„Das Wort ergreifen,   
heisst immer auch handeln.“
Siegfried Lenz

NEUE MATERIALIEN

„VIER NEUE DIDAKTISCHE WORKSHOP-MATERIALIEN“ Tandemprojekt „Spannungsfeld Gedenkstättenarbeit in einer wandelnden Gesellschaft“

Am 10. August 2023 präsentierte die Mahn- und Gedenkstätte der Landeshauptstadt Düsseldorf vier didaktische Workshop-Materialien, die im Rahmen des Tandem-Projektes „Spannungsfeld Gedenkstättenarbeit in einer sich wandelnden Gesellschaft“ gemeinsam mit der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld – Villa Merländer entwickelt wurden. Dieses Projekt wurde durch das Förderprogramm „Jugend erinnert“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien initiiert. Die Projektkoordination übernahm Sandra Franz, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle der Stadt Krefeld, während die Umsetzung durch die pädagogischen Mitarbeitenden Daniel Simon (NS-Dokumentationsstelle Krefeld) und Milena Rabokon (Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf) erfolgte.
Die beiden pädagogischen Mitarbeitenden stellten die Workshop-Materialien zusammen mit Sandra Franz, Leiterin der NS-Dokumentationsstelle Krefeld, Dr. Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, und Astrid Hirsch von Borries, wissenschaftliche Mitarbeiterin für digitale Kommunikation der nordrhein-westfälischen Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration Josefine Paul vor. Ebenso nahm die Dezernentin für Kultur und Integration, Miriam Koch, an der öffentlichen Vorstellung teil.
Über einen Zeitraum von drei Projektjahren hinweg widmeten sich Daniel Simon und Milena Rabokon einer intensiven Archivrecherche. Diese eingehende Auseinandersetzung mit den Quellen bildete die Grundlage für die Entwicklung der Workshops. Dabei wurden jeweils vier Workshops für Krefeld und vier für Düsseldorf konzipiert:

„Nur für Arier“? – Sport im Nationalsozialismus
Auf der Fährte – „Unangepasste“ Jugendliche in der NS-Zeit
„Rädchen im Getriebe“? – Schreibtischtäter:innen in der NS-Zeit,
„Was hat das mit mir zu tun?“ – Flucht und Migration in der NS-Zeit.

Das Projekt verfolgt einen innovativen Ansatz, in dem Teilnehmer:innen durch speziell gestaltete pädagogische Workshop-Materialien erreicht werden, die bisher in den lokalen pädagogischen Bildungsangeboten kaum Berücksichtigung fanden. Dies ermöglicht beiden Städten, sich intensiv mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen.
Die Workshops bieten den Teilnehmer:innen die Gelegenheit, sich eingehend mit der Geschichte des Nationalsozialismus zu beschäftigen. Dabei kommen ausgewählte Dokumente, Fotos und Interviews von lokalen Zeitzeug:innen zum Einsatz, um einen Austausch verschiedener Perspektiven zu ermöglichen. Die interaktiven und multimedialen Bildungsangebote ermutigen die Teilnehmer:innen, Vergangenheit und Gegenwart kritisch zu reflektieren und eigene Standpunkte zu entwickeln.
Das Projekt hat bereits verschiedene Zielgruppen erfolgreich angesprochen, darunter lokale Sportvereine, Jugendorganisationen, Ausbildungsstätten im Verwaltungsbereich sowie Integrationszentren.

Die Durchführung der Workshops findet in der Gedenkstätte statt. Die Termine müssen dort abgestimmt werden.

Wanderausstellung #StolenMemory

Mobile Ausstellung der Arolsen Archives auf dem Reeser Platz Vom 3. bis 22. August 2023, täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Eröffnung am 3. August um 11 Uhr.

Gemeinsam mit den Arolsen Archives zeigen wir in Düsseldorf die Open-Air Wanderausstellung #StolenMemory. Im Mittelpunkt stehen der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie es heute noch gelingt, diese sogenannten Effekten an Familien der Opfer zurückzugeben.
Zu sehen ist die Ausstellung in einem aufklappbaren Übersee-Container auf dem Reeser Platz.
„Effekten“ sind persönliche Gegenstände, die Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen wurden. Oft waren es Eheringe, Uhren, Füller oder Brieftaschen mit Fotos. #StolenMemory ist eine Kampagne der Arolsen Archives zur Rückgabe dieser persönlichen Gegenstände an die Angehörigen. Über 680 Familien konnten seit dem Start der Kampagne 2016 bereits gefunden werden. Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten.

Das Ziel der Ausstellung: Aufmerksamkeit und Unterstützung

Unter der Überschrift „Gefunden“ lenkt die Ausstellung den Blick auf persönliche Gegen-stände, die bereits zurückgegeben werden konnten. Sie berichtet vom Verfolgungsweg der einstigen Besitzer:innen und den Rückgaben an ihre Familien heute. Mit dem Smartphone können die Besucher:innen über QR-Codes Videoportraits aufrufen, in denen die Angehörigen selbst zu Wort kommen.
Unter der Überschrift „Gesucht“ werden „Effekten“ gezeigt, die noch auf ihre Rückgabe warten. Eine wichtige Botschaft ist deshalb auch: Jede:r kann die Arolsen Archives bei der Rückgabe der Effekten unterstützen und sich selbst auf Spurensuche nach den Verfolgten und deren Familien begeben. Denn noch immer bewahrt das Archiv gestohlene Erinnerungsstücke von knapp 2.500 Personen aus ganz Europa auf.

Der emotionale Wert der Effekten

„Viele Opfer der Nationalsozialisten hinterließen keine materiellen Spuren für ihre Familien, weil die Nationalsozialisten ihnen alles nahmen“, so Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. Die Rückgabe der Effekten sei für die Angehörigen deshalb oft sehr unerwartet: „Einige von ihnen wissen nichts oder nur wenig über diesen Teil der Lebensgeschichte ihrer Großeltern, Eltern, Onkel und Tanten“. Umso wichtiger sei es, dass die Gegenstände in die Familien zurückkehrten.

Ausstellung und Website
Seit August 2020 reist die #StolenMemory-Ausstellung mit mittlerweile vier Containern durch Deutschland und seit Mai 2022 auch durch Polen und Belgien. Unterstützt und gefördert werden die Arolsen Archives bei den Wanderausstellungen durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Auswärtige Amt sowie das belgische Außenministerium.

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme mit ergänzenden Webstories erzählen von individuellen Schicksalen. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet. Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungseinrichtungen an allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

Wo: Düsseldorf, auf dem Reeser Platz
Wann: vom 3. bis 22. August 2023
Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 17 Uhr, Eintritt frei

Link zur Website #StolenMemory: https://stolenmemory.org/

Neue Bildungspartnerschaft

Partnerschule Lycée français international Simone Veil

Wir haben gestern eine schon lange bestehende Freundschaft mit einer Unterschrift besiegelt. Schulleiter François Dillenschneider und seine Kollegin Annick Berthod waren zur Vertragsunterzeichnung da und das Lycée français international Simone Veil ist nun ganz offiziell Partnerschule der Mahn- und Gedenkstätte.

Die Schüler:innen des Lycée nehmen bereits seit Jahren unsere pädagogischen Angebote wahr. Unter anderem jeden Winter die Gedenkstättenfahrtvorbereitung, bevor sie die Gedenkstätte Auschwitz besuchen.

Wir haben auch schon die Köpfe zusammengesteckt und eine Reihe Ideen für weitere Projekte mit dem besonderen Blick auf deutsch-französische Geschichte während des NS entwickelt.


Zur Homepage des Lycée

Wir haben einen neuen Verlag!

Ab sofort Teil des C.W.-Leske/Lilienfeld-Verlags

Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf e.V. hat am 27. Februar 2023 einen Grundvertrag mit dem C. W. Leske Verlag abgeschlossen. Künftig werden unsere Bücher dort erscheinen.
C. W. Leske ist ein Imprint des Düsseldorfer Lilienfeld-Verlags in Flingern für Sachbücher und historische Raritäten. Verlagsleiterin Viola Eckelt und ihr Partner Axel von Ernst kamen zu Hildegard Jakobs und Dr. Bastian Fleermann, um erste Projekte zu besprechen.

Auf gute Zusammenarbeit!


Lilienfeld-Verlag

Pädagogisches Angebot zur Sonderausstellung

Workshop "Ich mache mir ein Bild von dir"

Drei Werke Otto Pankoks und drei Lebensgeschichten junger Düsseldorfer Sinti:zze stehen im Mittelpunkt des Workshops. Anhand der Porträts von Ehra, Raklo und Gaisa nähern sich die Teilnehmer:innen dieser individuellen Darstellungsform an, fertigen eigene Skizzen und erproben verschiedene Materialien. Was bedeutet es, sich ein Bild von jemandem zu machen?

Die Spurensuche in der Sonderausstellung führt die Teilnehmer:innen zu den Lebensgeschichten der Sinti:zze vom Heinefeld. Wen zeichnete Otto Pankok? Wie erlebten die jungen Menschen die Verfolgung durch die Nationalsozialisten? Und wie trat man ihnen und anderen Sinti:zze nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegenüber?

Der Workshop umfasst 2,5 Stunden und richtet sich an Jugendliche ab der 9. Klasse. Bitte beachten Sie, dass die Gruppen eine maximale Anzahl von 25 Schüler:innen nicht überschreiten sollten.

Der Eintritt in die Mahn- und Gedenkstätte sowie die Teilnahme am Workshop ist für Sie und Ihre Schüler:innen kostenfrei. Der Förderkreis der Mahn- und Gedenkstätte freut sich über eine Spende!

GEDENKVERANSTALTUNG: DEN OPFERN EINE STIMME LEIHEN. LEBENSGESCHICHTEN VON VERFOLGTEN DÜSSELDORFER:INNEN 1933 BIS 1945
Dienstag, 27. Januar 2026, um 19:30 im MAXHAUS, Schulstraße 11 | Anmeldung erforderlich

Zum internationalen Holocaustgedenktag und Gedenktag für die Opfer des National-sozialismus leihen Menschen aus Düsseldorf den damaligen Opfern ihre Stimme. Auch wenn die meisten Opfer des NS-Regimes jüdische Menschen waren, so gab es auch noch viele andere: politisch Andersdenkende, unangepasste, obdachlose oder queere Personen, psychisch Kranke oder Menschen mit Behinderungen, Männer und Frauen, die aus ganz unterschiedlichsten Gründen in das Getriebe der Verfolgungs- und Vernichtungsmaschinerie des Nationalsozialismus geraten sind.

In den ausgewählten Lebensgeschichten und Egodokumenten werden ihre Schicksale konkret und kommen uns nahe.

Für die Veranstaltung ist eine Anmeldung über die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erforderlich: bzw. telefonisch unter 0211 89 96205.

Der Einlass beginnt um 19:00 und die Teilnahme ist kostenlos.

Eine gemeinsame Veranstaltung der Mahn- und Gedenkstätte mit dem MAXHAUS – Katholisches Stadthaus Düsseldorf mit Unterstützung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e.V.