestellungen der Gegenwart zu öffnen.
Kommen Sie gut durch den Sommer,
herzlichst
Dr. Bastian Fleermann
STOLPERSTEIN/STADTSPAZIERGANG DURCH FRIEDRICHSTADT Sonntag, 13. Juli um 13 Uhr. Anmeldung unter oder 0211 – 8996205. Die Teilnahme ist kostenlos.
Bei diesem Spaziergang durch Friedrichstadt schauen wir auf die Geschehnisse im Stadtteil und seine Entwicklung während der Zeit des Nationalsozialismus.
Wie veränderte sich das Leben im Viertel ab 1933? Wie waren ortsansässige Behörden und Firmen in den Nationalsozialismus verstrickt? Wir schauen unter anderem auf die Biografien von Henriette Lion oder Hedwig Wallach, die gemeinsam mit ihrem Bruder Max am 27.Oktober 1941 von Düsseldorf aus nach Litzmannstadt (Łódź) deportiert wurde.
Und wie sichtbar waren eigentlich die Außenlager? Damit beschäftigen wir uns genauer am Erinnerungszeichen zum KZ-Außenlager an der Kirchfeldstraße.
Die Teilnahme am Stadtspaziergang ist kostenlos.
Anmeldung unter oder 0211 – 8996205.
KURATOR:INNENFÜHRUNG DURCH „DÜSSELDORF 1945. ÜBERLEBEN IN DER STADT“ Donnerstag, 17. Juli um 18:30 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Düsseldorf in den letzten Wochen des Krieges: Während amerikanische Truppen das
Linksrheinische befreien und den „Ruhrkessel“ um Düsseldorf enger ziehen, terrorisieren und verfolgen die verbliebenen regimetreuen Vertreter:innen von Partei, Wehrmacht und Polizei die Menschen in der Stadt. Wie erlebten einzelne Düsseldorfer:innen ganz konkret diese Zeit?
Die Ausstellung im historischen Luftschutzkeller der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf nimmt Biografien von Verfolgten wie Tätern in den Blick und fragt nach ihren Erfahrungen in diesem ganz besonderen Frühling des Jahres 1945.
Der Zugang zum Luftschutzkeller ist nicht barrierefrei.
Eine Ausstellung der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf anlässlich des Kriegsendes vor 80 Jahren. Kurator:innenteam: Dr. Bastian Fleermann, Dr. Andrea Ditchen, Astrid Hirsch-von Borries M.A., Hildegard Jakobs M.A. und Jona Winstroth M.A.
Weitere Termine: Donnerstag, 21. August um 18:30 Uhr Dienstag, 23. September um 13 Uhr
Wegen der großen Nachfrage verlängern wir die Laufzeit der Sonderausstellung „DÜSSELDORF 1945. ÜBERLEBEN IN DER STADT“bis Ende Dezember 2025.
Führungen für Gruppen können direkt unter oder 0211 – 8996205 gebucht werden.
ÖFFENTLICHE FÜHRUNG DURCH DIE SONDERAUSSTELLUNG „INNOVATIV, ERFOLGREICH, JÜDISCH. DÜSSELDORFER VISIONÄRE: FREUNDLICH, SCHÖNDORFF, LOEWY“ Dienstag, 22. Juli um 18:30 Uhr in der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße 29
Die Stadt Düsseldorf entwickelt sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer exponierten Industriemetropole. Jüdische Akteure sind an diesem rasanten Aufstieg maßgeblich beteiligt: als mutige Pioniere und Unternehmer, erfindungsreiche Ingenieure, als Bankiers und Ideengeber. Dieser Teil der Stadtgeschichte ist heute nahezu ausgeblendet und unbekannt. Woran liegt dies? Wieder war es die NS-Zeit, die auch auf diesem Gebiet Existenzen vernichtete und ihre Geschichten vergessen ließ: Die Pioniere wurden als Juden verfolgt und aus Düsseldorf vertrieben. Ihre Firmen wurden „arisiert“ und ihre Erfolge „umetikettiert“. Die umbenannten Firmen gingen mit neuer Legende in die Düsseldorfer Wirtschaftsgeschichte ein. Drei dieser Persönlichkeiten werden mit ihren Firmen und Familien in dieser Sonderausstellung vorgestellt.
Die Teilnahme an den öffentlichen Führungen ist kostenfrei und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zur Sonderausstellung ist barrierefrei.
Weitere Termine:
Donnerstag, 14. August um 18:30 Uhr Donnerstag, 18. September um 18:30 Uhr
Die Sonderausstellung „INNOVATIV, ERFOLGREICH, JÜDISCH. DÜSSELDORFER VISIONÄRE: FREUNDLICH, SCHÖNDORFF, LOEWY“ läuft noch bis 28. September 2025. Führungen für Gruppen können direkt unter oder 0211 – 8996205 gebucht werden.
„DIE MEDIZINISCHE AKADEMIE UND DIE STÄDTISCHEN KRANKENANSTALTEN IM NATIONALSOZIALISMUS – EINE SPURENSUCHE“ Sonntag, 10. August um 13 Uhr. Anmeldung unter oder 0211 – 8996205. Die Teilnahme ist kostenlos.
Wir begeben uns auf Spurensuche auf dem Campus der Heinrich-Heine-Universität und nehmen die Vorgängerinstitutionen der Universität und Unikliniken in den Fokus.
Die Städtischen Krankenanstalten und die Medizinische Akademie Düsseldorf blieben vom Nationalsozialismus nicht unberührt. Wer waren die jüdischen Ärzt:innen und Studierenden? Welche Rolle spielte die Medizin und die Düsseldorfer Fakultät im NS? Wir blicken auf Täter:innenschaft Düsseldorfer Mediziner:innen und schauen uns die Aufarbeitung in der Nachkriegszeit an
Die Teilnahme am Stadtspaziergang ist kostenlos.
Anmeldung unter oder 0211 – 8996205.
SPURENSUCHE(N) – DIE NS-ZEIT IM STADTBEZIRK VIER Dienstag, 19. August um 18 Uhr und Sonntag, 24. August um 13 Uhr. Anmeldung unter oder 0211 – 8996205. Die Teilnahme ist kostenlos.
Als die selbständige Bürgermeisterei Heerdt mit den zugehörigen Gemeinden Ober- und Niederkassel und Lörick am 1. April 1909 in die Stadt Düsseldorf eingemeindet wurde, hatten die neuen linksrheinischen Stadtteile rund 12.000 Einwohner. Sie waren schon 1898 durch den Bau der ersten Rheinbrücke näher an die spätere Kernstadt herangerückt – und dennoch behielt das Linksrheinische lange einen ganz eigenen Charakter.
Die nationalsozialistische Diktatur von der Machtübernahme 1933 bis zur Befreiung im März 1945 hat die linksrheinischen Stadtteile nachhaltig geprägt: Nachbarn und Arbeitskolleginnen wurden verfolgt und verhaftet, vertrieben oder ermordet, mit Fahnenaufmärschen und Paraden formierte man die „arische Volksgemeinschaft“ – und grenzte zugleich ganze Bevölkerungsteile brutal aus. Am Ende des NS-Regimes lagen auch Oberkassel und die Rheinbrücke in Trümmern.
Dieser Stadtrundgang mit 13 Stationen erinnert an Verfolgte und Täter der Gewaltherrschaft, an besondere Orte und authentische Schauplätze der Geschichte, an Bauwerke und Machtzentralen, aber auch an Mitmenschlichkeit und stille Hilfen. Er macht Stadtgeschichte konkret und anschaulich.
Die Teilnahme am Stadtspaziergang ist kostenlos.
Anmeldung unter oder 0211 – 8996205.
„1945: 80 JAHRE DANACH – WAS GEHT UNS DAS NOCH AN?“ Noch bis Ende des aktuellen Schuljahres (14. Juli 2025) im Offenen Archiv in der Mahn- und Gedenkstätte.
In der Fotoausstellung setzen sich Menschen aus der Schulgemeinschaft des Friedrich-Rückert-Gymnasiums und des Albert-Einstein-Gymnasiums – darunter Schüler:innen, Lehrkräfte, Eltern und Kooperationspartner:innen – mit der Frage auseinander, welche Bedeutung das Jahr 1945 und seine Folgen heute noch für uns haben. Die 23 Portraits zeigen Menschen unterschiedlicher Generationen, über QR-Codes können die Besucher:innen in Interviews ihre Perspektiven zu Themen wie Erinnerungskultur, Verantwortung und den Lehren aus der Vergangenheit teilen.
EDELWEISSPIRATENFESTIVAL 2025
Die Veranstalter:innen des Edelweisspiratenfestivals haben auch in diesem Jahr wieder ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Zwischen dem 30. Juli und dem 28. September erwarten Sie neben dem eigentlichen Festivaltag auch Vorträge, Radtouren oder Workshops.
Hier kommt eine Übersicht und ein paar Highlights. Das ausführliche Programm finden Sie unter www.zakk.de
Mittwoch, 30. Juli um 19:30 Uhr Say Their Names – Erinnern heißt verändern!
In der Veranstaltung wird die Initiative 19. Februar Hanau berichten, wie Überlebende, Angehörige und Unterstützer:innen für Aufklärung, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Wandel kämpfen – und was wir alle daraus lernen können.
Donnerstag, 7. August um 19:30 Uhr Schlaglichter auf die extreme Rechte und Braunzone in Düsseldorf
Auf dieser – jährlich im Begleitprogramm des Edelweißpiratenfestivals stattfindenden – Veranstaltung sollen aussagekräftige und aktuelle Schlaglichter auf einige Ausformungen der extremen Rechten und Braunzone in Düsseldorf geworfen werden. Hierfür stehen mehrere Referent:innen zur Verfügung, die komprimiert und mit starkem lokalen Bezug über unterschiedliche Milieus berichten werden. Aber auch ihr seid gefragt, euer Wissen und eure Einschätzungen zu teilen.
Samstag, 9. August Festivaltag mit Megaloh, Lila Sovia, Sara ATH feat. Ingrid Hideki & Lafert Mantygreen
Mittwoch, 20. August um 18:30 Uhr Die extreme Rechte auf TikTok - Geschichtsrevisonismus im Netz
Wie nutzt die extreme Rechte Soziale Medien, um Geschichte umzudeuten und ihre politischen Botschaften zu verbreiten? In diesem Workshop nehmen wir ihre Strategien unter die Lupe und zeigen, wie gezielt historische Fakten für politische Zwecke verzerrt und instrumentalisiert werden.
Dienstag, 26. August um 19:30 Uhr Die neuen Nazis aus der Gen Z
Mittwoch, 27. August um 20 Uhr Johannes Hillje - Lesung und Gespräch, zakk
Sonntag, 31. August um 14 Uhr Alte Kameraden, Karrieristen und der Tausendfüßler – Düsseldorf nach 1945 Radtour
Wie nahmen alte Kameraden und nationalsozialistische Seilschaften Einfluss auf Düsseldorfs Stadtgesellschaft und seine Entwicklungen nach 1945? Wer konnte trotz Ende des Nationalsozialismus einfach weitermachen, an den selben Schreibtisch zurückkehren oder gar die Karriereleiter emporklettern? Eine dreistündige Radtour auf den Spuren von Kontinuitäten, Rechenschaft und Aufarbeitung des NS.
Leitung Jona Winstroth
Veranstalter:innen: Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf & zakk, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland. Mit freundlicher Unterstützung der LAG Soziokultur NRW, Ministerium Kultur und Wissenschaft und dem LVR Rheinland / Jugendförderung.
Anmeldung an
Montag, 1. September um 18:00 Uhr „Nazihintergrund“ - Workshop zu familienbiografischer Recherche
Gab es Täter:innen, Mitläufer:innen, Verfolgte oder vielleicht sogar Helfende unter den Vorfahren? Welche Erzählungen und Erinnerungen werden von Generation zu Generation weitergegeben? Welche Rolle spielen dabei Themen wie Schuld, Scham und Verantwortung? Außerdem wird ganz konkret gezeigt, wie recherchiert werden kann. Wie kann ich in Archiven und Datenbanken forschen? Auf welche Probleme kann ich dabei stoßen? Und wie geht man um mit Quellen und Dokumenten, wie z.B. Ausweisen und Urkunden, Fotos, Briefe und Tagebüchern?
Falls solches Material vorhanden ist, kann es gerne mitgebracht und gemeinsam begutachtet werden. Dabei muss es nicht zwangsläufig um die eigene Familie gehen. Es kann auch im sozialen oder räumlichen Umfeld geforscht werden. Wichtig ist die Frage: Wo ist die Geschichte der Nazi-Verbrechen, 75 Jahre später, noch mit mir in der Gegenwart verbunden? Was finde ich heraus, wenn ich von mir selbst ausgehend kritisch auf Spurensuche gehe?
Leitung Sabine Reimann & Jona Winstroth
Veranstalter:innen: Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf & zakk, in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland. Mit freundlicher Unterstützung der LAG Soziokultur NRW, Ministerium Kultur und Wissenschaft und dem LVR Rheinland / Jugendförderung.
Anmeldung an
Samstag, 6. September von 11:30 Uhr bis 15 Uhr
Workshop "Was heißt (hier) Befreiung? - erinnerungskulturelle Zines mit Jugendlichen gestalten“ in Kooperation mit dem Erinnerungsort Alter Schlachthof
Leitung Eva Grütgen
Sonntag, 28. September von 9 Uhr bis 20 Uhr Tagesfahrt in die Gedenkstätte Lager Westerbork (Niederlande)
Teilnahmegebühr 30 Euro (ermäßigt 15 Euro), Anmeldung bis 21. September 2025 unter .
Eine Veranstaltung im Begleitprogramm des Düsseldorfer Edelweißpiratenfestivals. In Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland, Zeitreisen e.V. und Antifa-Referat AStA HSD.
VERANSTALTUNGSTIPP
Der Sommer kommt bestimmt - und mit ihm das Rock gegen Rechts Festival im Düsseldorfer Volksgarten am 23.8.2025!
Viele hochkarätige Bands & Newcomer, viel Musik, viel Spaß, viel Information & viele Initiativen - und das alles umsonst und draußen!
Astrid Hirsch-von Borries, Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf Haben Sie Fragen, Anregungen, Wünsche zu unserem Newsletter? Dann schicken Sie eine E-Mail an: . Besuchen Sie uns auch im Internet: www.gedenkstaetteduesseldorf.de oder: www.duesseldorf.de/mahn-und-gedenkstaette sowie auf:
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Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. Mühlenstraße 6 40213 Düsseldorf