PLAKATE ZUM NOVEMBERGEDENKEN 2024
Nutzen Sie die Möglichkeit, das Gedenkplakat auszudrucken, zu verteilen und aufzuhängen, um der Erinnerung an möglichst vielen Stellen in der Stadt Raum zu geben.
Download Plakate Novembergedenken 2024
Nutzen Sie die Möglichkeit, das Gedenkplakat auszudrucken, zu verteilen und aufzuhängen, um der Erinnerung an möglichst vielen Stellen in der Stadt Raum zu geben.
Die Stadt Düsseldorf entwickelt sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer exponierten Industriemetropole. Jüdische Akteure sind an diesem rasanten Aufstieg maßgeblich beteiligt: als mutige Pioniere und Unternehmer, erfindungsreiche Ingenieure, als Bankiers und Ideengeber. Dieser Teil der Stadtgeschichte ist heute nahezu ausgeblendet und unbekannt. Woran liegt dies?
Wieder war es die NS-Zeit, die auch auf diesem Gebiet Existenzen vernichtete und ihre Geschichten vergessen ließ: Die Pioniere wurden als Juden verfolgt und aus Düsseldorf vertrieben. Ihre Firmen wurden „arisiert“ und ihre Erfolge „umetikettiert“. Die umbenannten Firmen gingen mit neuer Legende in die Düsseldorfer Wirtschaftsgeschichte ein. Drei dieser Persönlichkeiten werden mit ihren Firmen und Familien in dieser Sonderausstellung vorgestellt.
Abraham Freundlich, Albert Schöndorff und Ludwig Loewy haben mit ihren Lebensleistungen den Alltag nicht nur der Düsseldorfer verändert und bereichert. Dass ihre Namen und Innovationen wieder im Gedächtnis der Stadt Düsseldorf verankert werden, ist das erklärte Ziel dieser Sonderausstellung.
Im Rahmen der Realisierungsarbeiten für die dauerhafte Installation der Lichtarbeit „missing link_“ von Mischa Kuball wurde am Dienstag, 20. August 2024, der Gedenkstein an der Kasernenstraße 67 fachmännisch abgebaut und temporär eingelagert. Nach Beendigung der Arbeiten wird der Gedenkstein wieder entsprechend aufgestellt. Die Aufstellung ist aktuell bis spätestens Anfang November 2024 geplant.
Mit der Arbeit missing link_ realisierte der Konzeptkünstler Mischa Kuball im November 2023 eine vorerst temporäre Lichtinstallation auf der Kasernenstraße, die das Gedenken an die im Nationalsozialismus zerstörte, zentrale Synagoge der Stadt in den Mittelpunkt stellt. Ziel seiner Arbeit ist es, der Geschichte eine neue Sichtbarkeit zu geben und einen Resonanzraum für das gemeinsame Gedenken und Zusammenkommen zu bieten. Das Projekt ist eine Kooperation der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf und der Landeshauptstadt Düsseldorf mit der Mahn- und Gedenkstätte.
Die 1904 im neoromanischen Stil fertiggestellte Synagoge bildete einen zentralen kulturellen Mittelpunkt des jüdischen Lebens in der Stadt. Am 10. November 1938 wurde sie im Zuge der nationalistischen Pogrome in Brand gesetzt und später abgerissen.
Unser Team Bildungsarbeit sagt DANKE!
Im Schuljahr 2023/24 durften wir 5002 Jugendliche in unserem Haus begrüßen.
Für die Statistikliebhaber:innen unter uns macht das:
3752 Schüler:innen in 164 Gruppen wurden von uns geführt oder haben an unseren Workshops teilgenommen.
30 Schüler:innengruppen mit insgesamt 576 Jugenlichen haben unser Haus selbstständig besucht.
674 Jugendliche waren bei Veranstaltungen oder haben unsere Bibliothek zur Recherche genutzt.
Heute ist übrigens auch unser neuer aktualisierter Bildungsflyer aus dem Druck eingetroffen. Er geht die Tage auf unserer Homepage online. Darin finden sich mehrere neue Workshops, die gebucht werden können. Unter anderem “Im Einsatz. Die Düsseldorfer Polizei im NS”, “Rädchen im Getriebe? Schreibtischtäter:innen in der NS-Zeit” oder die Gedenkstättenfahrtvorbereitung “Weggeschafft aus Düsseldorf: Massentransporte und Deportationen.”
Jetzt wünschen wir aber Schüler:innen und Lehrer:innen erholsame und sonnige Ferien. Wir sehen uns im neuen Schuljahr wieder!!!
Ab sofort in der Mahn- und Gedenkstätte erhältlich!
Ab dem 28. Mai bei der Buchhändlerin oder dem Buchhändler ihres Vertrauens.
Bastian Fleermann
Ausgrenzung und Faszination
Sinti und Roma in Düsseldorf und im nördlichen Rheinland
vom Spätmittelalter bis zum Ersten Weltkrieg
Faszination, Koexistenz und Ausgrenzung: Nicht immer, aber sehr oft trafen die Sinti und die Roma auf Argwohn und Verachtung. Erstmals spürt eine Überblicksstudie dieser Minderheit und dem Umgang mit ihr in einem umgrenzten Raum über mehrere Jahrhunderte hinweg nach – und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen.
Schon in der Mitte des 15. Jahrhunderts gewährte ein Schutzbrief einer Roma-Gruppe in Düsseldorf und im Herzogtum Berg freies Geleit. Seit dieser Zeit lebten Roma, Sinti und andere Völker, von der Mehrheitsgesellschaft zunächst als »Czygeiner« bezeichnet, im nördlichen Rheinland. Die hier erstmals zusammengetragenen Quellen belegen neben Anfeindungen und Ausgrenzungen auch Phasen friedlicher Koexistenz und Zusammenarbeit. Sie zeichnen das Bild einer vielfältigen Minderheit, die sehr geschickte Überlebens- und Anpassungsstrategien entwickelte, um staatlicher Repression zu entgehen und sich in der Region zu behaupten. Und sie lassen eine Alltagsebene sichtbar werden, die nur scheinbar mit den parallel entstandenen populären »Zigeuner«-Bildern korrespondiert: Der Kitsch in der Kunst oder auf der Bühne, auf Fotopostkarten oder in Schauergeschichten hatte mit der Lebensrealität von Sinti oder Roma so gut wie nichts zu tun. Die sich permanent wandelnden Lebensbedingungen der Musiker oder Hausiererinnen, Handwerker, Artisten oder Pferdehändler stehen den bis heute trügenden Projektionswünschen der entstehenden bürgerlichen Gesellschaft entgegen. Die wahre Geschichte findet sich in diesem Band.
216 Seiten
Halbleinen, Fadenheftung, Leseband
zahlreiche farbige Abbildungen
17,5 × 24,5 cm
(D) € 22,00, (A) € 22,60, sFr 29,00 (UVP)
ISBN 978-3-946595-42-7
„ICH MÖCHTE SO GERNE MEIN LEBEN IN DIE WELT SCHREIEN!“ – ADELE HAAS, EINE INTERGESCHLECHTLICHE PERSON IM NATIONALSOZIALISMUS. EIN VORTRAG VON JAKO WENDE
Donnerstag, 5. Februar 2026, um 18:30 Uhr im Beatrice-Strauss-Zentrum der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Marktstraße 2 (Innenhof)
„So könnte ich so viel schreiben, aber ich rege mich dabei so auf, denn ich darf nicht zurück denken, es ist mir heute wie ein Traum. Ich möchte so gerne mein Leben in die Welt schreien, und veröffentlichen aber dazu gehört Geld, und das fehlt bei mir, es ist doch bestimmt einmalig und interessant, garnicht zu glauben, es klingt wie ein Märchen, überhaupt das ich das ausgehalten habe, und noch lebe ein Wunder.“ schreibt Adele Haas am 28. März 1961.
Intergeschlechtliche oder inter* Personen haben Merkmale von männlichen und weiblichen Körpern. Sie waren und sind schon immer da gewesen. Aufgrund von gesellschaftlicher Norm mal mehr oder weniger akzeptiert, bis hin zur Verfolgung und Ermordung. Wie war es als intergeschlechtliche Person während des Nationalsozialismus zu leben? Einem System mit klaren Geschlechterbildern und konstruierten medizinischen Normen sogenannter männlicher oder weiblicher Körper.
An diesem Abend wird uns Jako Wende das Leben von Adele Haas näherbringen. Adele war als inter* Person im Nationalsozialismus massiver Gewalt ausgesetzt, weil sie nicht der sogenannten Norm entsprach. Jako Wende hat dafür in zahlreichen Archiven recherchiert und Kontakt zu noch lebenden Verwandten und Nachbarn aufgenommen um das Leben von Adele Haas nachzeichnen zu können.
Es wird auch um den allgemeinen Forschungsstand zur Situation von inter* Personen im Nationalsozialismus gehen, doch Kern des Vortrages ist es, Adele ihr Leben in die Welt schreien zu lassen.
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und eine Anmeldung nicht nötig.
Der Zutritt zum Beatrice-Strauss-Zentrum ist barrierefrei.