SONDERNEWSLETTER ZUM NOVEMBERGEDENKEN 2024
Liebe Leser:innen und Freund:innen der Gedenkstätte,
am 9. und 10. November 2024 jähren sich die Ereignisse des Novemberpogroms von 1938:
Vor 86 Jahren verübten Düsseldorfer:innen 450 Überfälle auf Wohnungen, Geschäfte und Eigentum ihrer jüdischen Nachbar:innen. 70 Menschen wurden schwer verletzt. Dreizehn jüdische Menschen wurden ermordet und die große Synagoge in der Kasernenstraße in Brand gesteckt.
In Düsseldorf erinnert die Mahn- und Gedenkstätte in diesem Jahr gemeinsam mit vielen Akteur:innen an die gewaltvollen Ereignisse dieser Tage sowie an die Folgen für die jüdischen Bürger:innen unserer Stadt. Dieser Sondernewsletter informiert Sie über die verschiedenen Veranstaltungen zwischen dem 8. und 13. November 2024, soll Sie aber zugleich auch aktivieren:
Leiten Sie diesen Newsletter gern weiter! Laden Sie Ihre Freund:innen und Familien zu den Gedenkveranstaltungen ein!
Nutzen Sie die Möglichkeit, das Gedenkplakat auszudrucken, zu verteilen und aufzuhängen, um der Erinnerung an möglichst vielen Stellen in der Stadt Raum zu geben.
Traditionell organisiert und begleitet die Mahn- und Gedenkstätte in jedem Jahr den ‚Gedenkgang‘, bei dem junge Menschen für die Erinnerung an das Novemberpogrom in Düsseldorf aktiv werden. In diesem Jahr verortet eine Gruppe junger, engagierter Ehrenamtlicher das Gedenken im Düsseldorfer Zooviertel. An den ehemaligen Wohnorten der jüdischen Bewohner:innen des Viertels geben die Teilnehmer:innen Einblicke in deren Lebensgeschichten und fokussieren die individuellen Erlebnisse dieser Personen und Familien während des Pogroms. In ihren Beiträgen verharren sie jedoch nicht in den Schilderungen der Ereignisse. Sie markieren Leerstellen in den Erzählungen, werfen Fragen auf und richten diese mit Blick auf die Gegenwart an ihre Zuhörer:innen, an die Düsseldorfer Stadtgesellschaft.
Meine Kolleg:innen Jona Winstroth, Milena Rabokon und ich (Abteilung Bildungsarbeit) haben die Teilnehmer:innen bei der Auseinandersetzung mit den Biografien und historischen Quellen unterstützt, den organisatorischen Rahmen geschaffen und den Austausch zwischen den Nachfahren und den Teilnehmer:innen initiiert. In den fünf Monaten des Projekts konnten wir großes Interesse, kritisches Hinterfragen, kreatives Nachdenken und wachsenden Zusammenhalt in der Gruppe beobachten – eine tolle Erfahrung, die uns motiviert, uns Hoffnung macht und für die wir sehr dankbar sind. Sie ist aber auch der Beweis für die Sinnhaftigkeit unserer Bildungsarbeit in Düsseldorf; auch ein Aufruf, historisch-politische Bildung hier und im ganzen Land anhaltend zu fördern und stärker zu etablieren.
Wir laden Sie herzlich zum Gedenkgang (10. November um 15 Uhr), den Aufführungen der Installation „Schwarz-helle Nacht“ des Theaterkollektivs Pièrre.Vers in unserem Beatrice-Strauß-Zentrum (12. und 13. November jeweils um 18.30 Uhr) und allen weiteren Veranstaltungen in den kommenden Wochen ein.
Wir freuen uns über Ihr Interesse, ihr Mitwirken und den Austausch mit Ihnen.
Ihre
Anna Schlieck
Leitung der Bildungsarbeit
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